“Ein bisschen bi schadet nie” titelte die Computerwoche im November 2015 und propagiert damit den Trend von Gartner. Doch was steckt hinter Bimodaler IT?

Was ist Bimodale IT?

Laut dem Magazin CIO ist diese “bimodale IT” oder zweigeteilte IT eine Spaltung zwischen dem vorhersehbaren Kernsystem und den eher experimentellen und agilen Systemen. Dies scheint vor allem in Digitalsierungsprojekten sinnvoll zu sein. Konkrete Umsetzungsbeispiele oder wirklich belegte akademische Literatur lässt sich jedoch aktuell nicht finden. Aus diesem Grund möchte ich auch in der Definition erstmal nicht weiter ausholen.

Sumurai vs Ninja

Zur näheren Beschreibung der Bimodalen IT zeigt Gartner eine Analogie eines Ninja und eines Sumarai. Im mittelalterlichen Japan existierte die Kriegerkaste der Sumurai mit einem strengen Ehrencodex. Dieser brachte den Sumurai viel Achtung ein, stand diesem jedoch auch oft im Weg. Der Gegenpol sind die “agilen” Ninjas, welche umkonventionelle Wege gehen durften. Also Wege, welche aufgrund des Ehrencodes der Sumurai, dieser nicht wählen durfte. “Erfolg zu jedem Preis” hieß es für einen Ninja.

sumarai-ninja
Nina und Sumarei in der Bimodalen IT (eigene Darstellung)

Nun könnte man diesem Vergleich mit der Compliance in Unternehmen ziehen. Während der klassische Mitarbeiter diese Richtlinien streng einzuhalten hat und sich an Standards halten muss, könnte ein zweites “agiles” Team von diesem losgelöst werden und seinem eigenen Weg gehen. Die Computerwoche titelte dazu “Inseln als Experiemtierfelder”.

Agil und Stabil

Der Blog different-thinking sagt: “Stabilität behindert Innovation” und sieht deswegen die Bimodale IT als Lösung für dieses “Dilemma”. Der Autor limitiert, dass die Kernsysteme eines Unternehmens stabil laufen müssen aber durch Bimodale IT der Spagat zwischen “beiden Welten” geschaffen werden kann. Der Autor nennt sogar einige Zahlen, welche auf dem Symposium von Gartner genannt worden sind:

  • 45% der CIOs haben bereits einen zweiten / agilen Modus für den Betrieb
  • 64% der CIOs sind von Natur aus pragmatisch
  • 2017 werden 75% der Organisationen beide Modi in der IT haben – die Hälfte wird scheitern

Hier stimme ich den Autor zu, dass diese Zahlen etwas zu hoch zu sein scheinen und man über die Definition “pragmatisch und CIO” durchaus streiten kann.

Two Speed IT

Ein ähnlicher Ansatz ist die Two-Speed IT. Hierzu habe ich ein Interview von McKinsey im Magazin CIO gefunden. Als Motivation wird die digitale Transformation genommen, welche stetig und schnell voranschreitet. Unternehmen sollen laut des Artikels mit dieser Geschwindigkeit Schritthalten und die Infrastruktur entsprechend trennen. Also eine IT-Organisation der “zwei Geschwindigkeiten”. Inwieweit sich diese mit bimodaler IT deckt kann aktuell nicht genau bestimmt werden. Einige Magazine verwenden beide Begriffe und wiederum andere trennen diese strikt.

Masterarbeit zum Thema Bimodale IT

Am 01.11 beginnt eine Masterarbeit zum Thema und ich bin gespannt, welche Erkenntnisse wir im März 2017 veröffentlichen können. Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Thema und ist dieses Thema bereits bei Ihnen im Unternehmen angekommen? Schreiben Sie es in die Kommentare unter dem Artikel oder helfen Sie meiner Masterandin mit einem Interview. Schreiben Sie mir dazu einfach eine Nachricht.

Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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