Eine Studie der Bertelsmann Stiftung, welche über 1000 Führungskräfte befragt hat, zeigt, dass 30% der befragten aktiv an Ihrer Rolle als Führungskraft zweifeln und weitere 25% diese sogar als Belastung empfinden. Es gibt in der Studie einen bedenklich hohen Anteil, die von
Selbstzweifel in ihrer Führungsrolle geplagt sind laut der Studie nach eigener Wahrnehmung weniger positive Wirkungen erzielen.

Doch woher kann das kommen? Es gibt sicherlich zahlreiche Aspekte und ich habe schon viele Tipps für Führungskräfte gegeben, welche ich im folgenden als Lesetipps aufführe. In diesem Artikel möchte ich auf den Aspekt der Selbstorganisation eingehen, welche Führungskräfte zum zweifeln bringen kann. Ein besonderer Unteraspekt ist dabei das Gefühl, dass man nicht mehr gebraucht wird.

Meine Erfahrung mit Selbstorganisation

Seit 2019 bin ich Abteilungsleiter und hatte vorher fast 2 Jahre eine Stellvertretung für diese Rolle. Ich habe in dieser Zeit die Ziele des Vorstands in verschiedene Projekte gepackt, welche zur Realisierung der Ziele beigetragen haben.

Drei Beispielprojekte aus meinen Berufsleben und mein Vorgehen zur Förderung von Selbstorganisation

Ich möchte dazu drei beispielhafte Projektmuster vorstellen, welche ich unter den Aspekt der Selbstorganisation auf der Ebene eines Abteilungsleiters durchgeführt habe. Die Projekte durchlaufen zur besseren Veranschaulichung den typischen Wasserfallprozess. Nach Analyse der Unternehmensziele und der Konzeption wurde das Projekt schnell als Proof of Concept getestet. Danach wurde die Umsetzung durchgeführt und das neue Ergebnis des Projekts z.b. ein neuer Prozesse in der Abteilung etabliert.

Wichtiger Aspekt ist, dass ich mich als Abteilungsleiter schnell aus Themen rausziehen muss, da ich sonst an zu viele Baustellen gleichzeitig kämpfe. Ich delegiere deswegen schnell und stehe noch für Fragen und Coaching bereit. Sie laufen sonst Gefahr, dass Sie überlastet sind oder als Bottleneck den Betrieb behindern.

Im ersten Beispiel habe ich ein Unternehmensziel in ein konkretes Projekt gepackt und dieses den Mitarbeitern erklärt. Die Mitarbeiter hatten dies schnell verstanden und konnten es als Projekt umsetzen. Ich stand nur noch für Fragen offen und habe mich danach aus dem Thema rausgezogen.

Im zweiten Beispiel habe ich gemeinsam mit einem Mitarbeiter als Weiterentwicklungsmaßnahme ein Projekt gestartet und ihn geholfen Analyse und Konzept durchzuziehen. Er war noch recht jung und das Konzept komplex. Es hat ihn gut getan, dass ich geholfen habe. Nun hat der Mitarbeiter das Projekt alleine umsetzen können und ich habe anschließend bei der Etablierung geholfen.

Im dritten Beispiel kam ein erfahrener Mitarbeiter mit einem Vorschlag auf mich zu. Ich habe ihn anschließend geholfen aus dem Konzept aufzubauen. Nun hat der Mitarbeiter den POC gestartet und mir anschließend berichtet. Wir haben dann zusammen die Umsetzung in der Abteilung geplant und er hat es etabliert.

Fazit: Erfolg durch Selbstorganisation und Zweifel durch Überflüssigkeit

Nur dieses Vorgehen hat mir im Endeffekt dabei geholfen viele Projekte sinnvoll umzusetzen und zahlreiche Themen gleichzeitig anzugehen. Ich musste viel Vertrauen in die Mitarbeiter setzen doch ich bremse auch nicht als Bottleneck den Betrieb und gebe Mitarbeitern die Möglichkeit sich durch Projekte zu profilieren.

Ich glaube dieses Vorgehen ist richtig und auch gut. Ich habe es lange im Blog diskutiert und auch während meiner Forschung untersucht. Nun führe ich es aktiv auch selbst durch und ja es plagten mich nach einiger Zeit Zweifel, dass ich eigentlich nichts mehr richtig tue und nur noch andere ständigen Ruhm ernten. Ich fühle mich wie ein Schatten zwischen vielen Sternen, welche dauerhafte Projekte abschließen und rocken. Im Endeffekt spornten mich diese Zweifel noch mehr an die Abteilung noch besser zu machen und diesen Weg weiter zu gehen. Das Ende war, dass der Vorstand mich stark lobte, denn im Endeffekt ist es meine Abteilung und auch wenn andere die Projekte stemmen, fällt es doch auf einem selbst als Abteilungsleiter zurück. Es war nie so, dass ich nicht gebraucht worden bin. Mitarbeiter sagten mir immer wieder, dass sie froh sind, dass ich da bin. Auch war in der gesamten Firma bekannt, dass ich oftmals im Hintergrund die Projekte steuere.

Liebe Führungskräfte! Es kann sich schwer anfühlen, dass man nicht mehr dauerhaft im Rampenlicht steht und auch nicht immer den vollen Ruhm schnell abbekommt. Auch fordert Vertrauen ein gewisses Maß an Überwindung und die eigenen Mitarbeiter werden manchmal mehr gelobt als man selbst. Dies kann auch den stärksten Charakter zum Zweifeln bringen, wenn traditionell denkende Mitarbeiter fragen: “Was machst du eigentlich noch?”. Ich glaube, dass durch Selbstorganisation der kurzfristige Ruhm verloren geht aber der Mittel- und Langfristige damit um so größer ist. Deswegen appelliere ich an Sie: Geben Sie nicht auf, fördern Sie Selbstorganisation, verwerfen Sie die Zweifel und gehen Sie den Weg des Erfolgs!

Lesetipp: Chef-Chef sein!

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/gesch%C3%A4ftsfrau-vorgesetzte-boss-4133404/

Genderhinweis: Ich habe zur leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sofern keine explizite Unterscheidung getroffen wird, sind daher stets sowohl Frauen, Diverse als auch Männer sowie Menschen jeder Herkunft und Nation gemeint. Lesen Sie mehr dazu.

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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