Agile Skalierung im Unternehmen – aber wie?

Seit der Einführung von Agilität versuchen wir diese zu skalieren. Der erste Schritt für agile Skalierung wurde mit Scrum of Scrums unternommen. Anschließend begannen eine große Zahl an agilen Evangelisten, sich Lösungen für eine unternehmensweite Skalierung von Scrum zu überlegen und schrieben von 2010 bis 2016 sehr spannende Bücher und Ansätze.

LESS, DAD, SAFe? Alles nur Marketing?

Alles begann mit dem SAFe Framework von Leffingwell (2010). Als sehr bürokratisch und zu unflexibel wurde in den Magazinen über dieses Rahmenwerk berichtet. Leffingwell hat dieses Framework bis heute stark verbessert und bringt jährlich neue Versionen heraus. Mehr Informationen dazu gibt es in seinem neuen Buch. Anschließend wollte IBM Agilität skalieren und brachte mit Ambler und Lines 2012 die Disciplined Agile Delivery hervor, eine Sammlung aus vielen Best Practices, die 2012 als Buch veröffentlicht worden sind. Nun rückten 2015  Ken Schwaber (Nexus) und bald auch Larman und Vodde (2016) mit dem LeSS Framework nach. Hierzu gibt es erste Vorträge der beiden und ein Buch, das ab September 2016 erscheint.

Evaluation der Frameworks durch Interviews

Im Zuge der Forschung zu Agilität habe ich mich mit diesen Skalierungsframeworks eingehend befasst und mich darüber gewundert, sie eigentlich selten im Einsatz zu sehen. Ich habe die Frameworks anschließend gemeinsam mit agilen Coaches evaluiert und kam zu einem überraschenden Ergebnis: Eigentlich wurden diese Rahmenwerke von den Coaches als reine Marketingframeworks beschrieben. Menschen würden in ein Framework gedrängt und die eigentliche Freiheit, die Scrum bieten muss, war nicht mehr gegeben. Aus diesem Grund wurde die Einführung solcher Frameworks nach Aussage der Coaches oft auf halber Strecke wieder abgebrochen und es wurde nach neuen Lösungen und Ansätzen gesucht.

Gibt es überhaupt agile Skalierung?

Scrum ist ein wenig wie Lego. Man kann es beliebig mit anderen Methoden kombinieren. So ist es im Großen wie auch im Kleinen, z. B. ist ein Backlog immer gleich zu verstehen. Einziger Unterschied ist, dass es bei mehreren Teams eben ein Backlog gibt, das größere User Stories, sogenannte Epics, mit sich führt. Oder nehmen wir ein Projektbacklog, das alle Projekte aufführt und diese priorisiert. So starte ich immer mit dem wichtigsten Projekten. Ich skaliere also eigentlich nicht Scrum, sondern ich nehme die Werte und Methoden der Agilität, damit diese an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit Wertschöpfung schaffen.

Holokratie, Scrum-Prinzip, Agile Leadership und Resilienz

Nach Auswertung der Interviews habe ich nun alle gefundenen Rahmenwerke zusammengefasst und nach Relevanz geordnet. Eine genaue Übersicht der genauen Inhalte und Urheber finden Sie im Artikel Rahmenwerke für Agilität.  Ich möchte nun darauf eingehen, was diese ausmacht.

Die in der Überschrift genannten Rahmenwerke engen die Organisation nicht so strikt ein wie aktuellen Skalierungsframeworks, denn ihr Fokus liegt auf der Organisation und den Menschen darin. Kein Framework schreibt genau vor, was zu tun ist, sondern jedes zielt auf eine Flexibilität und Selbstorganisation der einzelnen Beteiligten ab. Es sollen Rollen statt Positionen gebildet werden und falls nötig jederzeit die eigentliche Organisation außer Kraft gesetzt werden, um schneller und besser auf Veränderungen zu reagieren.

Genderhinweis: Ich habe zur leichteren Lesbarkeit die männliche Form verwendet. Sofern keine explizite Unterscheidung getroffen wird, sind daher stets sowohl Frauen, Diverse als auch Männer sowie Menschen jeder Herkunft und Nation gemeint. Lesen Sie mehr dazu.

Falls es noch Fragen gibt, können Sie mich gerne anrufen. Hierzu einfach im Buchungssystem nach einen freien Termin schauen. Ich nehme mir jeden Monat einige Stunden Zeit um mit Lesern zu interagieren.

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Verwendete Quellen anzeigen

Larman, C., & Vodde, B. (2016). Large-Scale Scrum. Hallbergmoos: Pearson Education.

Leffingwell, D. (2010). Agile Software Requirements: Lean Requirements Practices for Teams, Programs, and the Enterprise. Boston: Addison Wesley.

Schwaber, K. (2015). Nexus Framework. Retrieved from https://www.scrum.org/Resources/The-Nexus-Guide

Ambler, S. W., & Lines, M. (2012). Disciplined agile delivery. Boston: IBM Press.

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Autor

Ich blogge über den Einfluss der Digitalisierung auf unsere Arbeitswelt. Hierzu gebe ich Inhalte aus der Wissenschaft praxisnah wieder und zeige hilfreiche Tipps aus meinen Berufsalltag. Ich bin selbst Führungskraft in einem KMU und Ich berufsgeleitend an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management meine Doktorarbeit geschrieben.

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