Ich führe jede Woche einige Sprechstunden durch, welche Praktikern und Studenten ermöglicht sich mit mir auszutauschen. Viele Inhalte der Sprechstunden verpacke ich anschließend in Blogartikel. Auch dieser Artikel ist Ursprung der Telefonsprechstunden.

Zahlreiche Anrufe von Scrum Mastern und Projektleitern sowie Veränderungsmanagern erreichten mich seit März 2020 – Thema war die Veränderung der Arbeit seit dem Lockdown durch COVID-19. Virtuelle Arbeit zwingt Unternehmen zu zahlreichen Veränderungen und Unternehmen sind durch sinkende Umsätze vor allem in der Pflicht zu liefern und Produkte/Services schnell an Kunden zu bringen. Es ist keine Zeit mehr für lange Abstimmungswege und lange Diskussionen. Unternehmen müssen handeln und zwar jetzt.

Ich arbeite und keiner macht mit!

Den Satz aus der Überschrift höre ich dabei leider sehr oft. Die Angestellten oder Führungskräfte möchte Projekte und Kundenwünsche schnell umsetzen. Jedoch scheint es schier unmöglich eine Aufgabe ins Unternehmen zu bringen. Jede Aufgabe muss umfangreich abgestimmt werden und in Tickets so genau beschrieben werden, dass es mehr als die doppelte Zeit der Aufgabenerledigung braucht.

Es wirkt für die Probanden wie ein Kampf gegen Giganten nur eine winzige IT-Änderung (wenige Codezeile) oder eine Genehmigung eines Projektplans durch das Management zu bekommen. Jede noch so kleine Aufgabe muss durch einen massiven Genehmigungs- und Abstimmungsprozess, so das Gefühl der Probanden. Doch woher kommt das?

So ein Bild bringt kein Unternehmen weiter

Maßnahmen zur Arbeitsvermeidung

Grundlegend sind Unternehmen nach Steuerbarkeit und Kontrolle aufgebaut. Leider bedingt dieses System auch zahlreiche Maßnahmen zur Arbeitsvermeidung. Beispiele sehen wir in dem Bild oben, welches auch ich in meiner Karriere als Unternehmensberater vor allem auch in großen Unternehmen erlebt habe.

Solche Maßnahmen zur Arbeitsvermeidung werden leider mit zunehmender Unternehmensgröße immer zahlreicher. Beispiele sind:

  • Anforderungen fehlen
  • Der Businesscase fehlt
  • Der Chef soll das genehmigen
  • Dafür bin ich nicht zuständig
  • Es gibt keinen Prozess
  • Ich stelle Fragen und verwirre den Antragsteller
  • Das muss jemand anderes machen – wer weis ich nicht
  • Wer sagt, dass ich das tun muss?
  • Das Problem muss genauer beschrieben werden
  • Das Ticket ist unvollständig
  • Ich brauche eine Freigabe von Abteilung X

Reden wir mal überspitzt und stellen uns vor, dass wir in einer Organisation mit 12.000 Mitarbeitern arbeiten. Überspitzt könnten wir mit diesen Sätzen locker 2 Wochen lang jede Aufgabe von uns weisen. Wir würden bei jeder Anfrage an uns eine der viele Arbeitsvermeidungsmaßnahmen nutzen und Anfragen in der Bürokratie ersticken lassen.

Dominoeffekt: Arbeitsvermeidung

Ich weis nicht ob mit Absicht oder nicht aber es kommt nach der Dauer so vor, dass ein Mitarbeiter diese Art der Vermeidung betreibt. Anschließend starten Mitarbeiter in seinem Umfeld damit ebenfalls diese zu versuchen. Stellen Sie sich vor: Jemand richtet eine Aufgabe an Sie, dass Sie einen Bericht für das Projekt Astron erstellen sollen. Sie wissen aber, dass der Projektleiter von Astron viel Arbeitsvermeidung betreibt und Ihnen die Daten nur schwer geben wird. Sie werden 8h nachfragen müssen um einen Bericht von 1h Aufwand zu erstellen. Der Projektleiter wird Sie bitten eine Freigabe vom Chef zu erhalten und auch die Frage stellen warum der Bericht notwendig ist. Sie können sich auf eine lange Diskussion einstellen, vor allem da der Chef vom Projektleiter kaum erreichbar ist. Sie haben darauf keine Lust und betreiben unbewusst selbst diese Vermeidung und bitten den Antragsteller für den Report um eine Freigabe vom Chef: ein schwerwiegender Dominoeffekt

Fazit und meine Tipps

Solche Arbeitsmeidungsmaßnahmen sind für Unternehmen sehr schlecht. Es ist leicht Kontrollgremien und Unternehmensfunktionen für einen solchen falschen Anwendungsfall auszunutzen. Dies wird anschließend zu einem gefährlichen Dominoeffekt. Einer nach den anderen wird die Lust verlieren. Es hilft nur mithilfe von agilen Methoden solche Maßnahmen abzuschaffen und transparent aufzuzeigen wo solche Arbeitsvermeidung betrieben wird. Dazu sind vor allem die Führungskräfte gefragt. Am Ende ist aber das wichtigste: Das Mindset der Mitarbeiter solche Maßnahmen nicht anzuwenden.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/verzweifelt-kaufmann-gesch%C3%A4ft-2261021/

Genderhinweis: Ich habe zur leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sofern keine explizite Unterscheidung getroffen wird, sind daher stets sowohl Frauen, Diverse als auch Männer sowie Menschen jeder Herkunft und Nation gemeint. Lesen Sie mehr dazu.

Rechtschreibung: Ich führe diesem Blog neben dem Job und schreibe viele Artikel in Bahn/Flugzeug oder nach Feierabend. Ich möchte meine Gedanken und Ansätze als Empfehlungen gerne teilen. Es befinden sich oftmals Tippfehler in den Artikeln und ich bitte um Entschuldigung, dass ich nicht alle korrigieren kann. Aber Sie können mir helfen: Sollten Sie Fehler finden, schreiben Sie mich gerne an! Lesen Sie mehr dazu.

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Ich arbeite gerne mit Unternehmen zusammen. Sie können mich ebenfalls gerne bezüglich folgender Punkte anfragen:



Autor

Ich blogge über den Einfluss der Digitalisierung auf unsere Arbeitswelt. Hierzu gebe ich Inhalte aus der Wissenschaft praxisnah wieder und zeige hilfreiche Tipps aus meinen Berufsalltag. Ich bin selbst Führungskraft in einem KMU und Ich habe berufsgeleitend an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management meine Doktorarbeit geschrieben.

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