Sicher haben Sie im Zusammenhang mit agilen Teams auch schon von der Methode Scrum gehört. Dann haben Sie sich sicher gefragt: Was ist Scrum? Vielleicht sind Sie gerade auf der Suche nach einer Möglichkeit ihre Teams selbstorganisierter aber strukturiert zu managen? Wenn Sie bereit sind dafür ein bisschen Verantwortung abzugeben, Ihre Mitarbeiter aber gleichzeitig zu einer effizienteren Arbeitsweise führen wollen, dann ist Scrum wahrscheinlich genau das Richtige für Sie.

Was ist Scrum?

Es gehört wie Kanban zu den agilen Methoden und beschreibt eine Möglichkeit zur besseren Verwaltung von Projekten. Mithilfe von Scrum lassen sich Entwicklungen innerhalb eines Projekts besser vorantreiben. Die Selbstorganisation der cross-functional Teams insgesamt sowie ihrer einzelnen Mitglieder wird in Zuge dessen gefördert. Das bedeutet, dass zwar Ziel und Richtung eines Ziels vorgegeben werden, die Gestaltung des Weges dorthin aber bei den verantwortlichen Teams selbst liegt. In diesem Zusammenhang fordert Scrum flache Hierarchien gepaart mit viel Transparenz und einem hohen Maß an Kommunikation. Dies macht diese agile Methode wiederum sehr anpassungsfähig.

Für wen eignet sich Scrum?

Nach der Frage: Was ist Scrum? wollen wir uns nun dem Thema widmen für wen es sich überhaupt eignet. Denn auch wenn es sich nach einer vielversprechenden Methode anhört, so ist es doch nicht immer die richtige Wahl. Stattdessen passt Scrum genau zu jenen, deren Fokus auf einer schnellen und effizienten Erarbeitung von Projekten auf Basis von „customer demands“ liegt. Diese Projekte sind dabei häufig von vielen Variablen geprägt, die selten fest planbar sind. Zudem passt diese agile Methode dann zu Ihrem Unternehmen, wenn Sie die Arbeitsweise Ihrer Mitarbeiter hin zu mehr Eigenverantwortung und Motivation fördern wollen. Interdisziplinären Teams spielen hier eine bedeutende Rolle, deren Basis in flachen Hierarchien, einem hohen Kommunikationsgrad und einer flexiblen Arbeitswiese liegt.

Wie funktioniert Scrum?

Scrum können Sie sich wie ein Gebilde vorstellen, dass aus mehreren Bausteinen besteht. Zum einen gibt es die Ziele, die innerhalb der agilen Methode als Sprints bezeichnet werden sowie Anforderungen (Backlogs) und zum anderen besteht Scrum aus verschiedenen Rollen, deren Aufgabe die Erreichung dieser Ziele darstellt. 

Die 3 Rollen bei Scrum

Scrum gliedert sich in die Rollen Product Owner, Scrum Master und Entwicklungsteam. Dabei kann das Team selbst aber auch zum Teil Außenstehende die einzelnen Rollen übernehmen.

Der Product Ownerist dabei sozusagen der Leiter des Projekts, der neben dem Ziel auch die Anforderungen festlegt. In diesem Sinne agiert er als Verbindungsglied zwischen Team und Kunde und sorgt für die Erfüllung des Kundenwunsches. Der Product Owner sorgt dafür, dass das Team genau weiß was der Kunde möchte, indem er die Anforderungen in einen Backlog aufschlüsselt und zu Sprintzielen zusammenfasst.

Der Product Owner arbeitet dabei eng mit dem Scrum Masterzusammen, der als Leiter des Teams angesehen werden kann. Er kennt die Anwendung am besten und hilft dem Team bei der Organisation und Aufgabenverteilung. Dafür fördert er die Transparenz und Kommunikation im Team und zusätzlich als Moderator für die Einhaltung einer Arbeitsweise auf Basis von Scrum sorgt.

Die dritte Rolle beschreibt das Entwicklungsteam, also jene Zusammensetzung von Mitarbeitern, die letztendlich an der Umsetzung des Projekts arbeitet. Dieses hat die Aufgabe die Backlogliste zu bearbeiten und organisiert sich dabei komplett selbst. Entscheidungen trifft das Team dabei selbst.

Das Entwicklungsteam bildet schlussendlich zusammen mit Product Owner und Scrum Master das Scrum Team.

Sprints und Backlogs

Wie bereits beschrieben, besteht die agile Methode zusätzlich aus sogenannten Sprints und Backlogs, die dem Team bei der Umsetzung des Projekts helfen sollen. 

Sprintsbezeichnen dabei kleine, kurze Zwischenziele, welche in einer vorherigen Planung festgelegt werden. Aufgaben müssen dafür klar definiert und in Anforderungen unterteilt werden. Diese Anforderungen nennen sich Backlogs und sorgen für eine effizientere Arbeitsweise bei der Erreichung der einzelnen Sprintziele. Letztere dürfen dabei während der Umsetzungsphase, im Gegensatz zum Hauptziel, nicht verändert werden. Dies ist deshalb unproblematisch, weil auf einen Sprint stets der nächste folgt. Dieser wird wiederum vorher geplant und kann dementsprechend auf das Hauptziel abgestimmt werden.

5 wichtige Parameter von Scrum

Scrum basiert auf einem Gebilde aus verschiedenen Werten, deren Beachtung und Umsetzung die Nutzung von Scrum erst wirklich erfolgreich machen.

  • Schwerpunkt Kunde & Team

Projekte werden grundsätzlich auf Basis des Kundenwunsches festgelegt. Damit dieser stets im Fokus bleibt, gehört die Einbeziehung des Kunden in das Projekt fest dazu.

Auch wenn der Kundennutzen zwar ganz weit oben steht, so wird dieser doch nur erfüllt, wenn der Fokus auf dem Projektteam und dessen Zusammenarbeit liegt. 

  • Flexibilität & Schnelligkeit

Dies bedeutet auch, dass Scrum ein hohes Maß an Flexibilität und Schnelligkeit fordert, damit sich die Teams mit ihren Projekten stets zügig an Veränderungen des Ziels anpassen können.

  • Kommunikation & Transparenz

Auf Basis von mehr Flexibilität und Schnelligkeit baut die agile Methode auf flachen Hierarchien mit transparenter Kommunikation auf. So können sich die Teams untereinander besser absprechen und ihre Anpassungsfähigkeit steigern.

  • Zusammenarbeit & Selbstorganisation

Scrum bedeutet, dass zwar das Ziel und die Richtung festgelegt werden, der Weg dorthin, also die Zusammenarbeit, in den Händen des zuständigen Teams liegt. Dies wiederum bedeutet, dass diese viel Eigenverantwortung und Selbstorganisation an den Tag legen müssen.

  • Struktur

Auch wenn die agile Methode sich nach viel Organisation und Disziplin anhört, so baut es doch auf einer einfachen Struktur auf, die auch fordert sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und überflüssiges wegzulassen.

Bildquelle: Geschäft Foto erstellt von peoplecreations – de.freepik.com

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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