Der Trend geht ganz klar in Richtung virtueller Arbeit. Während dabei in den letzten jähren verschiedene Treiber das Wachstum begünstigt haben, stehen Unternehmen auch weiterhin vor der Abwägung der Chancen und Risiken virtueller Teams.

Welche Faktoren hierbei auf beiden Seiten eine wesentliche Rolle spielen, möchte ich in diesem Artikel näher erläutern. Alle Informationen spiegeln dabei eine Zusammenfassung aus Kapitel 2 meines Buches Virtuelle Teams und Homeoffice vom Springer Verlag wider.

Chancen virtueller Teams

Warum sich viele Unternehmen bereits für die Einführung von virtuellen Teams entschieden haben, liegt einigen wesentlichen Chancen zugrunde.

Dies sind:

  • Internationale Präsenz: Virtuelle Arbeit es ermöglicht mit Kunden und Fachkräften weltweit zusammenzuarbeiten.
  • Neue Projekt, Marktpotentiale und Wissensvorsprung: Das Angebot einer globalen Verknüpfung kann genau diese Faktoren begünstigen.
  • Einfacheres Recruiting von Fachkräften: Dank der Flexibilität können neue Mitarbeiter ortsungebunden sowie mit virtueller Arbeit als finalem Entscheidungsfaktor gewonnen werden. Zudem stellt die Möglichkeit der Arbeit an spannenden, internationalen Projekten ohne gezwungene Reisetätigkeit für Fachkräfte oftmals einen reizvollen Pluspunkt dar.
  • Steigerung von Flexibilität und Agilität: Dank der Ungebundenheit, bezüglich Zeit und Ort können Mitarbeiter ihre Work-Life-Balance viel besser organisieren. Zusätzlich ergibt sich für Unternehmen der Vorteil, dass die Reaktionszeit auf Kundenprojekte dank dem Bezug internationaler Experten reduziert wird. Gleichzeitig kann das Servicelevel deutlich verbessert werden.
  • Kosteneinsparung durch geringe Reisetätigkeit und Büroflächen: Weniger Aufwand, bedeutet auch weniger Kosten. Wodurch virtuelle Teams auch in diesem Bereich einen Mehrwert darstellen können.

Risiken virtueller Teams

Dennoch gibt es auch weiterhin viele Unternehmen, die sich vor den tiefen Einschnitten in ihre Unternehmensstrukturen scheuen. Denn auch wenn sich viele Vorteile und Chancen abzeichnen lassen, gibt es auch einige Risiken zu beachten.

Dies sind:

  • Kulturelle Missverständnisse und Sprache: Insbesondere in kulturübergreifenden Meetings können durch virtuelle Arbeit Konflikten aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen z. B. hinsichtlich Qualität und Pünktlichkeit oder auch aufgrund fehlender Englischkenntnisse entstehen.
  • Hohe Selbstorganisation: Das erhöhte Level an Selbstorganisation, z.B. durch Einrichtung eines Homeoffice oder die selbstständige Planung der genauen Aufgaben und Arbeitszeiten, entspricht nicht dem Verlangen und Wohlbefinden jedes Mitarbeiters.
  • Steuerung von Teams deutlich schwieriger: Rollen und Aufgabenverteilungen lassen sich innerhalb virtueller Teams nicht immer eindeutig festlegen.
  • Technische Ausstattung ist teuer und nicht einfach zu integrieren: Innerhalb virtueller Teams sind nicht immer alle Teilnehmer mit der qualitativ gleichen mobilen Soft- und Hardware ausgestattet. Dies kann wiederum zu Verzögerungen im Zeitplan der einzelnen Projekte führen.
  • Motivation des Teams schwer zu erhalten aufgrund unpersönlicher Zusammenarbeit: Faktoren wie kulturelle Unterschiede können das Distanzgefühl innerhalb virtueller Teams begünstigen. Dadurch kann der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses der Mitarbeiter untereinander erschwert werden. Eine daraus resultierende mögliche Isolation kann wiederum zu einer mangelhaften Kommunikation und dadurch zu einem Qualitätsverlust des Projektergebnisses führen.
  • Datenschutz der Kommunikation und Zusammenarbeit des Teams: Der Austausch und die Kommunikation virtueller Teams kann im Bereich des Datenschutzes zu einem Risiko werden. Insbesondere dann, wenn geheime unverschlüsselte Informationen von Unbefugten eingesehen werden können.

Fazit

Wann Vor- oder Nachteile bei der Implementierung von virtuellen Teams überwiegen, hängt häufig mit dem Aufbau und der Orientierung eines Unternehmens zusammen. Schaut man sich Chancen und Risiken einmal genauer an, so lässt sich davon ableiten, dass die Einführung virtueller Teams insbesondere in jenen Unternehmen sinnvoll ist, die Beziehungen zu internationalen Kunden pflegen, sehr komplexe Themen bearbeiten oder durch den Fachkräftemangel zum Hinzuziehen externer Fachexperten gezwungen sind.

Unternehmen die sich den Nachteilen stellen wollen, rate ich sich ausreichend mit den Risiken virtueller Arbeit sowie deren möglichen Umgehung auseinanderzusetzen. Zudem benötigt virtuelle Arbeit, meiner Meinung nach, die Offenheit sich einem anderen Führungsstil, weg von der Präsenzkultur, zuzuwenden.

Tipp: Lesen Sie mein neues Buch: virtuelle Teams & Homeoffice bei Springer Gabler oder buchen Sie mich für einen Vortrag.

Lindner, D. (2020) – virtuelle Teams und Homeoffice – Leitfaden für Technologie, Arbeitsmethoden und Führung. Springer Verlag

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Autor

Ich blogge über den Einfluss der Digitalisierung auf unsere Arbeitswelt. Hierzu gebe ich Inhalte aus der Wissenschaft praxisnah wieder und zeige hilfreiche Tipps aus meinen Berufsalltag. Ich bin selbst Führungskraft in einem KMU und Ich habe berufsgeleitend an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management meine Doktorarbeit geschrieben.

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