Sie sind nun seit einiger Zeit angestellt und Ihr Chef findet ihre Arbeit gut?Sie sind pünktlich, zuverlässig und werden als ein „guter“ oder “sehr guter” Mitarbeiter oft gelobt? Doch seit Jahren bleibt die Beförderung bei Ihnen aus und immer werden andere bevorzugt?

Die Anforderungen an Mitarbeiter und Führungskräfte unterscheiden sich maßgeblich. Ein guter Mitarbeiter ist noch lange keine gute Führungskraft. Möchten Sie also befördert werden, müssen Sie zuerst in Vorleistung gehen: Verhalten Sie sich also ab morgen nicht mehr wie ein Mitarbeiter sondern sein Sie eine Führungskraft. Gehen Sie also Weg vom Mindset des Angestellten!

Lesetipp: Führungskraft werden

Das Mindset von Angestellten

Ich bin mittlerweile in der Auswahl und Coaching von Führungskräften beteiligt und achte stark auf das Mindset der Führungskraft. Als Führungskraft wird man nicht direkt eingestellt. Die Mehrzahl hat damit die letzten Jahr als Mitarbeiter im Tagesgeschäft gewirkt.

Die Konsequenz ist, dass sich durch den kleinen Spielraum einige Verhaltensweisen, also ein Angestellten-Mindset etabliert hat. Ein Angestellten-Mindset ist geprägt von typischen Verhaltensweisen wie:

  • Sie sind fleißig und erledigen Ihnen zugewiesene Aufgaben
  • Sie haben wenig Netzwerk im Unternehmen
  • Sie weisen oft darauf hin, dass Ihre Führungskraft dafür zuständig ist
  • Sie arbeiten in Ihrem klar abgegrenzten Kompetenzbereich
  • Sie vertiefen sich oft in Details
  • Sie arbeiten von Nine To Five und Firmenevents sind kaum relevant
  • Sie lösen alle Probleme immer nur selbst
  • Sie arbeiten 8h pro Tag an Ihnen zugewiesenen Aufgaben

Diese Verhaltensweisen mögen fast negativ klingen, sind Sie aber nicht. Sie zeigen den soliden und guten Mitarbeiter, welche zuverlässig Aufgaben erfüllt.

Lesetipp: Senior werden

Das Mindset von Führungskräften

Die Anforderungen an Führungskräfte sind wie bereits erwähnt vollkommen anders. Sie merken schnell, dass Sie in der Führung nicht mehr alles alleine machen können und auch Details verlieren an Bedeutung. Eine Führungskraft unterscheidet such damit maßgeblich vom guten Angestellten. Das Mindset von Führungskräften hat typische Verhaltensweisen wie:

  • Sie nehmen Herausforderungen an, auch, wenn Sie außerhalb der Kompetenz liegen
  • Sie denken immer lösungsorientiert
  • Sie verteilen Aufgaben damit Sie wieder Zeit für Führung haben
  • Sie vertiefen sich nicht in Details sondern sehen das große Ganze
  • Sie investieren viel Zeit in Ihre Netzwerke zu anderen Managern
  • Sie motivieren ihr Umfeld
  • Sie planen ständig wir ihr Team ausgebaut werden kann
  • Sie agieren auf Augenhöhe mit Wertschätzung
  • Sie bleiben immer gelassen

Befördern kann Sie nicht meist nicht ihr direkter Chef

Nun kommt eine weitere Schwierigkeit hinzu: Befördern kann Sie meist nicht meist nicht ihr direkter Chef, sondern dessen Chef.

Ihre Aufgabe ist es deswegen: Versuchen Sie also Kontakt in die oberen Management Etagen aufzubauen. Dies erreichen Sie durch aktiven ansprechen oder dadurch, dass Sie Projekte mit Management Aufmerksamkeit haben.

Kontaktaufbau braucht Zeit

Es ist kein Geheimnis, dass das Management im Unternehmen oft ein eigener und in sich geschlossener Kreis trotz aller Agilität ist. Es gibt eine einfache Regel aus dem Tierreich, welche Sie bei solch geschlossenen Kreisen anwenden sollten:

Wenn Sie sich einer fremden Katze annähern, dann hat diese erstmal Angst vor Ihnen. Sie sieht Sie als mögliche Bedrohung. Setzen Sie sich also eine Zeit auf den Boden und warten Sie 3-5 Minuten. Sie werden merken, dass sich die Katze sich langsam an Ihre Anwesenheit gewöhnt und auf zu zukommt. Dieser Tipp wird auch in Flirt- und Vertriebsseminaren gegeben:

Stellen Sie sich an den Tisch des Kunden und sprechen Sie diesem erst nach 3-5 Minuten direkt an

Kontakt ins obere Management aufbauen!

Sind Sie also im oberen Management befolgen Sie diese Regel. Machen Sie am besten folgendes:

  • Stellen Sie sich auf der Weihnachtsfeier in die Runde mit den Managern
  • Versuchen Sie in wichtige Meetings mit den Managern zu kommen
  • Versuchen Sie die Manager an Plätzen wie der Kaffeeküche etc. zu treffen

Wichtige Regel für den Anfang: Sagen Sie möglichst wenig um zu zeigen, dass Sie keine Bedrohung sind. Zeigen Sie Ihnen durch loyale Sätze, dass Sie sich auf Sie verlassen können.

Tipp: Bleiben Sie also ruhig 3-5 Meetings einfach stumm (wenige Sätze) und zeigen Sie dem Umfeld, dass Sie keine Bedrohung sind. Sie werden merken, dass Sie nach einiger Zeit mit den Managern ins Gespräch kommen.

Wenn Sie die beschriebene Weise recht langsam und natürlich Teil des oberen Managements werden und Ihnen jemand dort vertraut, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis Sie dort einen festen Sitz bekommen.

Fazit

Bei der Beförderung ins Management kommt es auf andere Skills an als in der Fachkarriere. So müssen Sie starke Netzwerke haben, Unternehmenspolitik steuern, gute Projekte an Land ziehen, Intrigen erkennen und Bündnisse schmieden sowie Ihren Bereich konstant wie ein Unternehmer verwalten und erweitern.

Sie werden mit dem Mindset des Angestellten zwar oft gelobt und Sie sind teilweise der Liebling des Chefs, weil Sie zuverlässig sind. Das ist toll und sicher ein erstebenswerter Zustand. Falls Sie jedoch aufsteigen wollen, dann bringt Sie das kaum weiter, da Sie in den Augen der Top-Manager nicht existieren oder nur ein sehr guter aber für sie kaum bekannter Angestellter sind.

Bildquelle: Geschäft Foto erstellt von freepik – de.freepik.com

Genderhinweis: Ich habe zur leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sofern keine explizite Unterscheidung getroffen wird, sind daher stets sowohl Frauen, Diverse als auch Männer sowie Menschen jeder Herkunft und Nation gemeint. Lesen Sie mehr dazu.

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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