Führung ist für mich die Sicherstellung der Leistungserbringung und Motivation in einer Organisation durch eine Person welche durch Interaktion die Ausrichtung des Handelns von Individuen und Gruppen auf die Verwirklichung vorgegebener Ziele lenkt.

Im Zuge meiner Forschungsarbeit habe ich zwei Studien analysiert, welche den aktuellen Stand von Führung in der Digitalisierung aufzeigen sollen.In der ersten Studie werden Kompetenzen von Führungskräften im Zusammenhang mit der Digitalisierung sowie deren Aneignung untersucht. Die zweite Studie bezieht sich auf konkrete Veränderungen für Führungskräfte, die im Zusammenhang mit der Digitalisierung stehen.

Studie 1: Kompetenzen von Führungskräften

Die erste Studie wurde von der deutschen Gesellschaft für Personalforschung (DGFP 2016) durchgeführt. Durch eine Onlinebefragung wurden Daten zur Führung im Kontext der Digitalisierung erhoben. Teilnehmer waren über 300 Fachkräfte mit Führungsverantwortung über alle Unternehmensgrößen und Branchen hinweg. 

Die Studienteilnehmer waren in der Studie aufgefordert, Kompetenzen im Zusammenhang mit der Digitalisierung zu bewerten. Die wichtigsten Kompetenzen nach dem Ranking der Studie sind:

  • Zusammenarbeit mit Mitarbeitern (2,55)
  • Zusammenarbeit mit anderen Führungskräften (2,69)
  • Netzwerk im Unternehmen (2,72)
  • Kommunikation und Transparenz (2,77)
  • Entwicklung von Führungskompetenz (2,89)
  • Umsetzung von Projekten (2,91)
  • Nutzung von Kollaborationstechnologie (3,16)
  • Nutzung sozialer Medien (3,17).

Anschließend sollten die Führungskräfte die wichtigsten Möglichkeiten bewerten, um sich die genannten Kompetenzen anzueignen. Die Ergebnisse sind ebenfalls in einem Ranking dargestellt:

  • Learning by Doing (2,01),
  • Vernetzung außerhalb des Unternehmens (2,20),
  • Privater Einsatz von Technologien (2,25),
  • Nutzung von Technologie des Unternehmens (2,31),
  • Austausch mit den Mitarbeitern (2,41) und
  • Trainings intern oder extern (2,96).

Es zeigt sich in beiden Fällen, dass Führungskräfte vermehrt durch eigene Lernmethoden oder im Austausch mit anderen Führungskräften Kompetenzen entwickeln, um neue Technologien einzuführen und die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern zu verbessern. 

Weiterhin gibt es laut der Studie Verhaltensweisen, die die Führungskräfte im Zuge der Digitalisierung verändern wollen. Diese wurden ebenfalls in einem Ranking von den Führungskräften geordnet. Die wichtigsten sind:

  • Veränderung der Führungskommunikation (1,74)
  • Förderung digitaler Geschäftsmodelle (1,88)
  • Hierarchiefreies Denken (2,06)
  • Aktive Nutzung neuer Methoden (2,10)
  • Aktive Nutzung von moderner Technologie (2,44).

Studie 2: konkrete Veränderungen für Führungskräfte

In der Studie des Consultingunternehmens Capgemini (2015) werden die mit der Digitalisierung verbundenen Kompetenzen von Führungskräften in ihrer Umsetzung untersucht. Die Ergebnisse entstammen der Capgemini Change-Management-Studie, für die über 180 Führungskräfte zu verschiedenen Themen befragt wurden. 

Die Ergebnisse wurden in sieben Kategorien zusammengefasst, die den von den Führungskräften als wesentlich betrachteten Veränderungen im Kontext der Digitalisierung entsprechen. Im Folgenden werden diese Veränderungen gelistet und erläutert (Capgemini 2016).

  • Vernetzung: Die Zusammenarbeit geschieht vermehrt in Teams, die in höherer Selbstorganisation kooperieren.
  • Wissensmanagement: Kollektives Wissen ersetzt individuelles Wissen – beispielsweise sollten erfahrene Experten auf Kenntnisse Dritter vertrauen, da Themenfelder deutlich komplexer werden.
  • Flache Hierarchien: Virtuelle und eher kurzlebige Teams ersetzen bürokratische und hierarchische Teamstrukturen.
  • Kommunikation: Durch virtuelle Arbeitsplätze in unterschiedlichen Zeitzonen verändert sich die Kommunikation.
  • Einfluss: Informelle Gruppen und Meinungsführer können großen Einfluss auf den Erfolg einer Organisation haben.
  • Arbeitsweisen: Ein Teil der virtuellen Teamarbeit ist von Interaktionen und nichtroutinierten Prozessen geprägt.
  • Schnelligkeit: In einigen Arbeitsbereichen werden der Innovations- und damit auch der Veränderungsrhythmus erhöht.

Fazit

Es zeigt sich in beiden Studien, dass Führungskräfte vermehrt durch eigene Lernmethoden oder im Austausch mit anderen Führungskräften Kompetenzen entwickeln, um neue Technologien einzuführen und die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern zu verbessern. Auch Verhaltensweisen von Führungskräften sollten sich massiv ändern. Hierzu wurden in Studie 2 zahlreiche Empfehlungen gegeben.

Quellen

DGFP. (2017). Digital Leadership Readiness. Retrieved May 20, 2020, from https://www.strategy-business.com/article/10541?gko=8738d

Capgemini. (2016). Digital Leadership – Führungskräfteentwicklung im digitalen Zeitalter. Retrieved May 20, 2020, from https://www.capgemini.com/consulting-de/wp-content/uploads/sites/32/2017/08/14-10-16_digital_leadership_v11_web_17102016.pdf

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Autor

Ich blogge über den Einfluss der Digitalisierung auf unsere Arbeitswelt. Hierzu gebe ich Inhalte aus der Wissenschaft praxisnah wieder und zeige hilfreiche Tipps aus meinen Berufsalltag. Ich bin selbst Führungskraft in einem KMU und Ich habe berufsgeleitend an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management meine Doktorarbeit geschrieben.

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