Geschwindigkeit, Ortsflexibilität und Arbeit auf Distanz sind die aktuellen Auswirkungen und Chancen der Digitalisierung am Arbeitsplatz. Im diesem Artikel wird aufgrund der Aussagen meines Roundtables das Phänomen des Technostress erörtert. Ich zeige, die von meinen Teilnehmern im Roundtable diskutierten möglichen Risiken im Zuge des Wandels am Arbeitsplatz.

Was ist Technostress?

Wikipedia sagt dazu: Technostress ist eine bestimmte Unterkategorie des Phänomens Stress. Technostress wird in alltäglichen Situationen verursacht, in denen es zu einer Überforderung des Benutzers durch neue technische Geräte oder Systeme kommt. Technostress ist eine Reaktion des Körpers auf die starke psychische Belastung welche durch die Technologie hervorgerufen werden kann. In vielen Weisen steht sie für den Widerstand gegen Veränderungen, welche neu eingeführte Technologien mit sich bringen.

Warum gibt es Technostress?

Alle Teilnehmer meines Roundtables geben an, dass in ihren Unternehmen ein hoher Anteil an Tools und neuen Technologien eingesetzt wird. Damit einhergehend bemerken die Teilnehmer Technostress durch eine Reizüberflutung sowie die ständige Erreichbarkeit. So ist der Konsens der Teilnehmer:

  • Massive Anzahl E-Mails, Benachrichtigungen und weiterer toolinterner Nachrichten oft zur gleichen Zeit
  • Oft läuft Kommunikation auf mehr als einem Kanal gleichzeitig (Benachrichtigung über Skype, dass eine E-Mail gesendet worden ist)
  • Viele der Anwesenden nehmen den Firmenlaptop mit nach Hause oder ins Wochenende
  • Ruhe und Freizeit leiden vor allem durch die Verschmelzung von Privat- und Firmensmartphone
  • Viele der Teilnehmer haben kein privates Smartphone und geben zu, im Urlaub E-Mails zu beantworten
  • Die Teilnehmer benötigen jedoch keine externe Hilfe sondern fordern, dass Mitarbeiter sich selbst schützen müssen

Doch wie zeigt sich eine solcher Technostress neben den üblichen Stresssymptomen? Es werden folgende Beispiele für Fokussierung genannt:

  • Früher wurde sich mehr Zeit für eine Aufgabe genommen, unterdessen werden heute oft während der Bearbeitung einer Aufgabe direkt neue Aufgaben vergeben
  • werden E-Mails oft nur in Kleinbuchstaben geschrieben und meist unvollständig gesendet, sodass mehrere E-Mail nachgesendet werden müssen

Fazit: Technostress am Arbeitsplatz

In der Zusammenfassung ist der Konsens der Teilnehmer, dass „der Faktor Mensch einfach nicht vergessen werden darf“ und es nicht reicht „nur irgendwelche Tools“ hinzustellen. „Man muss [die Mitarbeiter] sensibilisieren, muss sie abholen“, so die gemeinschaftliche Meinung der Teilnehmer. Im Fazit verdeutlicht einer der Teilnehmer nochmal die Aussagen zur Distanzarbeit: „Agilität kann eigentlich nur entstehen, wenn man sich gesehen hat. Denn, es macht einen Unterschied ob wir 1,5 Meter auseinander sitzen oder ob da ein Bildschirm dazwischen steht und die andere Person 500km weit entfernt sitzt.“

Lesetipps:

Genderhinweis: Ich habe zur leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sofern keine explizite Unterscheidung getroffen wird, sind daher stets sowohl Frauen, Diverse als auch Männer sowie Menschen jeder Herkunft und Nation gemeint. Lesen Sie mehr dazu.

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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