Als ehrgeiziger (Young) Professional möchte man schnell aufsteigen und sicherlich auch lieber gestern als heute eine Management Position einnehmen. Auch ich selbst habe mich sehr früh für den Weg des Managements entschieden und mir schon im ersten Semester meines Studiums überlegt wie ich schnell in eine solche Position kommen kann und vor allem wie kann ich gut dafür werden?

Ich möchte meine Geschichte erzählen und anschließend auch ein paar Ergebnisse aus meinen Assesment-Center zu Führungskraft ehrlich aufzeigen. Besonders bei der Bewerbung für eine Stelle als z.B. Abteilungsleiter messen Sie sich als 30 Jähriger mit Menschen, welche 20 Jahre älter sind. Sie müssen also versuchen in nur 5 Jahren Berufsleben 20 Jahre aufzuholen. Doch wie geht das?

Vorbereitung der Führungskarriere beginnt früh!

Schon während des Studiums habe ich mich auf Management spezialisiert und das Management als Handwerk erlernt. Ich habe dazu 5 Jahre lang Vorbereitungen getroffen, welche ich im folgenden auflisten möchte.

Lesen und Üben

Was Sie in der Studienzeit tun können ist erste Erfahrung in Vereinen oder wie bei mir als Vorsitzender der Studentenvertretung zu sammeln und viele Bücher zu lesen. Sie können schon die gesamte Management-Literatur, welche sich im Grundsatz erstmal kaum ändert lesen. Anschließend sollte auch die Masterarbeit in diese Richtung gehen und eventuell auch wie bei mir eine Doktorarbeit. Lernen Sie Management wirklich als Handwerk – es ist kein Privileg sondern eine Disziplin, welche man erlernen kann.

Lesetipp: Literaturanalyse

Mentoren suchen

Anschließend suchen Sie sich Mentoren – am besten, welche die aktuell selbst Manager sind. Dazu gibt es auch Programme an der Universität (Buddyprogramme). Nun fragen Sie diese Personen ganz offen: “Würdest du mich zum Teamleiter machen und warum nicht?” – die Antwort auf meine Frage war für mich sehr erschreckend und habe mir das Feedback genau aufgeschrieben.

Lesetipp: Mentoren finden

Manager beobachten

In meiner Stelle als Werksstudent hatte ich dann auch die Gelegenheit Manager zu beobachten. Wie arbeiten diese – was machen Sie gut und was machen sie schlecht? Was unterscheidet diese Personen von anderen Menschen? Ich war außerdem anschließend in einer Management-Beratung und ebenfalls sehr nah an Managern.

Lesetipp: Weg vom Angestellten Mindset

Suchen Sie sich neue Führungsmethoden

Wichtig ist, dass sie verstehen, dass Management und Führung auch ein Handwerk wie Programmierung etc. ist. Sie können es also lernen. Problem wird immer sein, dass man Ihnen vorwirft, dass Sie keine Erfahrung haben. Dann lernen Sie einfach so neue Konzepte, dass man gar keine Erfahrung darin haben kann, weil diese zu neu sind.

Besonders etablierte Manager tendieren dazu sich wenig weiterzubilden. So können Sie mit transformaler Führung und partizipativen Ansätzen sich absetzen. Versuchen Sie auf der einen Seite zwar ein wenig wie etablierte Führungskräfte zu werden aber setzen Sie sich durch neue Konzepte ab. Am Ende müssen sie klar als junge und moderne Führungskraft rausstechen. Im Bewerbungsgespräch steht dann die Wahl zwischen den etablierten Manager mit eher traditionellen Ansätzen und den experimentellen Ansatz mit Ihnen und neuen Methoden.

Üben Sie wichtige Fähigkeiten und Skills

Üben Sie außerdem Skills, welche eine Führungskraft können muss – Präsentieren und Sprache sind wichtig. Weiterhin ist Gespräche führen, Strategien aufbereiten sowie Prozessmanagement wichtig. Sie müssen in diesen Punkten richtig gut sein! Auch die Auffassungsgabe muss Blitz-Schnell sein! Etablierte Führungskräfte rosten oft ein – Sie können sich hier absetzen. Wirken Sie fitter, vitaler und frischer! Die notwendigen Skills sind:

  • Kommunikation und Präsentation
  • Kundenorientierung
  • Zusammenhalt und Motivation fördern
  • Reflexion der eigenen Persönlichkeit
  • Empathie
  • Verantwortung übernehmen

Die Bewerbung: Jetzt wird es ernst!

Nun war es soweit – Sie starten die ersten Bewerbungen als Führungskraft in anderen Unternehmen oder intern im Unternehmen. Nun wird zwischen Ihnen und anderen Bewerbern verglichen – der Unterschied: Sie sind 15 Jahre jünger. Doch wie setzen Sie sich durch? Ich habe zwischen 2017 und 2021 mehrere Assesment-Center gemacht und fasse hier ein paar Aussagen zusammen.

Es ist wichtig Führungskräfte sehr sorgfältig auszuwählen – eine Studie zeigt, dass Führungskräfte sonst die wahren Produktivitätskiller sind: “Die meisten Mitarbeiter machen nur Dienst nach Vorschrift. Nur 15 Prozent der Leute sind mit Hand, Herz und Verstand bei der Arbeit. Das Gros der Mitarbeiter will in erster Linie unauffällig sein: 70 Prozent der Beschäftigten sind emotional gering gebunden und machen lediglich Dienst nach Vorschrift.” sagt die Wirtschaftswoche! Hierfür wurden in einer Studie über 1.400 Mitarbeiter befragt. Die Ergebnisse sind, dass nur jeder 5. seine Führungskraft gut findet und sich motiviert fühlt. Auch dies spornte mich an: Ich wollte es besser machen!

Typische Übungen: Präsentationsskills, Rollenspiel, Gruppendiskussion und Selbstpräsentation

Es gibt im Assesment verschiedene Übungen – ich möchte auf jede kurz eingehen und Tipps geben – anschließend zeige ich im nächsten Absatz ein paar Zusammenfassungen auf den Ergebnisses meines Assesment-Centers. Machen Sie auf jeden Fall auch ohne Chance an Assessment Centern mit: Sie erhalten wertvolles Feedback.

In der Selbstpräsentation ist es wichtig, dass Sie Vision zeigen. Meine ist z.B. “Ich möchte die Ideen des Unternehmens konkret machen und gemeinsam mit Experten aktiv an der Umsetzung mitwirken.” Zeigen Sie sich als aktiver Gestalter des eigenen Lebenslauf – zeigen Sie wie sich seit Jahren auf die Führungsposition vorbereiten und sagen Sie auch, dass es Ihnen nicht wichtig ist Chef zu sein sondern Ihnen auf Aufgaben Spaß machen.

Im Rollenspiel ist es wichtig eine klare Struktur einzunehmen und aktiv zuzuhören. Stellen Sie die richtigen Fragen. In der Gruppendiskussion empfehle ich immer gerne, dass Sie sich als Moderator positionieren. Fassen Sie auch regelmässig die Diskussion zusammen. So zeigen Sie sich als Führungskraft. In der Präsentation empfehle ich viele Stilmittel zu verwenden und auch Storytelling.

Lesetipp: Storytelling

Meine Ergebnisse verschiedener Assessment-Center

Nun bleibt die Frage: Was hat es mir gebracht die Vorbereitung? Diese Frage kann oftmals nur eine Bewerbung und/oder ein Assessment Center beantworten. Bin ich durch die Vorbereitung und die Berufserfahrung im Consulting gut genug für eine Führungsposition?

Natürlich sind Assessment Center nur Moment-Aufnahmen und man kann diese sicherlich manipulieren – aber darum ging es mir nie. Ich wollte objektives und wahres Feedback zu meiner Person. Ich will mich verbessern – weswegen mein Feedback im Assessment mir wirklich immer weitergeholfen hat. Ich zeige im folgenden was bei mir als gut und was als Lernfeld im Assessment erkannt worden ist.

Was war gut?

Besonders gut ist, dass ich im Assessment-Center eine transformationale Führung an den Tag legen konnte. Diese Art der Führung wird gerne auch im Zuge der Agilität als sehr erfolgsversprechend genannt. In Zeiten von Digitalisierung, demografischem Wandel und virtuellen Teams ist es wichtig, der steigenden Komplexität durch erhöhte Selbstorganisation zu begegnen. Meine Erfahrung zeigt: Selbstorganisation braucht Führung – eine Führung, die den notwendigen Freiraum zur Entfaltung von Kreativität und Leistungsbereitschaft, aber auch Leistungserbringung und Steuerbarkeit gewährleistet.

Eine zweite Stärke ist die Präsentation und Kommunikation. Besonders hier können sich junge Menschen gut absetzen. Gute Powerpoints, klare bildhafte Botschaften und eine eloquente Sprache sowie die Technik Storytelling machen den Unterschied – weiterhin konnte ich laut des Assessments alle Stilmittel wie Rhetorische Fragen, Ich-Botschaften, aktives Zuhören und Einbezug der Zuschauer sinnvoll nutzen.

Eine dritte Stärke ist die Motivation und das Fördern von Zusammenhalt. Hier habe ich besonders stark den Mitarbeiter einbezogen. Es fordert auf jeden Fall Empathie und man kann als junger Mensch durch Gespräche mit etablierten Managern und aktives Zuhören von Mitarbeitern lernen.

Eine vierte Stärke war die Kunden- und Servicequalität. Besonders durch meine Zeit bei IT-Dienstleistern lernt man dies denke ich sehr gut und gerade Kunden- und Servicequalität sind zentrale Bestandteile von Agilität. Merken Sie sich einfach: Der Kunde zahlt mein Gehalt – seine Wünsche sind ein Geschenk!

Was sollte ich noch lernen?

Bislang hat hatte jedes Assessment nahezu die gleiche Empfehlung nur in anderen Worten. Ich war auch ehrlich gesagt bis vor 3 Wochen noch nicht ganz sicher was ich davon halten soll. Ich würde durch den transformationalen Führungsstil Menschen nicht richtig steuern können und auch Menschen nicht in die Verantwortung nehmen können. Deswegen wurde mir vorgeschlagen einen transaktionalen Führungsstil zu erlernen – Command and Control – mein absoluter Gegner.

Ich hatte viele Argumente dagegen und habe mich dazu viel mit Mentoren abgesprochen – nichts überzeugte mich, dass dieser Stil erfolgsversprechend sein soll – vor allem ergibt die Suche bei Amazon nach transaktionalen Führungsstil nur Bücher mit Kritik oder Bücher von 1970. Dennoch merkte ich, dass nicht jeder Mitarbeiter sich immer motivieren lässt und auch Menschen aus der Reihe tanzen – es bleibt also doch noch wichtig ab und zu Command and Control einzusetzen. Ich war also überzeugt.

Ich habe nun einen älteren Manager als Mentor und erlerne auch etwas von diesem Stil um das Portfolio meiner Führungsmethoden zu erweitern. Wenn es mir zahlreiche Mentoren und auch unabhängige Gutachten bestätigen – dann bin ich gerne bereit dies in den nächsten 2-3 Jahren besser zu erlernen.

Hat sich die Vorbereitung gelohnt?

Nun bleibt die Frage: Hat es sich gelohnt und war die Vorbereitung gut genug, dass ich eine solche Stelle antreten kann? Ich würde sagen Ja! – nach bereits 2 Jahren im Job war ich fachliche und nach 4 Jahren mit 29 Jahren schon disziplinarische Führungskraft. Nach einem Jobwechsel Anfang 2021 konnte ich sogar weiterhin die diziplinarische Verantwortung behalten.

Generell war das Feedback, dass ich viele Fähigkeiten sehr professionell beherrsche – man merkt, dass ich viele Bücher gelesen habe und alles wirklich gelernt habe – Hands-On erkannt man bei mir kaum. Es steht alles auf fundierten Wissen über Management und Führung. Das hat mich sehr stolz gemacht!

Was mir fehlt ist die Erfahrung – doch diese werde ich jetzt sammeln. Es gilt für mich weiter zu wachsen und meinen Weg konsequent weiter zu verfolgen. Ich bin dankbar für das viele Feedback und werde es weiterhin fleissig umsetzen.

Vorbereitung ersetzt Erfahrung nicht aber es verschafft Vorteile

Ich glaube, dass es sich meine Vorbereitung gelohnt hat hat. Die Vorbereitung ersetzt Erfahrung nicht aber Sie können sich im Assessment als Nachwuchs-Führungskraft besser absetzen. Auch das zahlreiche Wissen hat sich als USP gezeigt: Moderne Teams müssen oft mit hoher Abstraktion und Methodenkenntnis geführt werden müssen. Gerade Führungskräfte mit langer Erfahrung, die sich als „Praktiker“ definieren, führen oftmals mit einer ausgeprägten Hands-on-Mentalität, die gerade mit steigender Komplexität zu einer Überforderung der Führungskraft führt und sie zum Bottleneck machen kann.

Man kann Erfahrung mit neuen Methoden übertreffen

Im Fazit konnte ich mich in vielen Fällen sogar von der Punktzahl von deutlich älteren Managern absetzen. Ich denke, dass alleine die Tatsache zeigt, dass man als junger Mensch unbedingt eine solche Stelle will. Für mich gilt sowieso: Gerade als jüngerer Bewerber muss ich 200% soviel Gas geben und zeigen, dass ich es will! Niemand läuft einen Marathon ohne ausreichendes Training! Auch Sie nicht!

Generell haben mir die Assessments sehr geholfen um zu Wissen was und wie Entscheider denken. Natürlich kann man über alles streiten aber am Ende gilt es die Entscheider zu überzeugen. Ich fand das Feedback aus allen Assessments sehr wertvoll und habe es mir immer ausgedruckt und sehr oft – auch Monate später gelesen.

Fazit

Es ist nicht leicht Führungskraft zu werden und es gilt sich sehr gut vorbereiten. Sie müssen als junger Mensch viel aufholen und schnell sein. Durch eine gute Vorbereitung und Mentoren können Sie zum Jobeinstieg schon gut ausgebildet sein. Anschließend gilt es Skills aufzubauen und im Assessment durch neue Ansätze zu glänzen.

Natürlich ersetzt dies nicht jahrelange Erfahrung aber diese kann man nur machen wenn man als junger Mensch eine Chance bekommt es auch umzusetzen. Ich weis nicht ob ich es besser oder schlechte als erfahrene Manager mache aber meine Mitarbeiter arbeiten gerne bei mir und ich denke, dass das die Hauptsache ist.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/person-mann-m%C3%A4nnlich-pendeln-731492/

Genderhinweis: Ich habe zur leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sofern keine explizite Unterscheidung getroffen wird, sind daher stets sowohl Frauen, Diverse als auch Männer sowie Menschen jeder Herkunft und Nation gemeint. Lesen Sie mehr dazu.

Rechtschreibung: Ich führe diesem Blog neben dem Job und schreibe viele Artikel in Bahn/Flugzeug oder nach Feierabend. Ich möchte meine Gedanken und Ansätze als Empfehlungen gerne teilen. Es befinden sich oftmals Tippfehler in den Artikeln und ich bitte um Entschuldigung, dass ich nicht alle korrigieren kann. Aber Sie können mir helfen: Sollten Sie Fehler finden, schreiben Sie mich gerne an! Lesen Sie mehr dazu.

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Autor

Ich blogge über den Einfluss der Digitalisierung auf unsere Arbeitswelt. Hierzu gebe ich Inhalte aus der Wissenschaft praxisnah wieder und zeige hilfreiche Tipps aus meinen Berufsalltag. Ich bin selbst Führungskraft in einem KMU und Ich habe berufsgeleitend an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management meine Doktorarbeit geschrieben.

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