Der Einkauf ist gemeinsam mit den anderen Kernfunktionen der Wertschöpfungskette Produktion, Logistik und Vertrieb extrem gefordert, sich auf das Auf und Ab der Märkte flexibel einzustellen. So sollten Unternehmen in einer komplexen Welt nicht nur auf die Bereinigung der Bilanzstrukturen, sondern vor allem auf kraftvolle und leistungswirtschaftlichen Agilität im Einkauf setzen. Prof. Dr. Komus stellt deswegen in seiner neusten Studie fest: Agile Methoden gewinnen in den Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Nicht nur in der IT-Entwicklung spielen Methoden und Prinzipien aus den Bereichen „Scrum“, „IT-Kanban“ und „Design Thinking“ eine immer gewichtigere Rolle. Vor dem Hintergrund von Herausforderungen und Chancen durch Digitalisierung, Globalisierung, Industrie 4.0 wird sich diese Entwicklung weiter verstärken.

Studie zum Thema agiler Einkauf

Zum Thema agiler Einkauf hat ein Team aus Koblenz gemeinsam mit Prof. Dr. Ayelt Komus eine Online-Umfrage im September und Oktober 2016 durchgeführt. Laut Angaben haben 160 Personen teilgenommen. Für die Studie wurden Fragebögen online an Unternehmen versendet und die Antworten anschließend vom Team um Prof. Dr. Komus ausgewertet.

Ergebnisse der Studie zum Thema agiler Einkauf

Insgesamt stellt Prof. Dr. Komus in seiner Studie fest, dass agile Methoden den Einkauf grundlegend verändern könnten und viele Unternehmen noch nicht optimal für Agilität im Einkauf eingestellt sind. Als Argumente liefert die Studie, dass agile Methoden im Einkauf noch weitgehend umbekannt sind bzw. ein vorsichtiges herantasten stattfindet. Insgesamt fassen die Autoren die Ergebnisse der Studie wie folgt zusammen:

  • Knapp drei Viertel der Befragten erwarten bei der Anwendung agiler Methoden grundlegende Veränderungen für den Einkauf.
  • Mehr als 85% der Befragten sehen sich als Einkäufer bezüglich agiler Methoden nicht gut aufgestellt.
  • „Akzeptanz der Veränderungen bei den Mitarbeitern im Einkauf“ wird von den Teilnehmern als die größte Herausforderungen bei der Weiterentwicklung des Einkaufs wahrgenommen.
  • Teilnehmer erwarten bei der „Abstimmung mit den Fachabteilung“ die weitreichendsten Veränderungen.
  • Teilnehmer erwarten die weitreichendsten Auswirkungen in den Bereichen, die Bezug zur Software- oder Produktentwicklung haben.
  • Für mehr als 60% der Befragten gleichen sich die Veränderungen und Herausforderungen von Industrie 4.0 und agiler Methoden.
  • Nur 6% der Befragten setzen sich derzeit aktiv und konstruktiv mit den Veränderungen durch Agile Methoden auseinander.

Empfehlungen und Fazit

Am Ende gibt Prof. Dr. Komus aufgrund der Studie einige Empfehlungen. So sollten den Einkauf Grundlagen der Agilität vermittelt werden und Agilität müsste außerdem im Kontext des Einkaufs besser definiert werden. Es ist also aktuell noch unklar was Agilität konkret im Einkauf bedeutet.

Die Studie ist sicherlich eine tolle Anregung für Einkaufsmanager, sich in einer komplexen Welt agiler aufzustellen und das Einkaufsmanagement zu verbessern. Grundlegend können agile Methoden aber im Einkauf sicherlich helfen und sollten bedacht werden. Nun liegt es also an Ihnen sich zu überlegen wie Sie Ihre agiler machen könnten.

Genderhinweis: Ich habe zur leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sofern keine explizite Unterscheidung getroffen wird, sind daher stets sowohl Frauen als auch Männer gemeint. Lesen Sie mehr dazu.

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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