Generell ist die Theorie meist definiert als (wissenschaftlich) begründete Konzepte und Tatsachen, welche etwas in der Praxis durch abstrakte Rahmenwerke oder Hypothesen erklären. Ein Theoretiker ist ein Mensch, welcher sich mit einem Thema gut auskennt und meist viele Bücher und theoretische Konzepte dazu gelesen hat.

Generell ist es immer gut die Theorie hinter gewissen Abläufen zu kennen und auch offen für neue Ansätze aus der Wissenschaft zu sein. Doch ein Theoretiker zu sein kann auch verleiten, dass man zu lange ins Denken verfällt und weltfremde Lösungen entwickelt. Theoretiker zeichnen sich in der Praxis meist durch folgende Sätze aus:

  • Hierzu gibt es Ansätze aus der Wissenschaft, welche XY besagt.
  • Das ist nicht der eigentlich Standard – Autor XY empfiehlt dies zu machen
  • Es ist schon lange durch Studien belegt, dass wir XY genau so machen sollten.

Der Fachmann/frau aus dem Elfenbeinturm

Oft sagt man über Theoretiker, dass diese in einem Elfenbeinturm leben und weltfremd sind. Doch woher kommt die Redewendung? Generell wurde der Elfenbeinturm in der Literatur als Metapher für Abgeschiedenheit von der tatsächlichen Realität des Lebens genutzt. Es steht für einen unberührten Ort und ein Symbol der Einsamkeit. Konkret also: es bezeichnet einen Künstler, welcher in seiner eigenen Welt lebt und seine Kunde nur für sich selbst macht.

Der Begriff geht auf den Schriftsteller Charles-Augustin Sainte-Beuve (1837)  zurück, welcher damals Alfred de Vigny (sehr bekannter Schriftsteller aus Frankreich der Romantik) als weltfremd bezeichnete und ihn ein Gedicht widmete. In diesem Gedicht lebte Vigny in einem Elfenbeinturm fernab von der Welt. Einige Jahre später als der Künstler Vigny seine Romane veränderte schrieb Sainte-Beuve: „Er hat den Elfenbeinturm verlassen!“ und schaffte somit diese Redewendung.

Vorteile des Theoretiker

Der Theoretiker ist das Gegenteil des Praktiker. In der Regel hat er umfangreiches Wissen, welches er theoretisch erworben hat und kennt die Ereignisse im Idealzustand. Er ist meist sehr offen für neue Erkenntnisse, allerdings nur aus der Theorie. Er kann viel beitragen und spannende Ansätze sowie Lösungen liefern. Auch abstraktes Denken und Innovationen liegen in seinem Fokus.

Nachteile des Theoretiker

Wogleich der große Vorteil des Theoretikers im Wissen liegt, resultiert hier auch der große Schwachpunkt. Es ist viel Wissen vorhanden doch es mangelt an der Umsetzung dieses Wissens. Ein praktisches Beispiel wäre ein Mechanik-Student, welcher den Durchschlagsmoment eines Nagels berechnen, aber diesen in keine Wand schlagen kann.

Der Theoretiker in der Führung

In der Führung ist der Theoretiker oftmals mit Konzepten gewaffnet. Doch Führung kann nicht aus einem Buch gelernt werden – wenn gleich Strategien und Guidelines für den Anfang sehr gut helfen.

Oftmals merke ich, dass beim Theoretiker der Bezug zu anderen Teams fehlt. Der Fokus liegt auf der Umsetzung der Arbeit nach der Literatur doch viel zu wenig auf dem Feedback des Kunden und der Praxis (der anderen Teams). Der Theoretiker schottet sein Team und sich gerne ab und bildet seine eigene Welt im Elfenbeinturm.

THEORETIKER
Der Theoretiker ist manchmal etwas weltfremd!

Fazit

Es empfiehlt sich sich immer selbst zu reflektieren und die richtige Waage zwischen Praktiker und Theoretiker zu finden. Natürlich ist schnelles und effizientes Handeln wichtig aber auch der Einbezug von vorhandenem Wissen und die Erweiterung des eigenen Horizonts ist wichtiger Aspekt. Ich würde mich niemals als Praktiker oder Theoretiker bezeichnen – sondern ich nehme das Beste aus beiden Welten.

Lese Sie gerne meinen Text zum Praktiker!

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Autor

Ich blogge über den Einfluss der Digitalisierung auf unsere Arbeitswelt. Hierzu gebe ich Inhalte aus der Wissenschaft praxisnah wieder und zeige hilfreiche Tipps aus meinen Berufsalltag. Ich bin selbst Führungskraft in einem KMU und Ich habe berufsgeleitend an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management meine Doktorarbeit geschrieben.

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