Ein Geschäftsmodell ist ein Konzept eines unternehmerischen Handelns und beschreibt den Nutzen und den Ertrag eines Betriebs. Besonders die Digitalisierung zeigt zahlreiche Chancen neuer Geschäftsmodelle. Ich möchte im folgenden deswegen zwei Studien vorstellen und den aktuellen Stand somit etwas untermauern. Diese Studien habe ich im Zuge meiner Forschungsarbeit untersucht.

Studie 1: Müller et al. 2016

Die erste Studie wurde von Müller et al. (2016) durchgeführt. Auf Basis einer Befragung von über 60 Unternehmen stellen die Autoren fest, dass vor allem neue Geschäftsmodelle mithilfe von Technologie hohe Investitionskosten erfordern und daher noch eher zögerlich durchgeführt werden. Laut den Studienteilnehmern sind solche Investitionen in digitale Geschäftsmodelle im Vergleich zu klassischen Investitionen deutlich schwerer zu genehmigen, zu bewerten, zu rechtfertigen und gelten generell als riskanter.

Neben den Kosten (50 %) werden folgende Aspekte als aktuelle Hindernisse für digitale Geschäftsmodelle genannt:

  • Fehlendes Personal und Wissen (38 %),
  • Keine Notwendigkeit (31 %) und
  • Keine Unterstützung im Management (30 %).

Laut der Studie besteht besonders in Unternehmen im KMU-Bereich aufgrund langer Lieferverträge mit Kunden oftmals eine geringere Notwendigkeit, digitale Geschäftsmodelle einzuführen. Weitere Hindernisse sind gesetzliche Rahmenbedingungen wie Datenschutz und oftmals Patentierungsmöglichkeiten. 

Dennoch versuchen Unternehmen aktuell, solche neuen Geschäftsmodelle umsetzen. Hervorzuhebende Ziele sind die Schaffung von Verfügbarkeit und die Individualität der eigenen Dienstleistungen im Hinblick auf die Kunden. Besondere Treiber sind:

  • Interne Ideen (57 %),
  • Profilierung im Markt (49 %),
  • Subventionen (46 %),
  • Partnerschaften (44 %) und
  • Fachkräfteverfügbarkeit (43 %).

Studie 2: IHK 2019

Eine weitere Studie wurde von der IHK (2019) im Raum Stuttgart durchgeführt. Befragt wurden knapp 300 Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern, deren Kernaktivität das Hervorbringen materieller bzw. physischer Produkte ist. 

Die wichtigsten Zielstellungen neuer Geschäftsmodelle sind laut den Teilnehmern:

  • Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen (41 %),
  • Kostenreduktion (30 %),
  • Neue Vertriebskanäle (26 %),
  • Qualitätssteigerungen (23 %) und
  • Neue Geschäftsfelder (24 %).

Exkurs: E-Commerce als Vertriebskanal

Besonders neue Vertriebskanäle sind weit verbreitet in der aktuellen Geschäftswelt. Ein Beispiel ist der eigene Onlineshop um Produkte auch im Internet zu vertreiben und in den E-Commerce Bereich einzusteigen. Doch was ist E-Commerce? E-Commerce ist die englische Form für den elektronischen Handel im Internet.

Zur Umsetzung greifen Unternehmen oft aufgrund fehlenden Know-How auf bestehende E-Commerce Lösungen zurück. Hierbei hilft oftmals eine E-Commerce Beratung oder E-Commerce Agentur. Oft sind diese aus der heimlichen Hauptstadt des E-Commerce Berlin.

Die Mehrheit sieht Kerngeschäft nicht bedroht

Generell sehen über zwei Drittel der Studienteilnehmer aktuell keine Bedrohung im Kerngeschäft durch digitale Geschäftsmodelle von möglichen Wettbewerbern und bewerten das aktuelle bestehende Geschäftsmodell im traditionellen Markt mit 80 % als wichtigste Einnahmequelle. Der Einsatz von neuen Geschäftsmodellen soll dennoch vorwiegend im traditionellen Markt des Unternehmens erprobt werden. Nur 20 % der Teilnehmer streben eine Erprobung eines neuen Geschäftsmodells in neuen Märkten an. Im Besonderen sollen die Technologien in den Bereichen Anbahnung von Geschäften, Betreuung von Kunden und Überwachung der Qualität von Services/Produktion eingesetzt werden (Abbildung).

Bereiche, die mithilfe von Technologien zur Optimierung von bestehenden Geschäftsmodellen dienen sollen (eigene Abbildung nach IHK 2019)

Fazit

Wie am Ende gesagt sehen 2/3 der Teilnehmer aktuell keine Bedrohung im Kerngeschäft durch digitale Geschäftsmodelle. Besonderer Fokus liegt aktuell auf der Nutzung des Traditionellen Geschäftsmodells unter neuen Vertriebswegen wie z.B. Onlineshops und neuer Kundenbetreuung wie z.B. Chats. Nur 20 % der Teilnehmer streben eine Erprobung eines neuen Geschäftsmodells in neuen Märkten an.

Quellen

Simon C. Müller, Markus Böhm, Marina Schröer, Alexander Bakhirev, Bogdan-Cristian Baiasu, Prof. Helmut Krcmar, P. I. M. W. (2016). Geschäftsmodelle in der digitalen Wirtschaft. Retrieved May 20, 2020, from https://www.econstor.eu/bitstream/10419/156641/1/StuDIS_2016-13.pdf

IHK-Stuttgart. (2017). Digitale Geschäftsmodelle. Retrieved May 20, 2020, from https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/ccp/2017/Lerch_et_al_2017_Digitale_Geschaeftsmodelle.pdf

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/unternehmer-idee-kompetenz-vision-1340649/

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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