“Sie sind ein sehr guter Mitarbeiter und sehr wertvoll für das Unternehmen. Für die Beförderung müssen Sie allerdings noch ein paar Jahre im Unternehmen sein. Wir besprechen das dann im nächsten Jahresgespräch.”

…sprach der Chef – und die geforderte Beförderung oder Gehaltserhöhung lies lange auf sich warten. Ich möchte im folgenden einige Tipps dazu geben, wie Sie Führungskräfte unter Handlungsdruck setzen.

Folgen fehlender Handlung von Führungskräften

Die fehlende Gehaltserhöhung ist laut einer Befragung von 1000 Arbeitnehmern der häufigste Grund (34 Prozent) für eine Kündigung. Laut der Studie hat nur jeder 5. Befragte eine Erhöhung bekommen und bei Beförderungen sieht es kaum anders aus. Nur 16 Prozent wurden intern vor einer Kündigung befördert.

Die Folge fehlender Handlungen von Führungskräften sind zahlreiche Kündigungen und damit Fachkräfteverlust.

Rationale und emotionale Einsichten

Ich möchte direkt limitieren, dass meine Tipps in diesem Artikel nur helfen, wenn Sie bereits sehr gute Arbeit leisten und der Vorgesetzte Sie unter rationalen Gründen schon befördern würde oder Ihnen das Gehalt erhöhen möchte aber es nicht tut.

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Diesen Zustand nennt man rationale Einsicht. Sie erfüllen alle Kriterien (interne Richtlinien) und leisten gute Arbeit. Die folgende Abbildung zeigt die zwei Arten der Einsicht.

Rationale und Emotionale Einsicht sind für eine Entscheidung wichtig

Rationale Einsicht ist folgenlos

Sie kennen das: wir essen Fastfood, sitzen am Wochenende gerne mal am PC oder gönnen uns eine Shisha. All diese Dinge sind schädlich und das ist uns rational auch bewusst aber wir tun es trotzdem, weil wir es emotional nicht einsehen.

Doch warum treiben dann trotzdem viele Menschen Sport oder ernähren sich bewusst? Dies geschieht aus emotionaler Einsicht, welche sich oft auf zwei Faktoren aufbaut:

  • Leidensdruck
  • Positive Perspektive (Hoffnung)

Sie müssen also bei einer emotionalen Entscheidung einen Leidensdruck und eine positive Perspektive sehen. Nun stellen sich zwei Fragen:

  • Ist eine Stelle lange unbesetzt oder ein Team ohne Führung, weil Sie nicht befördert sind (Leidensdruck)?
  • Können Sie den Vorgesetzten direkt unterstützen als Teamleiter und seine Abteilung verbessern (positive Perspektive)?
  • In leicht veränderter Form sollten Sie also auch deutlich machen, was Ihr Leidensdruck beim Gehalt ist und welche positive Perspektive sich bietet.

Es liegt nun an Ihnen diese Faktoren beim Vorgesetzten zu erwecken. Doch wie kann das gelingen?

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Finden Sie die positive Perspektive!

Eins ist klar: Es ist nicht genug, wenn Sie Leidensdruck aufzubauen. Sie sollten sich ebenfalls selbst als glaubhafte positive Perspektive präsentieren. Ich gebe Ihnen ein paar ausgewählte Beispiele in der folgenden Tabelle.

Ich habe bewusst darauf verzichtet, dass die Drohung einer Kündigung in manchen Organisationen anscheinend auch oft ein Mittel zur Beförderung ist. Allerdings befürworte ich das nicht.

Mittel und Beispiele für Leidensdruck und positive Perspektiven

Fazit: Vom Bewusstsein zum Handeln

So wichtig das Wecken des Leidensdruck ist und auch das anschließende das Verdeutlichen der positive Perspektive, müssen Sie auch immer wieder nachfragen, ob Ihre Führungskraft schon ins handeln gekommen ist.

Mein Tipp ist auch selbst zu recherchieren. Finden Sie zuerst heraus wie Beförderungen oder Gehaltserhöhungen durchgeführt werden. Ich erlebe oft drei Arten:

  • Beförderungen bzw. Gehalt werden unregelmäßig durchgeführt: Oft im Mittelstand bedingt durch Wachstum oder gewisse Ereignisse.
  • Der Chef hat Freiraum: Der Chef darf recht frei entscheiden oder einen großzügigen Rahmen vorgegeben.
  • Beförderungen/Gehalt folgen einen festen Schema: Es gibt feste Pläne und Programme, welche Sie absolvieren müssen (z.B. Konzerne)

Nun begleiten Sie die Führungskraft im Prozess (fragen nach Teilergenissen z.B. Antrag bei HR schon gestellt etc.) und bleiben hartnäckig dran!

Bildquelle: Geschäft Foto erstellt von katemangostar – de.freepik.com

Genderhinweis: Ich habe zur leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sofern keine explizite Unterscheidung getroffen wird, sind daher stets sowohl Frauen, Diverse als auch Männer sowie Menschen jeder Herkunft und Nation gemeint. Lesen Sie mehr dazu.

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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