Jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland arbeitete im Februar 2021, laut einer aktuellen Studie des ifo-Instituts München, im Homeoffice. „Durch Corona wird sich die Nutzung und Akzeptanz von Homeoffice nachhaltig verändern. Inzwischen erwägt die Mehrheit der deutschen Unternehmen, Homeoffice-Möglichkeiten auch künftig verstärkt anzubieten“, sagt Dietmar Harhoff, Direktor am Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation. Eine weltweite Studie von Barco, einem Anbieter von Visualisierungs- und Kollaborationslösungen, ergab, dass eine hybride Arbeitswelt von den Befragten bevorzugt wird. Das ideale Gleichgewicht liege laut der Studie bei drei Tagen im Büro und maximal zwei Tagen pro Woche im Homeoffice. 15 Prozent der Befragten gaben in der Studie an, dass sie nach den COVID-19 Beschränkungen weiterhin Vollzeit im Homeoffice arbeiten wollen. Die andere Seite – die Sicht der Unternehmen – wurde von der IHK-Kurzumfrage „Home Office – neue Normalität oder zurück zur Präsenzkultur“ beleuchtet. Die Umfrage ergab, dass bei einem Viertel der befragten Unternehmen Homeoffice ein fester Bestandteil ihrer künftigen Arbeitsweise sein wird. 47 Prozent der Studienteilnehmer stimmten für eine hybride Arbeitswelt aus Präsenzarbeit und Homeoffice.

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Der persönliche Kontakt zu Kollegen fehlt

Flexiblere Arbeitszeitmodelle und Homeoffice ermöglichen es Beruf und Alltag besser zu vereinbaren. Arzt-, Bank- und Behördenbesuche sind problemlos in den Arbeitstag integrierbar. Der Hin- und Rückweg ins Büro und der damit verbundene Zeitaufwand wird gespart. Dennoch stellt die virtuelle Arbeitswelt Arbeitnehmer immer noch vor große Herausforderungen. Die Zusammenarbeit mit anderen Kollegen per Videochat fällt vielen schwer. Die aktive Mitarbeit in virtuellen Meetings sei auch nur eingeschränkt möglich, da es den Arbeitnehmern schwer falle virtuell etwas beizutragen. 45 Prozent der Barco Studienteilnehmer gaben an, dass sie es einfacher fanden, mit den Kollegen im Büro zusammen zu arbeiten, als per Videochat zu kommunizieren. Virtuelles Zusammenarbeiten erfordert eine klare Abstimmung über Ziele, Herangehensweisen und Rollen. Unsorgfältig geplantes Vorgehen kann zu Misskommunikation und Frust führen. Auch Informationsaustausch und Wissensmanagement sind über die Distanz herausfordernd. Der persönliche Austausch in der Kaffeeküche, in Meetings oder während der gemeinsamen Mittagspause fehle den meisten Befragten.

Verbesserte technologische Infrastruktur für einen produktiveren Arbeitsalltag erwartet

Arbeitnehmer, die darauf verzichten im Homeoffice zu arbeiten, obwohl sie es dürften, nennen als Hauptgrund eine mangelhafte technische Ausstattung oder Infrastruktur. Langsame, fehleranfällige Internetverbindungen sind hierbei die Hauptgründe. Insbesondere bei jüngeren Beschäftigten unter 30 Jahren kann die Ausstattung des Arbeitsplatzes im Homeoffice nicht mit der Ausstattung im Büro mithalten (IBA-Umfrage). Darüber hinaus wünschen sich die Studienteilnehmer der Barco Studie technologische Verbesserungen bei künftigen Meetings. 56 Prozent der Befragten sprachen sich für eine App zur Teilnahme an Video- und Telefonkonferenzen per Klick aus. Außerdem sind eine Weiterentwicklung der Spracherkennungstechnologien, Filter für Videokonferenzen und Kollaborationssoftware gewünscht, die den Arbeitsalltag zuhause erleichtern sollen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter, die Dienste zum Bearbeiten und Speichern von Arbeitsdokumenten durch mehrere Beteiligte ermöglicht. Auch diverse Videokonferenzanbieter haben bereits reagiert und bieten beispielsweise Hintergrundformatierungen an, um den Konferenzteilnehmern ein Stück Privatsphäre einzuräumen.

Hybride Meetings in formellen Meeting-Räumen bevorzugt

Ein fester Bestandteil der Arbeitswelt ist der Austausch in Meetings. Geschäftsreisende sind häufig tagelang unterwegs, Verspätungen und Staus erzeugen Zeitdruck und Stress. Im Rahmen der COVID-19 Maßnahmen kam es dann zum Stillstand. Viele Treffen waren in physischer Form nicht mehr möglich. Es etablierten sich die vorher oftmals verschmähten Online-Meetings per Videochat. Der Großteil der Barco-Studienteilnehmer gehen davon aus, dass die derzeit virtuellen Meetings zukünftig zu hybriden Treffen werden, bei denen ein Teil der Belegschaft virtuell und der andere Teil aus dem Büro aus teilnimmt. Dabei bevorzugen 75 Prozent der Befragten geplante Meetings gegenüber spontanen Treffen. Der größte Vorteil dieser Hybridlösung, liegt darin, dass teilweise stundenlange Anfahrten vermieden werden und bei Bedarf zusammengehörige Parteien direkt vor Ort gemeinsam auftreten. 50 Prozent der Befragten würden hierfür formelle Meeting-Räume bevorzugen. Der Trend der sogenannten Huddle Spaces (kleine Meetingräume für sechs bis acht Personen ausgestattet mit Sitzgelegenheiten und notwendiger Medientechnik) der vergangenen Jahre scheint durch die Pandemie ausgebremst. In kleinen Räumlichkeiten mit mehreren Kollegen zusammen zu arbeiten, erscheint den meisten für die nächste Zeit unattraktiv.

Die Zufriedenheit der Beschäftigten im Homeoffice ist derzeit weiterhin hoch. Der Anteil der Befragten, die sehr unzufrieden sind, stieg jedoch um vier Prozentpunkte auf acht Prozent im Vergleich zum März 2020. Es ist somit ein Abwärtstrend zu beobachten. Der Grund liegt laut aktueller Studien insbesondere in mangelhafter technischer Ausstattung und fehlendem persönlichen Kontakt zu den Kollegen. Die hybride Arbeitswelt ist somit ein neuer Trend, der die Vorteile der virtuellen Welt mit denen der analogen verbinden kann.

Lesetipp:

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/home-office-stuhl-schreibtisch-1575464/

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Autor

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