Sie kennen das: Sie haben einen Verbesserungsvorschlag und gehen damit auf Fachteams oder Führungskräfte zu und niemand hört Ihnen zu. Das kann frustrierend sein und auch als Manager kennen Sie sicher das Problem: Sie wollen Ihr Unternehmen agiler machen aber niemand hat Zeit.

Dazu möchte ich näher aufführen, was beim einzelnen Mitarbeiter passiert, wenn Sie mit einer Entscheidung oder Vorschlag auf diesem zukommen. Dazu stellen wir uns vor, dass unsere Aufnahmefähigkeit und Stresslevel ein Glas ist, welches nur eine Gewisse Kapazität hat. Ich veranschauliche dies am Beispiel der Entscheidung: “Wir machen jetzt agil!”.

Schauen Sie auf die Abbildung. Aktuell ist unser Mitarbeiter (Projektmanager) leicht gestresst. Er hat viel im Projekt zu tun und ist ein bisschen krank (deswegen zwei Stressbalken). Nun verkündet ihn das Management: ab nächste Woche machst du Scrum und bist Scrum Master in deinem Projekt.

Mentaler Zustand eines Mitarbeiters vor und nach einer Management Entscheidung

Nach dieser Entscheidung ist unser Mitarbeiter deutlich mehr gestresst. Er ist gesundheitlich angeschlagen, das Projekt stresst und er muss sich mit der agilen Transformation beschäftigen (4 Stressbalken). Nun stellt sich die Frage: War das der richtige Zeitpunkt diese Entscheidung zu verkünden?

Eins ist aber klar: Sie können sich auf einen gestressten Mitarbeiter einstellen, der keine Zeit mehr für andere Dinge hat. Er ist aktuell “too busy to improve”. Es empfiehlt sich also auch mit Vorschlägen und agilen Ideen auf Mitarbeiter zuzugehen, welche gerade den Kopf dafür frei haben.

Agile Transformation – so reagieren die Teams

Nun schauen wir uns die selbe Darstellung auf Teamebene an. Sie sehen in der Abbildung zwei Teams. Ein Team ist nicht gestresst und hat Luft, da der Kunde aktuell sehr ruhig ist und ein anderes Team rennt von Eskalation zu Eskalation. Sie verkünden beiden Teams nun: “Ab nächsten Monat machen wir agil!”

Mentaler Zustand zweier Teams vor und nach Start der agilen Transformation

Nun verkünden Sie beiden Teams die Entscheidung und merken, dass das Stresslevel deutlich höher wird. Team 1 gibt volle Kraft und kann den agilen Wandel neben den Tagesgeschäft stemmen. Team 2 stresst die Transformation allerdings so stark, dass alle Mitglieder stark gestresst sind und auf gut deutsch “den Kopf zu machen” und sich gegen den Wandel stellen. Zwei der Mitglieder sind sogar weit über den Stresslevel und melden sich krank. Damit wird auch möglicherweise die agile Transformation in Team 2 scheitern.

Fazit: Too busy to improve

Die agile Transformation kostet Kraft und wird meist neben den Tagesgeschäft durchgeführt und kann die Organisation überfordern. Es gelten deswegen für Sie als Manager oder Change Agent 2 Tipps:

  • Starten Sie mit Teams, welche wenig Stresslevel haben.
  • Sorgen Sie dafür, dass Teams mit hohen Stresslevel Zeit bekommen.

Zum Abschluss gebe ich Ihnen zwei Lesetipps, wie Sie den agilen Wandel konkret angehen können mithilfe von bestehenden Frameworks.

Lesetipps:

Bildquelle: Geschäft Foto erstellt von jcomp – de.freepik.com

Genderhinweis: Ich habe zur leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sofern keine explizite Unterscheidung getroffen wird, sind daher stets sowohl Frauen, Diverse als auch Männer sowie Menschen jeder Herkunft und Nation gemeint. Lesen Sie mehr dazu.

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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