Mittelfristig wird sich die IT-Abteilung so verändert haben, dass sie mit ihrem heutigen Zustand nichts mehr gemein hat. ” warnt das Magazin CIO. Doch was ändert sich an der IT-Organisation 2020? Laut des Magazins steht eine Reorganisation der IT, um sie besser mit den Anforderungen der Business-Seite zu verstehen, auf der der Agenda von gut 70 Prozent der Firmen weltweit.

Auch im Blog von Oracle findet sich eine Diskussion um die IT-Organisation 2020. So sagt der Blog: In der heutigen Technologiewelt geht es weniger um operative Bereitstellung und Infrastruktur, als darum, Lösungen zu finden und geschäftlich zusammenzuarbeiten. IT-Abteilungen werden kleiner, da Unternehmen operative Tätigkeiten an externe Dienstleister ausgliedern. Endanwender sind mehr denn je gefordert, für einen reibungslosen Funktionsablauf zu sorgen. 

Lesetipp: Was ist eine IT-Organisation

Nun habe ich in den meisten Ergebnissen bei Google keine konkreten Hinweise auf die Veränderungen gefunden. Aus diesem Grund habe ich wieder in akademischen Datenbanken gesucht und die Überlegungen von Prof. Dr. Urbach und seinem Co Autor F. Ahlemann auf den Artikel übertragen. Beide Autoren stellen die IT Organisation 2015 und 2020 dar, welche ich hier stark modifiziert wiedergebe.

2020 IT organisation
IT-Organissation 2020 (Eigene Darstellung auf den Ideen von Urbach und Ahlemann 2017)

Die Treiber: Organisation, Teams und Individuen

Doch warum soll sich die IT so wandeln? Ich sehe dafür drei Treiber: Menschen, Teams und Organisationen. Im Folgenden möchte ich diese neuen Rahmenbedingungen für die IT erklären. Aus diesen können anschließend die neuen Anforderungen an die IT abgeleitet werden.

Organisation

Organisationen waren bis dato noch recht traditionell organisiert, mit Fokus auf Steuerbarkeit und Kontrolle. Dies hat sich durch steigende Komplexität zu Projektorientierung und agilen Methoden gewandelt. Vernetzung und flache Hierarchie prägen die Organisationen und verändern damit auch die Anforderungen an die IT.

Teams

Während Teams und Abteilungen noch lange stabil waren und oft wenig vernetzt oder über die Abteilungsgrenzen gearbeitet worden ist, sind nun vernetzte Teams und ständig ändernde Rolle immer häufiger in Unternehmen zu finden. Die IT ist damit gefordert eine flexible Hard- und Software für diese dauerhaften Wechsel bereitzustellen und crossfunktionale Teams zu unterstützen.

Mitarbeiter

Während Mitarbeiter meist lange bei einem Unternehmen und auch auf einer Stelle waren, ist es nun anders. Häufige Unternehmens- und Rollenwechsel sind State-of-the-Art. Dies ist schon heute spürbar. Aus diesem Grund wird von der IT gefordert flexible Arbeitsplätze bereitzustellen, welche diesen ständigen Wechseln gerecht werden.

Die IT-Organisation 2020 – Infrastruktur und Anwendungen

Menschen, Teams und Organisationen werden flexibler und fordern von der IT neue Tools, welche diese Prozesse unterstützen. Dies macht sich u.a. in Anwendungen und Infrastruktur bemerkbar, was ich im Folgenden näher erläutern möchte.

Während die IT-Entwicklung noch oft Backend und Frontend getrennt entwickelt haben und Infrastrukturen stabil und effizient laufen sollten, ändert sich die Gewichtung nun. Die IT soll den neuen Flexibilitätsanforderungen der Mitarbeiter gerecht werden. So finde ich immer mehr den Begriff der IT-Plattform. Ich erwähne übrigens in der Grafik das Wort ubiquitär. Das Adjektiv ubiquitär stammt aus dem Lateinischen, wo ubique soviel wie „überall“ bedeutet (Quelle: Neues Wort).

Urbach und Ahlemann schreiben zum Thema der IT-Plattform: Zur Unterstützung beliebiger Endgeräte für den ubiquitären Zugriff auf Informationen werden neue Plattform-Strategien benötigt. Der Benutzer erwartet vom Wissensarbeitsplatz der Zukunft, dass die zentralen Anwendungen und Dienste des Unternehmens mit allen eingesetzten Endgeräten genutzt werden können – unabhängig vom Hardwarehersteller und dem eingesetzten Betriebssystem.

Aus diesem Grund schlagen die Autoren eine flexible Plattform vor. Somit sollen verschiedene Module auf der Plattform entstehen, welche die Arbeit von jedem Endgerät ermöglichen und wobei sich der Wechsel des Endgeräts auch nicht negativ auf die Arbeit auswirkt. So empfehlen Urbach und Ahlemann, dass die Entwicklungsplattformen die Sicherheit der Systeme unabhängig von der zugrundeliegenden Hardware garantieren sowie universelle Funktionalität zum Zugriff auf die Backendsysteme bieten sollten. Als aktuelle Beispiele solcher Plattformen nennen die Autoren: Xamarin1, PhoneGap2, Kony3 oder 5App4,

Fazit: Agiler, schneller und Flexibler – IT Organisation 2020

Im Fazit wird die IT Organisation 2020 schneller, agiler und flexibler. Somit werden sich also agile Teams und DevOps Methoden etablieren. Laut einer Studie von Kobaltblau  werden deswegen bis 2020 40% aller Mitarbeiter agil arbeiten und 25% davon in sogenannten DevOps Teams. Somit werden auch 40% aller Applikationen agil entwickelt und anschließend auch im DevOps Modus betreut werden müssen. Auch sollen 50% aller Applikationen bis dahin auf Cloud Infrastrukturen aufgebaut sein und nach neusten Best-Practices konzipiert sein. Es zeigt sich also, dass die Änderungen in der Abbildung von Urbach und Ahlemann (2016) eintreten könnten und somit agile Methoden wohl in der IT-Organisation 2020 mehr und und mehr notwendig sein werden.

Helfen Sie meinem Blog und der Forschung

Sie können mir helfen, indem Sie rechts in der Seitenleiste oder in der Mitte/Ende des Beitrags auf eine Werbeanzeige klicken. Das Forschungsprojekt erhält dadurch einen Euro. Vernetzen Sie sich auch gerne via Xing oder kontaktieren Sie mich für einen Austausch. Ich biete gerne das Du an. Sie können auch gerne am Forschungsprojekt teilnehmen und sich beteiligen.Schauen Sie auch in meine weiteren Buchvorschläge zur IT-Organisation.

Verwendete Quellen anzeigen

Designed by Freepik – Snowing

Urbach, N., & Ahlemann, F. (2016). Die IT-Organisation im Wandel: Implikationen der Digitalisierung für das IT-Management. HMD Praxis Der Wirtschaftsinformatik, 54(3), 300–312. https://doi.org/10.1365/s40702-017-0313-6

Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

Schreiben Sie einen Kommentar

*

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen