Wer einen Chefsessel anstrebt, muss früh Gas geben und gleich nach dem Studium im Job durchstarten. Das weiß aus eigener Erfahrung jeder erfolgreicher Manager.

Doch den Karrierezenit erreicht, verspüren viele Führungskräfte das Bedürfnis, es wieder stressfreier zu haben. Man will mehr Zeit für Familie und Hobbys haben, die Work-Life-Balance gewinnt an Bedeutung.

Zudem gilt auch in der Berufswelt das Darwins Gesetz: Die jüngeren und stärkeren beanspruchen für sich immer mehr Platz, während man selbst älter wird und dem alltäglichen Stress nicht mehr so gut standhalten kann.

Die höchste Zeit, neue Wege zu wagen! Zum Beispiel von der Führung in den Beraterstab wechseln. Auch ich habe aktuell einen sehr stressigen aber coolen Job als Führungskraft. Doch auch ich denke nach, ob ich mit Ü50 diesen Job noch stemmen kann.

Ab 50 fallen die Gehälter

Die aktuellen Gehaltsstudien bestätigen: Wer Karriere und das große Geld machen will, muss sich beeilen. Denn der schnellste Aufstieg auf der Karriereleiter findet nämlich in den ersten 10 Jahren statt. Ebenso werden die höchsten Gehaltssprünge zwischen 30. und 40. Lebensjahr gemacht. Es hängt unter anderem damit zusammen, dass zu diesem Alter meistens die Entscheidung fällt, ob man Führungspositionen und Personalverantwortung übernimmt.

Die Verdienstkurve verläuft aber nicht lange aufwärts. Wie die Auswertung von 250.000 Datensätze zeigt, wird bundesweit das Maximalgehalt bei 58.539 Euro durchschnittlich schon mit 52 Jahren erreicht. Danach sinken die Gehälter. Und das nicht nur in Deutschland. Eine Studie des US-amerikanischen Anbieters für Gehaltssoftware Payscale aus dem Jahr 2019 hat ergeben, dass auch in den USA Manager in den 50. verdienen am meisten.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Chefärzte zum Beispiel sind auch im höheren Alter auf der Verdienstskala ziemlich oben. Oder Wissenschaftler, die habilitieren und erst viel später ihre Berufspläne verwirklichen. Auch Top-Manager mit Personalverantwortung für viele Beschäftigte können sich hohen Gehalts praktisch bis zum Ende ihrer Berufslaufband erfreuen.

Trotzdem: Ab 50. Lebensjahr sind große Karriere- und Gehaltssprünge kaum möglich. Viele gehen dann von stressigem Vollzeitjob in Teilzeit oder wechseln den Arbeitgeber. Warum aber nicht im eigenen Unternehmen Berater werden?

Bilden Sie Manager aus!

Durch ihre Lebenserfahrung und viele Jahre im Beruf haben Führungskräfte zu ihrem 50. Lebensjahr wertvolle Erfahrungen gesammelt, Kenntnisse und Fähigkeiten erworben, die ihre jüngeren Kollegen nicht haben. Sie besitzen Autorität und genießen großen Respekt im Unternehmen. Eine perfekte Grundlage, um Berater zu werden und Nachwuchsmanager auszubilden.

Bei ihrem Aufstieg zu Top-Managementebene benötigen junge Führungskräfte nicht nur Durchhaltevermögen, sondern auch erfahrene Mentoren und Ausbilder. Und wer kann die Führungskompetenzen besser vermitteln, wenn nicht einer, der selbst Karriere als Top-Manager gemacht hat?

Diese Entscheidung erfordert viel Mut und Weitsicht, die Rechnung geht aber auf. Führungskräfte, die zum Beraterstab gewechselt haben, betonen, dass ihr Leben viel stressfreier geworden ist und trotzdem mit Sinn erfüllt. Sie empfehlen, diesen Schritt rechtzeitig zu machen. Anstatt auf der Stelle zu treten und immer öfter von jüngeren überholt zu werden, lieber rechtzeitig saubere Übergabe zu machen und neue verantwortungsvolle Funktionen zu übernehmen.

Ausbildung neuer Generation von Managern, das Vermitteln von Führungskompetenzen ist in fachlicher und persönlicher Hinsicht eine große Herausforderung und wichtige Aufgabe. Sie setzt Erfahrung, persönliche Kompetenzen, methodisches Wissen und gute kommunikative Fähigkeiten voraus.

Wenn die eigene Karriere voranzutreiben immer schwieriger wird, muss man also einfach Perspektive wechseln und die Richtung der persönlichen Entwicklung verändern. Für neue Herausforderungen bereit sein und von Führung zum Beraterstab wechseln.

Fazit

Zwar bedeutet ein höheres Alter nicht automatisch einen Karrierestopp, die Chancen auf weitere Beförderungen sinken jedoch mit der Zeit deutlich. Gleichzeitig wird nach langen und harten Jahren Arbeit mehr Wert auf eine Work-Life-Balance gelegt. Sich rechtzeitig den veränderten Umständen anzupassen und die berufliche Rolle neu zu definieren, ist enorm wichtig.

Fach- und Führungskräfte über 50 bringen jede Menge Erfahrung und Kompetenz mit und können in Ausbildung und Beratung junger Manager eine neue berufliche Erfüllung finden. Indem man ein Unternehmen als komplexen Organismus versteht, kann man Generationenwechsel mit gesundem Kreislauf vergleichen. Eine Schnittstelle zwischen den Generationen zu werden und Förderung sowie Ausbildung von jungen Führungskräften zu übernehmen, ist eine ehrenwerte Aufgabe für ältere Beschäftigte.

Ich werde schauen was ich in 20 Jahren tun werde. Auch ich bin dann 50 Jahre – vielleicht werde ich auch Berater oder nutze mein nebenberufliches Engagement an der Universität und bilde Studenten aus. Es wird sich zeigen!

Image: https://pixabay.com/de/photos/frau-silhouette-sonnenuntergang-570883/

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Autor

Ich blogge über den Einfluss der Digitalisierung auf unsere Arbeitswelt. Hierzu gebe ich Inhalte aus der Wissenschaft praxisnah wieder und zeige hilfreiche Tipps aus meinen Berufsalltag. Ich bin selbst Führungskraft in einem KMU und Ich habe berufsgeleitend an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management meine Doktorarbeit geschrieben.

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