Schneller! Schneller! Schneller! Die Welt dreht sich immer schneller. Kommt Ihnen das nicht auch so vor? Immer mehr Projekte und Mails müssen täglich bearbeitet werden und das alles noch parallel. Laut vieler Autoren gibt es hier ein deutliches Problem zwischen externen und internen Ansprüchen der Unternehmen. Eine Möglichkeit solcher Geschwindigkeit entgegenzuwirken ist laut Brandes et al. das Konzept der Soziokratie. Was dies bedeutet, habe ich bereits in einen anderen Artikel erklärt. Aus diesem Rahmenwerk leiteten die Autoren Brandes et al. das Rahmenwerk “Management Y” ab.

Mehr Menschlichkeit im Management

Erfolgreiche Organisationen legen laut den Autoren eine reife und menschliche Kultur an den Tag. Es findet ein Paradigmawechsel von Management X zu Management Y statt. Das Management Y dient dem Mitarbeiter. Menschen sind nicht faul, sondern bereit gute Beiträge zu etwas Großem zu leisten. Management Y zu leben verändert also Grundlegend unser Menschenbild von Autorität hin zu einem dienenden Management. Brandes et al. sehen als kritische Erfolgsfaktoren also das Management einer Organisation und fordern dazu: “Menschliche Reife an Schlüsselpositionen der Organisation als Erfolgsfaktor der Zukunftsfähigkeit“.

Management Y
Paradigmawechsel in der Führung weg von Autorität hin zu dienenden Management (Eigene Darstellung nach Idee von Brandes et al. 2014, S. 22)

Organisationen als Soziale Systeme

soziokratie
Prinzipien von Management Y als großes Ganzes (Eigene Darstellung auf der Idee von Brandes et al. 2014, S. 44)

Werfen wir mal einen Blick auf das Gesamtkonzept. “Organisationen gemeinsam beleben” meinen die Autoren und stellen die Forderung nach einen anderen Verständnis von Organisationen, um diese zu gestalten, zu steuern und wieder “zu beleben”. Die Autoren stellen dazu die These auf: “Führung als Gastgeber” in einer Organisation. Außerdem sehen wir die Ansätze vom Scrum und die ehrliche Begeisterung von Mitarbeitern. Ich vergleiche diesen Ansatz gerne mit der Soziokratie. Die Generation Y, welcher auch ich angehörte, benötigt Anreize, also einen Sinn, in allem was sie tut. Unternehmen müssen also durch Sinnstiftung und den definierten Zweck des Unternehmens Mitarbeiter ehrlich begeistern. Was mir am Ende des Buches besonders gefällt ist, dass die Autoren offen sind und meinen: “Jede Organisation kann attraktiv und zukunftsfähig sein”. Ich stimme hier den Autoren zu und egal welches Rahmenwerk für Agilität Sie verwenden: Alle scheinen auf Ihre ganz eigene Weise zum Erfolg zu führen. Lesen Sie dazu auch die Artikel über Holokratie und Demokratie in Unternehmen. Es bleibt also noch viel Raum für weitere Forschung, wie die Umsetzung jedes dieser Rahmenwerke konkret aussehen kann und für welche Art von Unternehmen sie geeignet ist.

Genderhinweis: Ich habe zur leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sofern keine explizite Unterscheidung getroffen wird, sind daher stets sowohl Frauen als auch Männer gemeint. Lesen Sie mehr dazu.

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Verwendete Quellen anzeigen

Brandes, U., Gemmer, P., Koschek, H., & Schültken, L. (2014). Management Y. München: Campus Verlag.

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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