BAIT Audits – Bankaufsichtliche Anforderungen an die IT verstehen

25 02 2026

Die Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) konkretisieren die Vorgaben der MaRisk für den IT-Betrieb von Banken. Sie definieren, wie Institute ihre Informationssicherheit, IT-Governance und technischen Prozesse organisieren müssen, um Risiken zu minimieren und regulatorische Erwartungen zu erfüllen. Für interne Revisionen und externe Prüfungen stellen BAIT-Audits daher ein zentrales Instrument dar, um die Wirksamkeit der IT-Kontrollen zu bewerten und die regulatorische Compliance sicherzustellen.

Dieser Artikel beleuchtet die aufsichtsrechtlichen Anforderungen, typische Prüfungsschwerpunkte sowie bewährte Umsetzungspraktiken aus einer geschäftsorientierten Perspektive.

Regulatorischer Hintergrund und Zielsetzung der BAIT

Die BAIT wurden von der BaFin entwickelt, um die wachsende Bedeutung stabiler und sicherer IT-Systeme im Bankensektor zu adressieren. Sie sollen sicherstellen, dass IT-Risiken nicht isoliert betrachtet werden, sondern integraler Bestandteil des unternehmensweiten Risikomanagements sind.

Ziel ist es, Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Steuerbarkeit der IT-Landschaft zu gewährleisten. Institute müssen klare Verantwortlichkeiten definieren, Prozesse dokumentieren und wirksame Kontrollen implementieren. Dabei steht nicht nur die technische Sicherheit im Fokus, sondern auch die organisatorische Einbettung der IT in Governance-Strukturen.

Für das Management bedeutet dies: IT ist kein rein operatives Thema mehr, sondern ein strategischer Faktor, der direkt mit regulatorischen Erwartungen und geschäftlicher Resilienz verknüpft ist.

Zentrale aufsichtsrechtliche Anforderungen

Die BAIT strukturieren sich entlang mehrerer Kernbereiche, die für Audits besonders relevant sind:

IT-Governance: Banken müssen klare Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege etablieren. Dazu gehören definierte Rollen, Eskalationsmechanismen und eine angemessene Einbindung der Geschäftsleitung.

Informationsrisikomanagement: Risiken aus IT-Systemen müssen systematisch identifiziert, bewertet und überwacht werden. Dies umfasst auch Drittanbieter und ausgelagerte Dienstleistungen.

Informationssicherheit: Ein strukturiertes Sicherheitsmanagement – häufig basierend auf anerkannten Standards – ist erforderlich. Richtlinien, Schulungen und kontinuierliche Überwachung sind Pflicht.

Benutzer- und Berechtigungsmanagement: Zugriffe müssen nachvollziehbar, rollenbasiert und regelmäßig überprüft sein.

IT-Betrieb und Change-Management: Stabile Betriebsprozesse und kontrollierte Änderungen sind entscheidend, um Ausfälle und Sicherheitslücken zu vermeiden.

Notfallmanagement: Institute müssen in der Lage sein, IT-Störungen schnell zu erkennen und geschäftskritische Prozesse wiederherzustellen.

Diese Anforderungen sind nicht isoliert zu betrachten – sie bilden ein zusammenhängendes Kontrollsystem.

Typische Prüfungsschwerpunkte bei BAIT-Audits

Ein BAIT-Audit bewertet, ob Prozesse nicht nur dokumentiert, sondern auch effektiv umgesetzt werden. Prüfer konzentrieren sich häufig auf folgende Bereiche:

Governance und Dokumentation: Sind Richtlinien aktuell, verständlich und in der Organisation verankert? Gibt es klare Nachweise über Entscheidungsprozesse?

Risikobewertung: Werden IT-Risiken regelmäßig analysiert und priorisiert? Sind Maßnahmen nachvollziehbar abgeleitet?

Kontrollwirksamkeit: Funktionieren definierte Kontrollen tatsächlich im Tagesgeschäft? Beispiele sind Rezertifizierungen von Berechtigungen oder Protokollauswertungen.

Outsourcing und Drittparteien: Entsprechen Dienstleister den regulatorischen Anforderungen? Gibt es transparente Überwachungsmechanismen?

Incident-Management: Werden Sicherheitsvorfälle strukturiert behandelt und dokumentiert?

Nachvollziehbarkeit und Audit-Trail: Sind Aktivitäten revisionssicher protokolliert?

Ein wesentliches Auditprinzip lautet: „If it isn’t documented, it didn’t happen.“ Fehlende Nachweise können selbst bei funktionierenden Prozessen zu Beanstandungen führen.

Praktische Umsetzungsstrategien für Institute

Die erfolgreiche Umsetzung der BAIT erfordert ein Zusammenspiel aus Governance, Technologie und Unternehmenskultur.

Integration statt Insellösungen: IT-Risiken sollten in das zentrale Risikomanagement eingebunden sein. Silodenken erschwert Transparenz und Steuerung.

Automatisierung nutzen: Tools für Berechtigungsmanagement, Monitoring und Reporting erhöhen Effizienz und Nachvollziehbarkeit.

Rollen klar definieren: Verantwortlichkeiten müssen eindeutig sein, insbesondere zwischen IT, Compliance und Fachbereichen.

Kontinuierliche Schulung: Mitarbeitende sind ein zentraler Sicherheitsfaktor. Regelmäßige Trainings stärken das Risikobewusstsein.

Audit-Readiness etablieren: Dokumentationen und Nachweise sollten laufend gepflegt werden, nicht erst kurz vor Prüfungen.

Lessons Learned implementieren: Ergebnisse aus Vorfällen oder Audits sollten systematisch in Verbesserungsmaßnahmen überführt werden.

Ein reifer BAIT-Ansatz bedeutet, regulatorische Anforderungen als Chance zur Optimierung von Prozessen zu verstehen – nicht nur als Compliance-Pflicht.

Fazit

BAIT-Audits sind weit mehr als eine regulatorische Pflichtübung. Sie fördern strukturierte IT-Governance, stärken die Informationssicherheit und erhöhen die betriebliche Stabilität von Banken. Institute, die BAIT-Anforderungen strategisch umsetzen, profitieren von klaren Prozessen, reduzierten Risiken und höherer Prüfungsreife. Entscheidend ist, Compliance nicht isoliert zu betrachten, sondern als integralen Bestandteil moderner IT-Steuerung und nachhaltiger Geschäftsstrategie.

Bildquelle: https://pixabay.com/illustrations/business-office-money-finance-8256833

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