Ich finde in letzter viele Studien, dass trotz agiler Teams und flachen Hierarchien die wichtigen Entscheidungen Top-Manager oft alleine und einsam treffen. Auch ist die Rede von isolierten Managern, welche kaum Kontakt zum wirklichen Geschehen der Firma haben. Doch was ist dran und macht Führung wirklich einsam?

Aus Gesprächen mit Top-Managern merke ich: Je mächtiger, also je höher wir sind, desto einsamer werden wir. Probleme sind, dass sich in klassischen Organisationen oftmals “Macht” einfach nicht delegieren lässt.

Manager fühlen sich einsam

Die CEO Schnapshop Survey zeigt, dass knapp 60% der befragten 1000 Manager zugeben, dass diese sich einsam fühlen. Grund ist, dass vor allem in der alten Manager Generation – ein Manager keine Gefühle zeigen sollte. Aber auch Mark Zuckerberg, Elon Musk oder Steve Jobs „nur“ ein Mensch. Sie haben Gefühle wie Freude, Wut, Angst oder eben Einsamkeit. Gerade in hohen Positionen wimmelt es jedoch von sogenannter Politik und Intrigen. Es geht um Macht und man tendiert dazu sich zu isolieren und unantastbar zu machen.

Management bedeutet viel Verantwortung

Eine Management Position ist alles andere als leicht. Es gilt viel Verantwortung zu übernehmen und den Spagat zwischen alten Werten und neuen agilen Teams zu finden. Oftmals werden sicher auch Top-Manager bewusst von anderen Managern isoliert, damit diese wenig in den eigenen Bereich eingreifen können. Besonders Silodenken fördert bei mittleren Managern eine solche Verhaltensweise oder auch wenig Sympathie gegenüber den Vorgesetzten.

Die neue Generation Manager

Ich erlebe, dass es eine neue Manager-Generation gibt, welche deutlich mehr einbezogen wird. Diese Menschen punkten mit einem offenen Charakter und gesunden menschlichen Werten. Besonders solche Manager, welche aktiv Organisationen gestalten werden aktiv einbezogen und sind nicht isoliert. Auch zeigen jüngste Beispiele deutlichen Erfolg.

Beispielsweise wurde der oft leger gekleidete und in der Sprache sehr direkte Fußballtrainer Jürgen Klopp vom Manager Magazin für „Management mit Charisma, Chuzpe [Dreistigkeit] und Cleverness“ (Manager Magazin 2019) zum Manager des Jahres gewählt. Diese Entscheidung steht im deutlichen Gegensatz zu jenen der Vorjahre und löste eine kontroverse Diskussion aus. Ein weiteres Beispiel ist Ex-Daimler-Vorstand Dieter Zetsche, der die Krawatte bei Daimler abschaffte und bei einer Präsentation mit einem T-Shirt mit der Aufschrift ‚Do-Epic-Shit‘ für einen regelrechten Skandal in den Top-Management-Etagen deutscher Dax-Konzerne sorgte.

Fazit

Der Charakter von Managern sollte auf Authentizität beruhen. Eingeschüchtert der Macht oder dem Reichtum eines Top-Managers, trauen sich viele Mitarbeiter nicht, Ihnen einfach ehrlich zu berichten oder einfach mal ins Büro zu kommen. Stellen Sie als Top-Manager daher immer wieder den eigenen Charakter auf den Prüfstand. Hierzu führe ich gerade eine Studie durch, welche bald auf dem Blog ausgewertet wird. Die Umfrage läuft von Mai bis August und findet sich hier.

Update: Aktuell ist diese vor der Veröffentlichung in der Zeitschrift für Organisationsentwicklung. Es wird denke ich im September ca. erscheinen.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/architektur-unternehmen-stadt-3188632/

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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