Cloud Computing ist für mich definiert als die Verwendung von IT-Infrastruktur, um IT-Ressourcen über das Internet flexibel zur Verfügung zu stellen.

Um einen Überblick über das Thema zu erhalten stelle ich zwei Studien vor, welche ich im Zuge meiner Forschungsarbeit analysiert habe. In Studie 1 werden die konkrete Nutzung sowie Potenziale und Risiken von Cloud Computing untersucht. Studie 2 hat einen ähnlichen Fokus, womit die Ergebnisse der beiden Studien verglichen werden können.  

Studie 1: Konkrete Nutzung sowie Potenziale und Risiken

Die erste Studie ist der Cloud Monitor der Bitkom (2019) und basiert auf der Befragung von über 500 Unternehmen zu verschiedenen Aspekten. Die Studie zeigt, dass mehr als 70 % der befragten Unternehmen mittweile Cloud-Technologien erproben oder aktiv nutzen. Die Ergebnisse sind:

  • Cloud-Nutzer (73 %),
  • Cloud-Planer (19 %),
  • Cloud-Verweigerer (8 %).

Besondere Potenziale sind laut den Teilnehmern die Digitalisierung von internen Prozessen und Abläufen im Unternehmen, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und die Erprobung von Trendthemen wie Industrie 4.0 und Big-Data-Szenarien. 

Ein besonderer Aspekt für Unternehmen ist der Datenschutz, der laut der Studie der wesentliche Faktor für die Vermeidung der Verwendung von Cloud-Technologien ist. Laut der Studie werden jedoch zunehmend mehr geheime und sogar schützenswerte Daten in der Cloud gespeichert. Die Ergebnisse sind:

  • Unkritische Informationen (81 %),
  • Schützenswerte Daten (57 %),
  • Geheime Informationen (33 %).

Die Nutzung von Clouds soll für Unternehmen Potenziale bieten, wobei in der Studie hauptsächlich genannt werden:

  • Schnellere Skalierbarkeit der IT (80 %),
  • Geografische Zusammenarbeit (76 %),
  • Verfügbarkeit und Performance der IT (64 %) und
  • Organisatorische Flexibilität (61 %).

Mithilfe von flexiblen und mietbaren Systemen soll die interne IT schneller verändert werden. Eine weitere Auswirkung ist, dass z. B. bei browserbasierter Software ein besserer Zugriff auf Daten von verteilten Standorten möglich und verteilte Arbeit erleichtert werden soll. Weiterhin soll durch eine Steigerung der Performance der eigenen IT die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitern erhöht werden. Die letzte genannte Auswirkung ist die Steigerung von Flexibilität in der Organisation. Durch flexible Wechsel von Arbeitsplatz-IT und IT im Allgemeinen sollen Änderungen im Unternehmen schneller umgesetzt werden.

Neben den Chancen und Potenzialen gibt es für die Studienteilnehmer auch Bedenken und Hindernisse. Die wichtigsten sind: 

  • Ausfälle der IT (43 %),
  • Datenschutzvorfälle in den Unternehmen (39 %) und
  • Anstieg der IT-Kosten (34 %).

Besonders Ausfälle der IT können sich auf Unternehmen schwerwiegend auswirken und die Arbeit sogar kurzzeitig völlig verhindern. Weiterhin sind Vorfälle durch den Missbrauch von Daten oder Cyberangriffe für Unternehmen ein hohes Risiko. Laut der Studie hat über ein Drittel der befragten Unternehmen in den vorangehenden zwölf Monaten einen solchen Vorfall erlebt. Ein dritter Aspekt ist der Anstieg der IT-Kosten. Mehr als ein Drittel der Studienteilnehmer gibt an, dass die geplanten Budgets signifikant überschritten worden sind. 

Studie 2: Weitere Potenziale und Risiken

Die zweite Studie wurde vom Consultingunternehmen Lünendonk (2019) durchgeführt. Es wurden Interviews mit über 130 IT-Entscheidern aus dem IT-Bereich geführt. Die wichtigsten Ergebnisse sind (Lünendonk 2019):

  • Knapp ein Drittel der IT-Ressourcen der befragten Unternehmen wird bereits aus der Cloud bereitgestellt. 
  • Flexibilität und Skalierbarkeit sind die wichtigsten Potenziale für die befragten Unternehmen. Gründe sind die bessere Integrationsfähigkeit der Anwendungen sowie höhere Sicherheitsstandards durch die Cloud-Provider.
  • Die Hälfte der Unternehmen gibt an, bezüglich der korrekten Vertragsgestaltung mit den Cloud-Providern verstärkt verunsichert zu sein. Besonders die Zusammenarbeit mit mehr als einem Cloud-Provider ist nach Angabe der Teilnehmer häufig zu komplex. 
  • Achtzig Prozent der befragten Unternehmen geben an, durch die Nutzung der Cloud große Aufwände in der Veränderung von Kernprozessen im Unternehmen sowie hohe Kosten zu haben. 

Fazit

Der Grad der Nutzung der Cloud ist in beiden Studien ähnlich hoch. Beide Studien zeigen, dass Ressourcen aus der Cloud vermehrt bezogen werden. Die Angaben zu den Potenzialen durch die Nutzung von Cloud-Technologien entsprechen einander weitgehend bzw. weisen Überschneidungen auf. Unterschiede finden sich hinsichtlich der Unsicherheit gegenüber dem Cloud-Provider, da in Studie 1 eher auf Risiken im Bereich der internen IT-Sicherheit verwiesen wird. Überscheidungen gibt es in Bezug auf die hohen Aufwände durch Veränderungen von Prozessen und Kosten. 

Quellen

Bitkom. (2019). Cloud-Monitor 2019-Eine Studie von Bitkom Research im Auftrag von KPMG. Retrieved May 20, 2020, from https://www.bitkom.org/sites/default/files/2019-06/bitkom_kpmg_pk_charts_cloud_monitor_18_06_2019.pdf

Lünendonk. (2018). IT-Strategien und Cloud-Sourcing im Zuge des digitalen Wandels in Deutschland. Retrieved May 20, 2020, from https://www.luenendonk.de/produkte/studien-publikationen/luenendonk-studie-2019-der-markt-fuer-it-sourcingberatung-in-deutschland/

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/wolke-monitor-cloud-computing-2570253/

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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