Die digitale Transformation ist eine, wenn nicht die größte Herausforderung für Unternehmen in jeder Branche (Laïfi & Josserand 2014) Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie in jede Einheit von Unternehmen Einzug nehmen wird (Lyytinen et al. 2016). Weiterhin werden Trends wie Big Data und die vierte industrielle Revolution von Unternehmen aufgegriffen und stellen gemeinsam mit der digitalen Transformation Unternehmen vor weitere Herausforderungen (Kaufmann 2015) wie u. a. eine höhere Komplexität und Dynamik von Märkten und Unternehmen (Pfläging & Hermann 2015) Ein Ansatz, diese zu meistern, könnte im „strukturellen Wandel“ von Unternehmen liegen (Gloger & Margetich 2014; Laloux 2015; Robertson 2015). Die genaue Umsetzung dieses „Wandels“ ist aktuell allgegenwärtig ein umstrittenes Thema.

In der Literatur zeichnen sich mehrere Ansätze für einen „strukturellen Wandel“ ab. Basis der Überlegung sind die theoretischen Überlegungen von Laloux (2015), der „evolutionäre“ Strukturen als zukunftsfähig interpretiert. Anderson & Uhlig (2015) und Nowotny (2016) interpretieren die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen mit „agilen“ Strukturen. Dagegen lässt sich einwenden, dass alle genannten Autoren sogenannte „Praktiker“, also nicht akademische Quellen sind. Aus diesem Grund ist eine genaue Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse schwer und die Aussagen der Autoren umstritten. Es finden sich in aktueller Literatur zahlreiche praktische agile Rahmenwerke in „nichtakademischen“ Quellen wie u. a. Holokratie (oder Holacracy) (Robertson 2015), Soziokratie/Management Y (Brandes et al. 2014), Demokratie (Sattelberger et al. 2015), Scrum-Prinzip (Gloger & Margetich 2014) Agile Führung (Gloger & Rösner 2015), Management 3.0 (Appelo 2010) und „Komplexithoden“ (Pfläging & Hermann 2015), auf welche die Betrachtung fokussiert werden soll. Zwar finden sich weitere Rahmenwerke zu Agilität wie SAFe (Leffingwell 2010), leSS (Larman & Vodde 2016) oder Nexus (Schwaber 2015), jedoch werden diese durch empirische Studien bereits ausreichend untersucht. Alle genannten Rahmenwerke liefern einen unterschiedlichen Ansatz für Agilität im Unternehmen.

Motivation von Agilität im Management

Im Zuge der wissenschaftlichen Literaturrecherche wurde erkannt, dass Autoren diese praktischen Ansätze aufgreifen. So wird Holokratie als ein zukunftsfähiges Konzept beschrieben (Greenfield 2015), das jedoch mit wissenschaftlichen Methoden evaluiert werden sollte (Nair 2016). Soziokratie wird ebenfalls von Forschern untersucht. So finden sich aktuelle Untersuchungen mit Wissensarbeitern der Generation Y (Pant & Vijaya 2015). Demokratische Ansätze wurden bereits erfolgreich in Non-Profit- Organisationen evaluiert (Edwards et al. 2015). Die Autoren empfehlen nun weiter eine Untersuchung in Organisationen (Griffin et al. 2015). Dies stellt nur einige Auszüge der Untersuchungen mit den Rahmenwerken der Praktiker dar. Aus diesem Grund untersucht dieser Beitrag die agilen Rahmenwerke und wird diese mit Experten auf die Anwendbarkeit sowie die grundlegende Notwendigkeit von Agilität im Unternehmen prüfen.

Studie zu Agilität im Management

Die Studie gliedert sich in drei Abschnitte. Zuerst wird in Form einer Literatursuche aus akademischen Datenbanken, Google Scholar und einer Fachbuchsuche mithilfe von „Searchstrings“ relevante Literatur zu den Rahmenwerken der „Praktiker“ identifiziert. Die Recherche beschränkt sich auf Literatur zwischen 2010 und 2016. In Ausnahmefällen werden vereinzelt auch relevante ältere Quellen verwendet. Die Literatur wird anschließend in wissenschaftliche und praktische Quellen unterteilt. Kriterium für die praktischen Quellen ist ein hoher Einbezug in wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Anschließend werden die Quellen kategorisiert und ausgewertet. Diese Auswertung wird mithilfe von Experteninterviews vorgenommen. Ziel dieser Evaluation ist es die Relevanz der Literatur pro Unternehmensbereich (Logistik, Marketing etc.) genauer zu bewerten. Zusätzlich werden die Rahmenwerke der Praktiker mit den Experten genau hinterfragt. Die Experten werden bevorzugt aus kleinen und mittleren Unternehmen ausgewählt. Für ein gemeinsames Verständnis der konzeptionellen Hintergründe erfolgt zunächst eine Definition des Begriff Agilität im Kontext von Organisationen.

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Verwendete Quellen anzeigen

Anderson, K., & Uhlig, J. (2015). Das agile Unternehmen. München: Campus Verlag. Appelo, J. (2010). Management 3.0: Leading Agile Developers, Developing Agile Leaders.

Boston: Addison-Wesley Professional.

Bargstedt, U., Horn, G., & van Vegten, A. (2015). Resilienz in Organisationen stärken: Vorbeugung und Bewältigung von kritischen Situationen. Oberhaching: Verlag für Polizeiwissenschaften.

Brandes, U., Gemmer, P., Koschek, H., & Schültken, L. (2014). Management Y (Vol. 53).

Diekmann, A. (2008). Empirische Sozialforschung. Berlin: Rowohlts Enzyklopädie.

Edwards, A., de Kool, D., & van Ooijen, C. (2015). The information ecology of parliamentary monitoring websites: Pathways towards strengthening democracy. Information Polity, 20, 253–268.

Fettke, P. (2006). State-of-the-Art des State-of-the-Art. Eine Untersuchung der Forschungsmethode „Review“ innerhalb der Wirt-schaftsinformatik. WIRTSCHAFTSINFORMATIK, 46(5), 331–340.

Gloger, B., & Margetich, J. (2014). Das Scrum-Prinzip. Agile Organisationen aufbauen und gestalten. Stuttgart: Schäffer-Poeschel Verlag.

Gloger, B., & Rösner, D. (2014). Selbstorganisation braucht Führung. München: Hanser Verlag.

Greenfield, R. (2015). The Future is Bossless. Bloomberg Business Week, 63.

Griffin, M., Learmonth, M., & Elliott, C. (2015). Non-domination, contestation and freedom: The contribution of Philip Pettit to learning and democracy in organisations. Management Learning, 46(3), 317–336.

Hoffmann, G. P. (2016). Organisationale Resilienz. Springer.
Kaufmann, T. (2015). Geschäftsmodelle in Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge: Der Weg vom Anspruch in die Wirklichkeit. Berlin: Springer Vieweg.

Laïfi, A., & Josserand, E. (2014). Legitimation in practice: A new digital publishing business model. Journal of Business Research, 69, 2343–2352.

Laloux, F. (2015). Reinventing Organisations. München: Vahlen Verlag.

Larman, C., & Vodde, B. (2016). Large-Scale Scrum. Hallbergmoos: Pearson Education.

Leffingwell, D. (2010). Agile Software Requirements: Lean Requirements Practices for Teams, Programs, and the Enterprise. Boston: Addison Wesley.

Lyytinen, K., Yoo, Y., & Boland Jr., R. J. (2016). Digital product innovation within four classes of innovation networks. Information Systems Journal, 26(1), 47–75.

Nair, R. (2016). Holacracy in Academia. SCMS Journal of Indian Management, January, 1–2. Nowotny, V. (2016). AGILE UNTERNEHMEN – FOKUSSIERT, SCHNELL, FLEXIBEL: Nur was sich

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Pant, J. J., & Vijaya, V. (2015). Management of Gen Y Employees through Psychological Contract – “An Exploratory Study in IT/ITES Companies”. SDMIMD Journal of Management, 6(1), 25–40.

Pfläging, N. (2014). Organisation für Komplexität. München: Redline Verlag.
Pfläging, N., & Hermann, S. (2015). Komplexithoden: Clevere Wege zur (Wieder)Belebung von

Unternehmen und Arbeit in Komplexität. München: Redline Verlag.
Robertson, B. (2015). Holacracy: The New Management System for a Rapidly Changing

World. New York: Macmillan USA.
Sattelberger, T., Welpe, I., & Boes, A. (2015). Das demokratische Unternehmen. München:

Haufe Verlag.

Schwaber, K. (2015). Nexus Framework. https://www.scrum.org/Resources/The-Nexus- Guide.

Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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