Mit SaaS, kurz für Software as a Service, wird an dieser Stelle nun das dritte Servicemodell von Clouds beschrieben. Hierbei können Anwendungen direkt via Internet bzw. über den Browser genutzt werden. Mittels des Erwerbs von Lizenzen (meist in Form von Abonnements) zur Nutzung des Service über den Webbrowser, muss sich der User schließlich lediglich mit seinen Anmeldedaten in der Webanwendung einloggen. Installationen auf dem eigenen internetfähigen Gerät und der Erwerb von zusätzlicher Hardware bei erhöhter Rechenleistung sind damit nicht mehr nötig. Und auch die Datensicherung und das Einspielen von aktuellen Updates muss der User nicht selbst durchführen, da diese Aufgaben vom Cloud-Anbieter selbst übernommen werden.

Gleichzeitig bedeutet dies, dass für Unternehmen meist für die Nutzung eine monatliche oder jährliche Gebühr, basierend auf der Nutzeranzahl, anfällt.

SaaS gibt es dabei in vielen Bereichen. Dazu gehören beispielsweise:

  • E-Mail
  • Office- und Schreibprogramme
  • Customer Relationship Management
  • Gehaltsabrechnung
  • Verkaufs-, Personal- und Finanzmanagement
  • Content Management
  • Software zur Kollaboration an Dokumenten

Vor- und Nachteile von SaaS

Gleichzeitg ergeben sich auch bei diesem Servicemodell wieder entscheidende Vor- und Nachteile. Diese gliedern sich bei SaaS dabei wie folgt auf:

Vorteile

  • einfache und flexible Verwaltung sowie mobiles Arbeiten
  • einfache und günstige Nutzung vonServices über das Internet
  • aktuelle Updates
  • transparente Preise

Nachteile

  • Lizenzierung bei mehreren Nutzern ziemlich teuer
  • Abtretung von Daten, d.h. persönliche Daten innerhalb SaaS liegen häufig auf US-Servern (problematisch hinsichtl. DSGVO, Betriebsprüfungen etc.)
  • Hohe Abhängigkeit von Cloud-Anbietern
  • Keine abschließende Rechtssicherheit gewährleistet

Wichtige SaaS-Anwendungen im Vergleich

Bei der Nutzung von SaaS kann schließlich zwischen kommerzieller und Open-Source Software gewählt werden. Dabei kommen insbesondere zwei Anwendungen immer wieder zum Zuge: Office 365 von Microsoft und ownCloud in Kombination mit weiteren Produkten alsOpen-Source-Alternative. Beide sollen in diesem Artikel nun näher dargestellt werden.

Office 365 von Microsoft – kommerzielle Software

Bei Microsoft Office 365 werden verschiedene Online-Services mit der klassischen Desktop-Office-Software kombiniert. Damit ist das System für den Nutzer in unterschiedlichem Leistungsumfang verfügbar. Die Webanwendungen können dabei schließlich über den Browser via Internet mit beliebigen Betriebssystemen genutzt werden. Inbegriffene Anwendungen sind hier z.B. Schreibprogramm (Word), Tabellen (Excel), Präsentationen (PowerPoint), Notizen (OneNote), Videokonferenz (Skype), E-Mail (Outlook), Filesharing (OneDrive) etc. Darüber hinaus können zusätzliche Services wie bspw. Sharepoint erworben werden. Wie die Nutzung des Systems im Browser funktioniert, ist in folgender Abb. 1 dargestellt.

Abb. 1: Word in der Browserversion
(Quelle: Lindner et al. 2020)

ownCloud – Open-Source-Lösung

Auch wenn für viele User eine kommerzielle Software als die professionelle Option erscheint. Stattdessen gibt es aber mittlerweile auf dem Markt auch viele starke Open-Source-Lösungen, die sich längst nicht mehr hinter Riesen wie Microsoft verstecken müssen. Eine solche kostenlose Software, mit offenem Quellcode und freien Lizenzen, ist ownCloud. Durch On-Premise-Installation sowie eine Reihe von Administrations- und Sicherheitsfeatures halten Unternehmen hierbei die volle Kontrolle über ihre Daten und sind dabei gleichzeitig konform zur DSGVO. Darüber hinaus haben Unternehmer zusätzlich die Möglichkeit ein Enterprise Support hinzu zu buchen, um eine vollständige Sicherheit im eigenen Betrieb zu gewährleisten.

Wie auch Office 365 bietet ownCloud verschiedenen Komponenten wie Schreibprogramm, Tabellen und Präsentationen (Collabora oder OpenOffice), Notizen (Joplin), Meetinglösungen (Kopano), E-Mail (Open XChange), Filesharing (ownCloud) etc. Diese Technologien können zusammengefasst, als sogennantes Stack, eine spezialisierte Plattform für bestimmte Anwendungen bilden (vgl. Abb. 2).

Abb. 2: ownCloud in der Browserversion
(Quelle: Lindner et al. 2020)

Dabei ist es dem Nutzer möglich diese Funktionen flexibel als SaaS- oder auch PaaS-Lösung aufzusetzen und in die bestehende Open-Source-Infrastruktur zu integrieren. Damit bietet die Open-Source-Alternative eine optimale SaaS-Lösung für die Nutzung der Kollaborationssoftware. OwnCloud sticht dabei nicht nur mit einem hohen Maß an Flexibilität, sondern auch mit Datensicherheit sowie einer völligen Unabhängigkeit von Cloud-Anbietern hervor.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass SaaS einen guten Cloudservice darstellt. Da die SaaS-Software meist via Internet bereitgestellt wird, bietet sie Unternehmen die Möglichkeit von beliebigen Geräten und Standorten auf die Software zuzugreifen. Gleichzeitig sind keine sonderlichen IT-Kenntnisse nur Nutzung von SaaS notwendig, weshalb sich der Aufwand für Unternehmen klein halten lässt. Andererseits lässt sich die Software allerdings nur schlecht anpassen, weshalb sich bei SaaS die Nutzung von Standardanwendungen stets lohnt.

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Quelle

Lindner, D., Niebler, P., & Wenzel, M. (2020). Der Weg in die Cloud – Ein Leitfaden für Unternehmer und Entscheider. Heidelberg: Springer Gabler.

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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