Für viele IT-Unternehmen gilt das klassische Credo “Der Kunde ist König”. Das bedeutet häufig, dass diese Firmen versuchen ihre Produktivität oder die Qualität ihrer IT-Produkte stetig zu optimieren. Allerdings sollte neben schnellen und guten Lieferbedingungen, auch die Beschaffenheit des Angebots nicht außer Acht gelassen werden. Denn für einen Erfolg des IT-Unternehmens geht es in aller erster Linie darum, richtig auf den Kunden zu reagieren. Das bedeutet, die Bedürfnisse und den Bedarf der eigenen Zielgruppe genau zu kennen und darauf gezielt einzugehen. Um dies zu realisieren bedarf es daher vor allem einem: einer effizienten IT-Produktorganisation.

Mit der starken Verbreitung von und dem wachsenden Verständnis für Agilität sowie der stetig zunehmenden Implementierung agiler Strategien, haben viele IT-Unternehmen bereits die Bedeutung und den Nutzen einer IT-Produktorganisation erkannt. Aber auch für jene Unternehmen, die gerade erst über die Einführung einer solchen IT-Produktorganisation oder einer agilen Produktkultur nachdenken, ergeben sich noch immer viele Benefits. Anhand von Best Practices anderer Firmen, hat sich dabei in den letzten Jahren insbesondere ein Standardschema zur optimalen Implementierung einer IT-Produktorganisation herausgebildet.

Wenn Sie noch mehr zum Thema agile Produkte und Agilität in Unternehmen erfahren möchten dann Lesen Sie doch auf folgende Artikel von mir:

Was bedeutet überhaupt “IT-Produktionsorganisation”?

Schön und gut die Theorie mögen Sie jetzt vielleicht denken! Aber was hat es eigentlich überhaupt mit dem Begriff auf sich? Bevor dieser Artikel Wege einer möglichen Integrierung aufzeigt, möchte ich Ihnen daher zunächst einmal das Verständnis für den Wert einer IT-Produktorganisation näher bringen.

Die Bedeutung einer IT-Produktionsorganisation

Viele Unternehmen besitzen Abteilungen mit dem Fokus auf das Produktmanagement. Häufig sind diese aber nur gering oder sogar garnicht mit der IT-Abteilung gekoppelt. Während letztere zwar durch die Implementierung agiler Methoden wie Scrum flexibel gehalten und hauptsächlich als Support-Abteilung angesehen werden, hat sie meist jedoch wenig Einfluss auf die Produktkultur innerhalb der Organisation. Viele Unternehmen verzichten sogar ganz auf das Management einer Produktkultur und verlassen sich in diesen Belangen stattdessen auf das Projektmanagement.

Dies hat oft zur Folge, dass Unternehmen zwar davon ausgehen kundenorientiert zu agieren, dies aber realistisch gesehen viel beschränkter umsetzen als möglich und für den Erfolg des Unternehmens nötig. Die Gründe für ein solches Verhalten reichen dabei von Top-down Zielsetzungen zu Bereichen wie der Kostensenkung über datenbasierte Entscheidungen bezüglich Wertschöpfung oder Marktentwicklung.

Zwar erkennen viele IT-Unternehmen die Profitabilität von agilen Methoden und lassen diese auch im Rahmen der IT-Abteilung in der Firma fördern und ausbauen, jedoch hat die Distanz dieser Abteilung zum Produktmanagement häufig eine Abschwächung dieser Maßnahmen im Bereich der IT-Produktionsorganisation zur Folge. Stattdessen bekommen extra angestellte Produktmanager das Kundenmanagement zur Aufgabe. Diese versuchen dabei in Form von Ressourcenmanagement Kundenanforderungen zu analysieren und abzuleiten. Infolgedessen ist die Entwicklung von Produkten allein von der Verfügbarkeit der Ressourcen abhängig. Dementsprechend orientiert sie sich weniger stark am Kunden selbst.

 Wie definiert sich eine IT-Produktionsorganisation?

Eine optimale IT-Produktorganisation setzt in erster Linie auf die Wünsche der Kunden. Sie legt den Fokus darauf ständig nachvollziehen zu können, welche Anforderungen der Kunde stellt. Aber auch welche neuen Produkte er sich wünscht oder welche er akzeptieren würde. Mit Einbeziehung dieser Parameter dreht sich daher bei einer IT-Produktorganisation alles um das Produkt selbst. Aspekte wie Kundennutzen oder User Experience tragen dabei maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens bei.

Grundsätzlich ist eine IT-Produktorganisation dabei in zwei bedeutende Rollen aufgeteilt:

  • den Chief Information Officer und
  • den Chief Technical Officer/ Vice President Product Development/ VP Engineering

Der Chief Information Officer agiert dabei als Leiter der IT-Organisation. Der Chief Technical Officer/ Vice President Product Development/ VP Engineering hat hingegen die eigentliche Produktentwicklungsorganisation zur Aufgabe.

Damit unterscheidet sich die IT-Produktorganisation maßgeblich von der traditionellen Produktorganisation. Bei letzterer werden nämlich normalerweise drei Rollen in den Bereichen Produktentwicklung, Produktmanagement und -design sowie Marketing implementiert.

IT-Produktorganisation aufbauen

Für den optimalen und effizienten Aufbau einer IT-Produktorganisation sollten Unternehmen folgende Schritte beachten:

  1. Aufgabenverteilung strukturieren

Unternehmen sollten zunächst eine Ordnung und eine Struktur in die Aufgabenverteilung innerhalb der Firma bringen. Dies basiert dabei stark auf der Einführung neuer Organisationsmodelle, die sich für eine effektivere Ausführung von Prozessen im Hinblick auf Kundenanforderungen einsetzen.

2. Rollen und deren Beschreibungen einführen

In Zuge dessen sollten außerdem Rollen wie Chief Information Officer und Chief Technical Officer/ Vice President Product Development/ VP Engineering eingeführt und deren Aufgaben und Pflichten genau herausgearbeitet werden. Durch diese Rollengliederung lassen sich Kompetenzen besser nutzen und klare Abgrenzungen implementieren.

3. Verantwortungsbereiche festlegen

Mit Hinblick auf die verschiedenen Rollen sollten aber auch die Verantwortungsbereiche genau bestimmt und definiert werden. Wenn jeder Ihrer Mitarbeiter weiß für welchen Bereich innerhalb der It-Produktorganisation er zuständig ist und welche Weisungsbefugnisse er besitzt, kann die interne Leistungsfähigkeit erheblich gesteigert werden.

4. T-Abteilung mit dem Produktmanagement und der -kultur verknüpfen

Schlussendlich müssen Unternehmen dafür sorgen die Mauer zwischen IT-Abteilung und Produktorganisation durchlässig, transparent und kommunikativ zu halten, so dass auch abteilungsübergreifend eine agile Produktkultur auf Basis von Kundenansprüchen entstehen kann.

Fazit

Durch die Implementierung einer IT-Produktorganisation kann ein Unternehmen seine generell Agilität steigern. Gleichzeitig kann es aber auch viel effizienter auf Kundenanforderungen reagieren. Das Festlegen von Rollen und deren Verantwortungsbereiche kann zudem die Motivation der Belegschaft fördern. dDies liegt darin begründet, dass Aufgaben und Zielsetzung klar definiert sind.

Auch wenn sich die Umsetzung einer IT-Produktorganisation vergleichsweise simpel anhört, gibt es viele Stolperfallen. IT-Unternehmen sollten daher insbesondere auf folgende Bereiche ihren Fokus setzen:

  • Zusammenarbeit mit dem Kunden: Nur wer mit und nah am Kunden arbeitet, kann dessen Wünsche, Anforderungen und den gezogenen Nutzen aus einem Produkt wirklich nachvollziehen.
  • Budget zur Beschaffung von Informationen sollte sinnvoll ausgegeben werden, um nicht am eigentlichen Kundenanspruch vorbei zu analysieren und falsche Schlüsse zu ziehen.
  • Rollen und deren Aufgaben lassen sich nicht auf jeden Mitarbeiter übertragen. Wählen Sie aus Ihrer Belegschaft jene aus, deren Charakter und Kompetenzen zu den jeweiligen Rollen passt und die ein Verständnis für Kundenansprüche sowie ein Verlangen für Problemlösungen besitzen.
Genderhinweis: Ich habe zur leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sofern keine explizite Unterscheidung getroffen wird, sind daher stets sowohl Frauen als auch Männer sowie Menschen jeder Herkunft und Nation gemeint. Lesen Sie mehr dazu.

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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