Sie sind beruflich erfolgreich und haben erste Ziele erreicht? Nun möchten Sie die nächsten Schritte machen und planen schon fleissig? Sicher haben Ihnen auf den Weg zahlreiche Experten geholfen und Sie sollten überlegen ob Sie etwas zurück zugeben wollen und Ihre Kenntnisse an einen jungen Menschen als Mentor weitergeben möchten?

Was ist Mentoring?

Mentoring geht auf die historischen Wurzeln von Homers Odyssee zurück. Als Odysseus sich den Feldzug gegen Troja angeschlossen hatte und seine seine Heimat Ithaka verließ, bat er seinen Freund Mentor, die Erziehung seines Sohnes Telemach zu übernehmen. Dies war eine der ersten geschichtlichen Erwähnung des Mentorings.

Laut des Google ist Mentoring eine: Beratung und Unterstützung durch erfahrene Fach- oder Führungskräfte.

Vorteile des Mentor sein

Die Vorteile eines Mentoring sind vielfältig. Ich möchte Ihnen einige wichtige nennen, welche mich täglich motivieren.

  • Mentoring ermöglicht Ihnen etwas zurückzugeben. Es erzeugt ein sehr gutes Gefühl und ich glaube sowieso an Karma (spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung unweigerlich eine Folge hat): Wer viel Gutes tut, der bekommt viel Gutes zurück.
  • Mentoring schult Sie als Mentor. Sie können weiter üben, wie Sie aktiv und nicht passiv zuhören.  Dies ist eine sehr wichtige Eigenschaft und mach Sie zu einer noch besseren Führungskraft.
  • Mentoring erhöht Ihr Selbstwertgefühl. Vor allem in schweren Zeiten merken Sie, dass Sie wichtig sind und gebraucht werden.
  • Mentoring stärkt Ihre Fähigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen, auf- und auszubauen. Sie können noch weiter verbessern sich in andere hineinzuversetzen.
  • Mentoring hilft, Ihre Karriere zu reflektieren. Warum? Auf der einen Seite stellt der Mentee Ihnen vielen Fragen und auf der anderen Seite ermutigen Sie die Tipps, welche Sie den Mentee geben. Sie rufen sich wieder einiges ins Gedächtnis.
  • Sollten Sie keine Führungskraft sein, können Sie neue Mitarbeiter coachen und dadurch Ihre Skills zur Führung verbessern und dies auch als Argument im Mitarbeitergespräch nehmen.

Ablauf eines Mentoring

Das Mentoring läuft in der Regel eher so ab, dass Sie in den ersten Wochen mit dem Mentee einfach in lockerer Atmosphäre sprechen. Ich halte es immer sehr informell und der Mentee kann mir seine Frage stellen. Dies hilft meist ungemein weiter.

Die eher strukturierte Variante mit Protokoll und Ziele für das Gespräch habe ich probiert, finde es aber steif und gezwungen. ich fordere vom Mentee immer, dass er recht konkret weis, was er wissen möchte. In der Regel durchlaufen wir folgende Phasen:

  • Berufliche Ziele/Richtung definieren (1-5 Meetings)
  • Konkrete Schritte dorthin empfehlen, ausprobieren und gemeinsam reflektieren (5-15 Meetings) – Begleitung des Mentees
  • Wichtige Netzwerkpartner vorstellen (bei Bedarf)

Mein Tipp: Mentees sollten auf Sie zukommen. Schauen Sie einfach auf beruflichen Events oder im Büro nach geeigneten Kandidaten und bieten Sie indirekt ein Mentoring an.

So habe ich es gemacht

Ich selbst habe ab 2015 aktiv angefangen als Mentor. Ich wollte etwas zurückgeben und mich auch selbst reflektieren. Ich hatte selbst viele Mentoren und war sehr dankbar. Ich habe mir vorgenommen jeden Monat 1 Tag, also 8h dafür zu nutzen etwas zurückzugeben.

Angefangen habe ich mit Studenten in einem Karriereprogramm meiner Universität. Es gab von mir für ausgewählte Studenten ein Jahr Tipps zum Berufseinstieg im Consulting. Das mache ich bis heute noch.

Aufwand: Einmal pro Monat 2 Stunden Mentoring in einem Cafe.

Anschließend habe ich während der Promotion zahlreiche Bachelor- und Masterarbeiten betreut. So habe ich zahlreiche Studenten sozusagen gecoacht. Mittlerweile mache ich auch Telefontermine und helfe Studenten weiter. In diesem 1h Coaching helfe ich den Studenten bei einem ganz konkreten Problem. Es gibt i.d.R. keine Folgetermine.

Aufwand: Ca. 3h pro Woche per Telefon

Seit 2 Jahren bin ich selbst Führungskraft und helfen seit kurzem jungen Führungskräften bei den ersten Schritten. Ich treffe mich dazu mit den jungen Führungskräften auf Business Events und im Büro.

Aufwand: Ca. 3h pro Monat

Fazit

Der große Vorteil ist, dass Sie durch Mentoring viele Skills lernen und auch viel bei sich selbst reflektieren. Sie lernen noch standfester in der eigenen Rolle zu sein und wirken auch im Alltag Souveräner und steigen somit auch selbst schneller auf. Ich selbst investiere ca. 8h pro Monat für Mentoring, was genau 1 Arbeitstag ist. Ich denke, dass dies ein guter Richtwert ist.

Mein Tipp ist: Sie sollten andere Menschen als Mentor unterstützen aber auch weiterhin immer eigene Mentoren haben. Lesetipp: Mentor finden

Bildquelle: Geschäft Foto erstellt von pressfoto – de.freepik.com

Genderhinweis: Ich habe zur leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sofern keine explizite Unterscheidung getroffen wird, sind daher stets sowohl Frauen, Diverse als auch Männer sowie Menschen jeder Herkunft und Nation gemeint. Lesen Sie mehr dazu.

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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