COVID-19 zwingt zahlreiche Unternehmen in die Kurzarbeit. Laut Angaben handelt es sich um aktuell mehr als 10 Mio. Arbeitnehmer. Oftmals arbeiten Angestellter ca. noch 30h oder weniger.

Schon seit 1930 haben sich zahlreiche Experten darüber Gedanken gemacht ob eine 40h Woche wirklich sinnvoll ist. Schon damals stellte mal fest, dass Wohlstand stark mit der Nutzung von Maschinen (Industrielle Revolution) zusammenhängt. Aufgrund der fortschreitenden Technik genüge eine stark verkürzte Arbeitszeit, um jedem ein komfortables Auskommen zu sichern. Die freie Zeit könnte laut der Lehre von Bergmann (NewWork) dazu genutzt werden Gutes zu tun, Ehrenamt oder sich selbst durch einen Garten etc. zu versorgen. Das Credo ist: Glück und Lebensfreude statt der nervösen Gereiztheit und Übermüdung.

Studie zu Arbeitszeit

Aktuell arbeitet die Mehrheit in Deutschland zu viel. Hierbei gehen wir von einer normalen 40h Woche aus. Die Zahlen habe ich vom Bundesamt für Statistik. Befragt wurden über 2.000 Angestellte. Das Fazit ist, dass ca. jeder zweite zu viel arbeitet.

Arbeitszeit pro Woche von Angestellten in Deutschland (n=2000)

Eine weitere Befragung von Xing zur Zukunft der Arbeit zeigt, dass von ca. 2000 Angestellten, welche 40h arbeiten über die hälfte der Befragten gerne die Arbeitszeit reduzieren würde. Es scheint also ein starker Drang auch privat nach weniger Arbeit zu sein.

Auch seit COVID-19 sagen mir viele Kontakte in meinen Feld Umfeld, dass man eigentlich seine Arbeit sehr gut schaffen kann und man es aktuell sogar etwas genießt mehr Freizeit zu haben. Alle befragten Kontakte hatte keine Kinder und konnten sich nach Arbeit voll auf Freizeit stürzen. Besonders Kontakte mit Kindern waren eher geneigt die Kurzarbeit zu verlängern um nach der Kindererziehung noch Freizeit zu haben.

Unnötige Arbeitszeit optimieren

Produktivität läuft oftmals nach dem Parkinson’sches Gesetz. Man erledigt 80% der Arbeit in 20% der Zeit oder jede Arbeit dehnt sich genau in dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht. Ich denke, dass wir 50% unserer Zeit in Meetings sitzen und recht sinnfreie Mailketten beantworten.

Durch sinnvolle Software und neue Prozesse haben wir bei mir in der Abteilung Prozesse und Meetings so optimiert, dass durch mehr Selbstorganisation und Einzelentscheidungen die Geschwindigkeit massiv gestiegen ist und wir plötzlich gefühlt 1/3 mehr Zeit hatten. Es ist also möglich und hängt maßgeblich mit der Optimierung von Zeitfressern und vor allem den oft zähen Management Entscheidungen zusammen.

Übrigens hat eine Studie von Asana rausgefunden, dass wir ganze 60 Prozent unserer Arbeitszeit für Koordinierungsaufgaben drauf gehen. Für die Arbeit, für die wir eigentlich ausgebildet und auch eingestellt wurden, bleiben nur 27 Prozent. Für Strategie und Planung sogar nur 13 Prozent (Quelle T3N). Es besteht also viel Raum für Optimierung der Arbeitszeit-Optimierung.

Nicht überall möglich

Letztlich kommt es auf die Art der Beschäftigung an. Ich denke, dass es eher in Bürojobs und großen Unternehmen leichter möglich ist. Ich denke, dass Krankenschwestern und Mitarbeiter auf Pflegestationen schon 40h arbeiten müssen. Denn wo eine Pflegekraft nur 20h arbeitet, ist eine zweite nötig. Darum geht es aber nicht in diesem Artikel.

Wichtig: Es geht nicht darum, dass jeder in Teilzeit geht und wir mehr Mitarbeiter einstellen sondern, dass wir durch Automatisierung und Optimierung von Zeitfressern wenig sinnvolle Arbeit reduzieren und mehr Zeit für kreative Arbeit schaffen.

Die Studie von Asana (Quelle T3N) zeigt ebenfalls, dass nur 46 Prozent der Angestellten, Ziele und genaue Umsetzung Ihrer Arbeit wirklich verstehen. Genau so wenig (43%) kennen die Ziele des Unternehmens. Auch sind 70% der Meinung, dass ihr direkter Vorgesetzter nicht versteht, was eigentlich zu tun ist. Es ist also eine wichtige Management Aufgabe Effizienz und Arbeitserledigung zu optimieren.

Die Menge an Arbeit nimmt ab

Laut diverser Quellen soll die Arbeit in den nächsten Jahren rapide abnehmen. Ich merkte es schon 2015 als sich Horden an Unternehmensberatern täglich in Großkonzernen Arbeit simuliert haben. Auch bei zahlreichen Seiten wie “Crazy Management Consultants” oder “Consulting Humor” auf Instagram wird darüber in lustiger Weise debattiert.

In letzter Zeit häufen sich schlechte Nachrichten. Die Deutsche Bank will 18.000 Stellen abbauen und ist damit nicht alleine. 10.000 will Siemens streichen, 7.000 bei Volkswagen, 5.400 bei Ford, 4.500 bei Bayer, 4.000 bei Thyssenkrupp und auch Kabelgigant Leoni plant 2.000 Stellen zu streichen. Auf der anderen Seite haben wir allerdings auch gute Nachrichten. Volkswagen möchte gleichzeitig 2.000 neue Stellen aufbauen, Siemens will ebenfalls rund 2.500 neue Jobs schaffen und auch Thyssenkrupp will 1.000 neue Jobs schaffen.

Sie merken, dass einen Shift in den Jobs von Analog zu Digitaljobs gibt. Eine Reduzierung der Arbeitszeit kann ein Mittel dafür sein die Vollbeschäftigung zu halten. Es kann verhindern, dass wir einfach nur noch Aufträge abarbeiten und kreativ an Lösungen gehen. Ich merke oft, dass mir Kunden unter vollkommenen Stress halbfertige Konzepte senden und kaum Aufnahmefähig für kreative Lösungen sind, da diese absolut überarbeitet sind.

Fazit

Neben der Tatsache, dass Homeoffice möglich ist, hat uns COVID-19 auch gezeigt, dass weniger Arbeitszeit nicht zu weniger Leistung führen muss. Ein wichtiger Faktor ist die Optimierung von Prozessen und der Fokus auf sinnvolle Arbeit. Es bleibt spannend ob Unternehmen dies mehr und mehr ausprobieren wollen.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/strand-familie-spa%C3%9F-freizeit-ozean-1867271/

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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