Die Ansprüche an Arbeit haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Globalisierung, die Digitalisierung und der demographische Wandel treiben neue Werte voran und ermöglichen auch gleichzeitig deren Realisierung.  Die zentralen Werte unserer neuen Arbeitswelt sind vor allem Selbstständigkeit, Handlungsfreiheit, Teilhabe und Selbstverwirklichung. Es zeigt sich, dass die Vereinbarkeit von privaten und beruflichen Interessen immer mehr in den Vordergrund rückt. Dabei nimmt auch die Unternehmenskultur einen immer stärker werdenden Stellenwert ein, wenn es um die Suche nach einem passenden Job geht. Aus Sicht der Arbeitgeber muss Arbeit demnach immer mehr zu den subjektiven Vorstellungen von Sinn und Lebensgestaltung passen oder noch besser, sich anpassen. Die klassische nine-to-five Festanstellung verliert an Bedeutung und eine selbstständige Organisation nach den persönlichen Bedürfnissen wird zentraler. So lässt sich sagen, dass Agilität eine zentrale Rolle in der Zukunft der Arbeit spielt.

In der neuen Arbeitswelt müssen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer stärker aneinander anpassen

Agilität bedeutet in diesem Kontext vor allem Anpassungsfähigkeit. Aus der Sicht der Arbeitnehmer besteht der Wunsch, dass sich Arbeit an die aktuellen Lebensumstände anpasst. Teilweise lässt sich dieser Wunsch natürlich bereits erfüllen, zum Beispiel in Form von Elternzeit oder der Ermöglichung von Sabbaticals. Eine tatsächliche Anpassung der Arbeitswelt an die privaten Umstände ist bisher allerdings nur selten möglich. Grund dafür sind vor allem arbeitsrechtliche und organisatorische Hindernisse.

Viele Unternehmen bieten wenig Möglichkeiten zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung. Neben der bereits bekannten alltäglichen Flexibilität wie zum Beispiel die Optionen auf Homeoffice oder Vertrauensarbeitszeit, suchen Arbeitnehmer nach einer neuen Flexibilität, die sich auf die jeweilige Lebensphase anwenden lässt. Diese kann ganz unterschiedlich sein. So kann zu Beginn eines Studiums zum Beispiel eine einfachere Tätigkeit mit passender zeitlicher Flexibilität wichtig sein, zum Ende des Studiums wird eher eine professionelle Werkstudententätigkeit angestrebt. Eine Trainee Position direkt nach dem Studium scheint eine gute Lösung zu sein.  Anschließend möchte man sehr gerne in eine Festanstellung wechseln oder bei Familiengründung eine zeitlang eine Freelance-Tätigkeit übernehmen.

Es besteht ein beidseitiges Bedürfnis nach Flexibilität

Diese Flexibilisierung der Karriere in Form einer Anpassung der Anstellungsverhältnisse an persönliche Bedürfnisse stellt Arbeitnehmer vor große Herausforderungen. Die ständige Suche nach einer neuen Anstellung mit passenden Konditionen verlangt einen großen organisatorischen Aufwand. Auch auf der Seite der Unternehmen besteht ein großes Bedürfnis nach Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Dieses Bedürfnis entsteht vor allem durch wirtschaftliche, globale Schwankungen. Um auf diese Schwankungen schnell zu reagieren, müssen Unternehmen fähig sein zum einen ihr Geschäftsmodell agil anzupassen, als auch zum anderen ihr Personal entsprechend zu flexibilisieren.

Demnach besteht auf beiden Seiten ein Bedarf an mehr Flexibilität in der Arbeitswelt. Warum sollte es dann nicht einfach sein, diese beiden Bedürfnisse zusammenzubringen, wenn sie sich doch decken?

Plattformen vermitteln zwischen den beiden Bedürfnissen und verhelfen somit zu mehr Anpassungsfähigkeit

Eine Lösung für diese Situation versprechen digitale Plattformen. Auf digitalen Plattformen lassen sich zwei Personengruppen ganz einfach vereinen: in diesem Fall die Arbeitnehmer und Arbeitgeber, was sich auch als Angebot und Nachfrage beschreiben lässt. Die Organisatoren und Betreiber der Plattformen dienen als Vermittler und können durch ihre algorithmische Steuerung beide Bedürfnisse decken. Bei richtiger Regulierung und der Umsetzung fairer Arbeitsbedingungen (in Form von einem sicheren Anstellungsverhältnis, fairer Entlohnung, Teilhabe und Arbeitsschutz) könnte die Anpassung der Arbeitssituation an die aktuellen Lebensumstände ganz effizient und digital abgewickelt werden. Auf der Plattform bieten Unternehmen verschiedene Jobs an (zum Beispiel eine Werkstudentenstelle oder eine projektbasierte Freelance-Tätigkeit) und die auf der Plattform registrierten Arbeitssuchenden müssen sich nur entscheiden, welche Stelle gerade am besten zu ihren Vorstellungen passt und sich per Klick darauf bewerben. Warum sollte es nicht genauso einfach sein eine passende Arbeit zu finden wie eine Pizza zu bestellen oder einen Film bei Netflix zu streamen? Also auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten, per Klick und effizient. Durch kluge Algorithmen bleibt wenig Raum für Fehltritte und dafür mehr Raum für die tatsächliche Vereinbarkeit von Privatem und Beruflichen. Mehr Zeit und Raum zur geforderten Selbstverwirklichung und Selbstbestimmtheit. Dies kann nur durch agile Unternehmen und agile Arbeitnehmer umgesetzt werden.

Dies ist ein Gastartikel von Frederik Fahning – einer der Gründer des Berliner Unternehmens Zenjob (https://www.zenjob.de/).

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/unternehmer-start-start-up-mann-593362/

Avatar
Autor

Frederik Fahning ist einer der Gründer des Berliner Unternehmens Zenjob (https://www.zenjob.de/). Das technologie-orientierte Personalservice-Unternehmen überlässt studentische Aushilfskräfte an Unternehmen in diversen Branchen. Über die Zenjob-App buchen Studierende kurzfristige Jobs auf Stundenbasis oder einen Nebenjob für bis zu sechs Monaten. Ein weiterer Ausbau dieses Systems ist die Vision der Zukunft der Arbeit für Frederik Fahning und seine Mitgründer.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen