Die digitale Transformation ist mittlerweile State-of-Art im Mittelstand. So soll auch das Marketing vieler Unternehmen digitalisiert werden. Darunter wird oft der Einbezug von Online sowie Web 2.0 gesehen. Doch alleine mit dem Anlegen einer Facebookseite oder eines Blogs ist es nicht getan.

Ich blogge nun seit einiger Zeit und bin mittlerweile mit einigen mittelständischen Unternehmen regelmässig zum Austausch verabredet. Die Fragen sind oft recht gleich: So soll das Online-Marketing digitalisiert werden und Online-Kanäle neue Potentiale bieten. Ich möchte in diesem Artikel ein paar Tipps geben, was ich im Verlauf der letzten zwei Jahre lernen konnte.

Lesetipp: Agiles Marketing

Content Marketing und Blogging

Content Marketing bedeutet, dass Sie passiv mit spannenden Inhalten werben. Dies kann beispielsweise ein Blogartikel über die DSGVO im Mittelstand sein. Ein weiteres Beispiel kann ein Blogartikel über das Design des perfekten Lebenslauf sein. Wichtig ist, dass Sie spannende Inhalte bieten, welche Ihre Zielgruppe (Bewerber und Kunden) interessiert. In der Regel empfehle ich auf einem Unternehmensblog Artikel über Fachthemen zu schreiben. Ich erlebe selten, dass Themen rund um die Bewerbung bei Unternehmen zum Erfolg führen. Oft werden Bewerber aber durch Fachartikel auf Ihr Unternehmen aufmerksam.

Die Vorteile eines Blogs liegen klar auf der Hand: Sie präsentieren sich als Experte. Suchen Sie sich deshalb ein spezielles Thema aus und bloggen Sie viele Artikel dazu. Es macht wenig Sinn querbeet zu bloggen, weil Sie dann bei Google kaum ranken und Nutzer es lieben, wenn Sie alle Informationen zu einem Thema an einem Ort finden. Wichtig ist, dass Sie ihren Lesern zeigen: Das ist meine Kompetenz! Darin habe ich viel Expertise!

Lesetipp: Unternehmensblog

Ich erlebe bei erfolgreichen Blogs fast immer, dass die Mitarbeiter selbst bloggen und das Marketing bei Rechtschreibung und Ausformulierung hilft. So kann ein beschäftigter Senior Consultant zumindest Stichpunkte liefern, welche die Marketingabteilung zu einem Artikel formulieren kann.

Beispiele:

  • Ein Consultingunternehmen für Softwareentwicklung bloggt zu Java, C++ und agilen Methoden
  • Ein Produktionsunternehmen für Automative bloggt zu neusten Automobiltrends und Industrie 4.0
  • Ein Rechenzentrumsdienstleister bloggt zu Einsatz von Cloud

Social Media

Social Media ist weit verbreitet und mittlerweile hat wohl jeder Mittelständler mindestens eine Facebook Page. Das Vorgehen ist sehr einfach: Sie generieren Inhalte und posten diese auf den Netzwerken. Das können Sie per Hand oder mit einem Tool machen.

Ich habe ebenfalls lange mit Social Media experimentiert und glaube, dass auf jedem Netzwerk eine bestimmte Zielgruppe ihren Unternehmen folgen wird. Ich möchte Ihnen deswegen eine Aufschlüsselung pro Netzwerk geben. Ich habe mir genau 5 Netzwerke herausgesucht. Alle anderen finde ich nicht sonderlich sinnvoll für Unternehmen.

Beispiele:

  • Facebook und Instagram: Hintergrundinformationen und Darstellung des Arbeitgebers (Firmenfeiern etc.) – Zielgruppe Bewerber
  • Xing und LinkedIN: Branchennews und hilfreiche Artikel – Zielgruppe: Business und Kunden
  • Twitter: Ein Mix aus beiden mit Fokus auf aktuellen Branchennews – Zielgruppe: Business

Performance Marketing und Lead Generierung

Unter Lead Generierung versteht man eine messbare Reaktion eines Nutzers zu erzeugen. Beispielsweise haben Sie eine spezielle Webseite, welche eine 30 Tage Testversion eines Produkts anbietet. Alternativ kann dies auch eine Seite zur Generierung von Bewerbungen sein, auf welcher ein Bewerber einen PDF Lebenslauf hochladen kann. Es ist also eine recht simple Seite, welche nur ein Ziel hat: die Generierung eines Leads (also einer Reaktion).

In der Regel bewerben Sie diese spezielle Seite entweder in Social Media oder nutzen Google Adwords (Preis pro Klick). Ich habe auch einige Unternehmen gesehen, welche diese Seiten für die organische Suche SEO optimieren, allerdings hat das bei kommerziellen Angeboten oft wenig Erfolg.

Wichtig: Im Gegensatz zu einem Blog sind diese Seiten recht teuer, da Sie pro Klick zahlen. Schauen Sie also, dass Sie ein klares messbares Ziel haben, welches die Anzahl der Klicks darstellt und optimieren Sie die Seite von Zeit zu Zeit.

Beispiele:

  • Eine spezielle Seite mit Uploadfunktion für Lebenslauf (Fachkräftegewinnung)
  • Eine spezielle Seite für eine Software-Testversion (Kundengewinnung)
  • eine spezielle Seite zu einem bestimmten Thema (z.B. Datenschutz) mit Chatfenster oder Button: Kontakt aufnehmen (Kundengewinnung)

Fazit

In diesem Artikel habe ich kurz die Eindrücke der letzten Jahre zusammengefasst und bin auf drei Marketingmethoden eingegangen. Ich denke, dass alle drei sinnvoll und auch für Sie einen Versuch wert sind. Speziell am Anfang können Sie erstmal selbst ausprobieren und müssen nicht auf einen teuren Dienstleister zugreifen. Ich habe knapp ein Jahr gebraucht, bis mein Blog erste Besucher und Social Media Reichweite hatte. Es heißt also: durchhalten und nicht gleich aufgeben. Am Ende stelle ich Ihnen nochmal die wichtigsten Ziele der drei Methoden zusammen:

  • Content Marketing: Expertise zeigen (Image)
  • Social Media: Expertise bzw. Arbeitgebermarke (Image)
  • Performance Marketing: Kundenkontakte erzeugen (Leads)

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

1 Kommentar

  1. Maximilian Wolf antworten

    Sehr interessanter Artikel! Marketing ist das Fundament für Verkaufsabschlüsse – auch im Mittelstand. Da gibt es keinen Zweifel. Schwierig kann jedoch sein bei begrenzten Ressourcen (Zeit, Geld und Arbeitskräften) die richtige Balance zu finden.

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