Der Begriff Big Data bezeichnet den Umgang mit und die Auswertung von großen Datenmengen im Kontext von Unternehmen. Große Datenmengen können über Sensoren, Mobiltelefone, Maschinen, Kundenkarten, Fahrzeuge erfasst werden oder aus sozialen Medien und zahlreichen weiteren Quellen stammen und müssen aufgrund der großen Menge mithilfe spezieller Verfahren gespeichert, verarbeitet und ausgewertet werden. Ich möchte zu diesem Thema zwei relevante Studien vorstellen, welche ich im Zuge meiner Forschungsarbeit analysiert habe darstellen und so den aktuellen Stand vermitteln. Viel Spaß beim Lesen!

Studie 1: Bitkom 2014

Die erste Studie wurde 2014 von der Bitkom durchgeführt. Auf Basis von über 500 Teilnehmern wurden leitende Manager von deutschen Unternehmen online befragt. Die Studie ist nicht mehr vollkommen aktuell, dennoch können die Informationen dazu beitragen, die Ergebnisse von 2014 mit der zweiten ausgewählten Studie von 2018 zu vergleichen. Zuerst soll die Studie der Bitkom (2014) vorgestellt werden.

Hervorzuheben ist der Aspekt des Einsatzes von Big Data in Unternehmen. Laut der Studie initiieren 9 von 10 Teilnehmern zum Zeitpunkt der Umfrage Projekte im Unternehmen, die dem Themenfeld Big Data zuzuordnen sind. Die Unternehmen versuchen dabei folgende Daten auszuwerten:

  • Stammdaten (3 %),
  • Transaktionsdaten (3 %),
  • Logdaten (31 %),
  • Sensordaten (25 %) und
  • Web Content (9 %).

Die wesentlichen Einsatzgebiete der Datenauswertung sind die Bereiche

  • Marketing & Vertrieb (74 %),
  • Finanzen (44 %),
  • IT (33 %),
  • Logistik (33 %) und
  • Personal (26 %).

Die hauptsächlichen Potenziale, die Unternehmen in diesem Bereich erwarten, sind in der folgenden Abbildung gelistet. Zu nennen sind in diesem Kontext vor allem die Ergänzung bisheriger Entscheidungen, die Verbesserung der Kundenkenntnis und die Erstellung von Trendanalysen.

Durch die Teilnehmer erwartete Potenziale nach Wichtigkeit (eigene Abbildung nach Bitkom 2014)

Aktuelle Hindernisse in der Nutzung von Big Data wurden in der Studie ebenfalls erfasst. Am häufigsten genannt wurden:

  • Kritik durch Kunden (31 %),
  • hohe Kosten (23 %),
  • Imageschäden in der Öffentlichkeit (23 %) und
  • Ethisch-moralische Gründe (14 %).

Commerzbank 2018

Eine weitere, aktuellere Studie zu diesem Themenbereich wurde 2018 von der Commerzbank durchgeführt. Die Studienergebnisse basieren auf einer Befragung von über 2000 Managern aus Unternehmen, die nach eigenen Angaben Big-Data-Projekte verantworten.

Laut der Studie führen aktuell über 80 % der Studienteilnehmer Big-Data-Projekte im Unternehmen durch. Die meisten Projekte werden in den Branchen Einzelhandel (49 %), Großhandel (46 %) und verarbeitendes Gewerbe (46 %) sowie in Unternehmen mit über 100 Mio. Euro Umsatz (52 %) realisiert. Diese Angaben stehen in einem deutlichen Gegensatz zu jenen aus der Studie der Bitkom von 2014.

Auch hinsichtlich der Quelle der Daten bestehen Unterschiede zur Studie von 2014, da hier vor allem interne Daten und wenige externe Quellen genannt werden:

  • Finanzdaten (67 %),
  • Auslastung von Mitarbeitern (55 %),
  • Lagerbestände (54 %) und
  • Kundenzufriedenheit (50 %).

In einer Gesamtbetrachtung zeigen viele Ergebnisse beider Studien Ähnlichkeiten und unterscheiden sich eher in der starken Ausrichtung der Studie der Commerzbank (2018) an Handelsunternehmen (z.B. Auslastung von Mitarbeitern und Lagerbestände).

Zwei weitere Aspekte bestreffend die Chancen bzw. die Hindernisse bei der Nutzung von Big Data im Unternehmen. Laut der Studie sind die wichtigsten Chancen:

  • Entscheidungssicherheit (58 %),
  • Auslastung von Ressourcen (57 %),
  • Automatisierung von Prozessen (54 %) und
  • Finanzielle Analyse (46 %).

In Bezug auf die Hindernisse bei der Nutzung von Big Data wurden in erster Linie genannt: Qualität der Daten, Qualifikation der Mitarbeiter und Probleme bei der Auswertung (vgl. Abbildung).

Aktuelle Hindernisse bei der konstruktiven Nutzung von Big Data nach Angaben der befragten Teilnehmer (eigene Abbildung nach Commerzbank 2019)

Fazit

Insgesamt zeigt der Vergleich der Chancen zwischen beiden Studien viele Ähnlichkeiten auf. Deutliche Unterschiede finden sich in Bezug auf die Hindernisse, die im ersten Falle eher in Kosten und Imageschäden gesehen werden und im zweiten als interne Hindernisse in Gestalt der Mitarbeiter und der Datengrundlage.

Quellen

Commerzbank. (2018). Der Rohstoff des 21. Jahrhunderts: Big Data, Smart Data – Lost Data? Retrieved May 20, 2020, from https://www.iais.fraunhofer.de/de/geschaeftsfelder/big-data-analytics/referenzprojekte/big-data-studie.html

Bitkom. (2014). Potenziale und Einsatz von Big Data – Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Unternehmen in Deutschland. Retrieved May 20, 2020, from https://www.bitkom.org/sites/default/files/file/import/Studienbericht-Big-Data-in-deutschen-Unternehmen.pdf

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/lager-handel-monitor-gesch%C3%A4ft-1863880/

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Autor

Ich blogge über den Einfluss der Digitalisierung auf unsere Arbeitswelt. Hierzu gebe ich Inhalte aus der Wissenschaft praxisnah wieder und zeige hilfreiche Tipps aus meinen Berufsalltag. Ich bin selbst Führungskraft in einem KMU und Ich habe berufsgeleitend an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management meine Doktorarbeit geschrieben.

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