Seit einiger Zeit sehe ich immer wieder vermehrt Seminare zum Thema Achtsamkeit im Zeitalter der Digitalisierung. Doch was bedeutet das und brauchen wir solche Seminare?

Die Seminare befassen sich mit Stress im Kontext der Digitalisierung und erwähnen Worte wie Reizüberflutung, Technostress und Resilienz. Es geht darum ein gesundes Arbeitsleben unter den Einfluss der Digitalisierung zu führen.

Reizüberflutung

Reizüberflutung ist eine umgangssprachliche Metapher für einen angenommenen Zustand des Körpers, in dem dieser durch die Sinne so viele Reize gleichzeitig aufnimmt, dass sie nicht mehr verarbeitet werden können und beim Betroffenen zu einer psychischen Überforderung führen.” (Quelle Wikipedia).

Ein Beispiel der Digitalisierung ist die hohe Anzahl an Notifications durch Apps, E-Mails und die verschiedenen digitalen Kanäle. Beispielsweise erhalten manche Mitarbeiter E-Mails, Anrufe, Skype-Nachrichten und vieles mehr gleichzeitig. Dies kann zu einer Reizüberflutung führen.

Technostress

Technostress ist eine Reaktion des Körpers auf die starke psychische Belastung welche durch die Technologie hervorgerufen werden kann.” (Quelle: Wikpedia).

Auf der einen Seite geht es um die Veränderungen durch Technologie und auf der anderen Seite die dauerhafte und ständige Erreichbarkeit durch Technologie z.B. Firmenhandy und Laptop.

Resilienz

Resilienz ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. ” (Quelle Wikipedia).

Im Berufskontext erlebe ich den Begriff mittlerweile noch etwas anders. Es geht darum, dass Menschen selbst unter schweren Bedingungen wie z.B. einen stressigen Projekt gesund und erfolgreich sind. Die Mehrzahl der Seminare soll helfen solche Resilienz aufzubauen und dadurch Gesund im digitalen Zeitalter zu leben.

Brauchen wir das?

Als erstes habe ich mich gefragt ob wir solche Seminare brauchen und denke schon, dass es ein Risiko sein kann. Die Digitalisierung fordert mehr als zuvor eine Fokussierung und das ausblenden vieler Informationen. Auch verändert sich alles etwas schneller als vorher und die Fähigkeit: abschalten, Handy weglegen, Laptop aus,… wird immer wichtiger. Ich denke nicht, dass jeder ein Seminar braucht aber wir uns damit befassen sollten.

Lesetipps:

Agile Methoden gegen Stress

Mein Rezept ist die Einführung agiler Methoden in meinem Privatleben. Beispielsweise kann ein persönliches Kanban Board Stress reduzieren. Egal wieviele Aufgaben ich aktuell habe: alle kommen übersichtlich auf mein Kanban Board und ich arbeite eine nach der anderen ab. Ob dort 400 oder 30.000 Aufgaben stehen ist mir in diesem Moment egal.

In sehr stressigen Phasen nutze ich auch gerne Scrum und plane mir größere Aufgaben als Sprints ein z.B. mache ich diese Woche meine Steuer, gehe auf eine Usergroup und schreiben einen Fachartikel. Neue Aufabenpakete kommen dann einfach in die nächste Woche.

Weiterhin gibt es noch sogenannte Ad-Hoc Aufgaben, welche vom Top-Management kommen oder einfach eine hohe Prio haben. Dazu habe ich einige kleine Tipps, welche ich stichpunktartig aufliste:

  • Wenn ich viele Nachrichten erhalte, dann warte ich etwas und frage erstmal nach: Ist das noch relevant?
  • Wenn ich eine wichtige Aufgabe bearbeite, dann blende ich alles andere aus
  • Ich schaue, was ich delegieren kann
  • Ich frage nach der Wichtigkeit und ordne, falls möglich die Aufgabe in die nächste Woche ein
  • Egal wieviel Arbeit noch da ist, ich gehe Abends lecker Essen oder zum Sport um abzuschalten und morgen weiter daran zu arbeiten
  • Ich nehme meinen Urlaub sehr ernst (Digital Detox)

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Genderhinweis: Ich habe zur leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sofern keine explizite Unterscheidung getroffen wird, sind daher stets sowohl Frauen als auch Männer sowie Menschen jeder Herkunft und Nation gemeint. Lesen Sie mehr dazu.

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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