Logistik “umfasst alle Aufgaben zur integrierten Planung, Koordination, Durchführung und Kontrolle der Güterflüsse sowie der güterbezogenen Informationen von den Entstehungssenken bis hin zu den Verbrauchssenken” (Gabler Wirtschaftslexikon). Weiterhin ist die Aufgabe von Logistik, die richtigen Güter zur richtigen Zeit in der richtigen Menge am richtigen Ort zur Verfügung zu stellen.

So zeichnet Logistik eine hohe Dynamik aus. Oft kann schon die Definition nicht geklärt werden, welche Güter eigentlich an welchem Ort und zu welcher Zeit zur Verfügung stehen müssen. Veränderbarkeit sollte also anscheinend ein fundamentales Element von Logistik sein. Seit Kurzem findet deswegen ein Umdenken zu einer agilen Logistik statt.

Agile Logistik oder doch Lean?

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Eigene Abbildung nach Idee von Valerod (2013)

War vor einiger Zeit noch “Lean” das absolute Stichwort der Logistik und jeder Manager zeigte Stolz seinen Six Sigma Belt, findet nun ein Umdenken zu einer agilen Logistik statt (Valerod 2013, S. 12). Laut moderner Studien funktioniert Lean sehr gut bei vorhersehbaren Value Chains. Sobald jedoch Flexibilität und eine hohe Unsicherheit in der Lieferkette vorhanden sind, werden agile Prinzipien empfohlen. Mit agilen Methoden können bereits Softwareentwickler wesentlich schneller auf Veränderungen reagieren. Ganz nach dem Credo: Nimm Veränderung als gegeben hin und reagiere darauf!

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Eigene Abbildung nach Idee von Kumar at al. (2011)

Doch was genau ist eine solche agile Logistik? Kumar et al. (2011, S. 6410) liefern hierzu ein Manifest, das sie beschreiben soll. Es zeigt den Zusammenhang zwischen Menschen, Systemen, Strategien und Technologie. Dieses Modell liefert einen ersten Ansatz für eine agile Logistik und wird im weiteren Verlauf des Projekts noch genau untersucht. So fördert der erfolgreiche Einsatz von Scrum und Co. die Kommunikation in der Supply Chain und stellt größere Anforderung an die Transparenz für die Auftraggeber. Diese fordert ein gewisses Maß an Vertrauen und gemeinsamen Werten.

Agile Supply Chain

Versetzen wir uns gedanklich auf eine Großbaustelle: Hier gibt es viele verschiedene Akteure (Lieferanten, Spediteure, Bauleiter, Fachplaner, Techniker usw.). Alle Prozesse sind nicht genau geplant, aber wir als Dienstleister haben die Aufgabe, alle Güter zur richtigen Zeit herbeizuschaffen und auf spontane Änderungen am Bau sofort zu reagieren. Die Anforderungen werden uns von verschiedenen Bauleitern übermittelt und sind oft nicht zu 100 % miteinander vereinbar.

Eine Lösung scheinen die Prinzipien der Agile Supply Chain in der Abbildung oben zu sein. Jedoch stellt sich die Frage, wie ich diese nun eigentlich konkret in meiner Logistik umsetze. Eine Antwort darauf könnten die neuen Möglichkeiten der Logistik 4.0 sein.

Logistik 4.0 und die Agile Supply Chain?

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Agile Manufactoring und Agile Logistik – Einflussfaktoren (eigene Darstellung basierend auf eine Murugan)

Logistik 4.0 bezeichnet zuallererst eine Prozessrevolution in der Industrie. Hochflexible und agierende Einheiten koordinieren sich untereinander gemäß dem Prinzip der Selbstorganisation. Laut der Abbildung von Kaufmann (2013, S. 26) zeigt sich schon in diesem kleinen Modell ein deutlicher Mehrwert für die Logistik. So wird Logistik durch die übergreifende Industrie 4.0 mit neuen Geschäftsmodellen und Technologien viel komplexere neue Möglichkeiten bieten.
Fassen wir den Ansatz der agilen Logistik und die Möglichkeiten zusammen, müssen nun die einzelnen Mitglieder der Zuliefererkette enger und besser zusammenarbeiten. Eine gemeinsame Reaktion ist also wichtig. In den ersten Interviews zeigte sich, dass Kotler et al. (2010) mit ihrem Rahmenwerk vollkommen recht behalten. So stehen gemeinsame Werte (Agilität) und Ziele mittlerweile oft über dem Preis und für eine effektive Zusammenarbeit sind gemeinsame Werte und Ziele wichtiger als eine Vertragsgestaltung.

Umsatzungsstratgie für agile Logistik

Auf den Magazin DVZ wurde eine Umfrage durchgeführt und diese zeigte, dass die befragten Logistikführungskräfte mit höherer Dynamik rechnen. 75% der Befragten erwarten, dass die digitale Transformation eine höhere Agilität bringen kann und 70% bereits mit der Konzeption der digitalen Supply Chain beginnen, geben auch 48% zu, dass es aktuell keine ausreichende technologische Unterstützung gibt.

Zur Lösung wurden 4 Schlüsseltechnologien definiert. Auf der ersten Stelle stehen Supply Chain ERP Lösungen, welche zu einer Verbesserung der Datensammlung führen und zum besseren Einsatz von Big Data Lösungen folgen. Durch diese könnten Simulationstools genutzt werden, welche die Vorhersagbarkeit erhöhen. Auch Cloud-Lösungen werden genannt.

Genderhinweis: Ich habe zur leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sofern keine explizite Unterscheidung getroffen wird, sind daher stets sowohl Frauen, Diverse als auch Männer sowie Menschen jeder Herkunft und Nation gemeint. Lesen Sie mehr dazu.

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Verwendete Quellen anzeigen

Kaufmann, T. (2015). Geschäftsmodelle in Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge: Der Weg vom Anspruch in die Wirklichkeit. Berlin: Springer Vieweg.

Kumar, V., Mishra, N., Chan, F.  T.  S., & Verma, A. (2011). Managing Warehousing in an Agile Supply Chain Environment: an F-AIS Algorithm Based Approach. International Journal of Production Research, 49(21), 6407–6426. http://doi.org/10.1080/00207543.2010.528057

Kotler, P., Kartajaya, H., & Setiawan, I. (2010). Marketing 3.0: Die neue Dimension des Marketings: Vom Kunden zum Menschen. Frankfurt am Main: Campus Verlag.

Valerod (2013). Chapter 7 The agile supply chain Content. Retrieved from http://de.slideshare.net/valerod2/7-agile-supply-chain-23750309

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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