Beim Entwickeln von Apps und Plattformen im Netz, die unterschiedliche Dienste anbieten, stehen Betreiber immer wieder vor einer großen Frage: Wie können sie mit ihrem Service einen Umsatz machen? Dabei gibt es zwei gängige Wege. Während die einen Werbungen schalten und dadurch mit Werbekunden Einnahmen generieren, setzen andere auf einen kostenpflichtigen Premiumservice, der völlig ohne Werbeunterbrechungen funktioniert. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, außerdem sind sie für verschiedene Angebote besser oder schlechter geeignet. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Entscheidungshilfen!

Die Nutzungsdauer miteinbeziehen

Die erste, wichtige Frage, die sich Betreiber stellen müssen, besteht darin, wie lange ein Service durchschnittlich genutzt wird. Wer z. B. einen Streaming-Service wie Netflix oder Hulu anbieten möchte, kann davon ausgehen, dass dieser mehrere Monate regelmäßig genutzt wird. Für eine lange Nutzungsdauer ist eine bezahlte Mitgliedschaft eine gute Wahl, denn Werbungen können mit der Zeit lästig erscheinen und die Unterhaltung zu stark unterbrechen. Viele Kunden von Streaming-Services sehen genau hier sogar einen Vorteil gegenüber dem klassischen Fernsehen. Da es keine Werbeunterbrechungen während eines Films oder einer Serie gibt, kann man tiefer in das Geschehen eintauchen und die Welt um sich herum gänzlich ausblenden. Natürlich ist es auch wichtig zu hinterfragen, wie lange ein Service pro Sitzung verwendet wird. Bei kurzen Videos wie auf YouTube werden Werbungen viel eher toleriert, da die meisten User nicht mehrere Stunden auf der Plattform verbringen. Bei der Entwicklung von Apps kann dieselbe Entscheidungshilfe angewandt werden: Ein mehrwöchiges Sportprogramm bei Freeletics darf ruhig etwas kosten, ein kurzlebiges Trivia-Quiz wird besser mit einem unauffälligen Werbebanner oder kurzen Werbefilmen zwischen den Levels finanziert.

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Zahlungsbereitschaft der Kunden

Wer ein kostenpflichtiges Service ins Netz stellen möchte, muss Kunden animieren, Geld dafür zu bezahlen. Das ist nicht immer einfach, denn besonders in der Online Welt suchen User gerne nach kostenlosen Alternativen. Um einen potentiellen Kunden von dem eigenen Angebot zu überzeugen, müssen verschiedene Faktoren gegeben sein: Begeisterung für den Dienst, Vertrauen in den Anbieter und die Überzeugung, dass ein Service langfristig interessant bleibt. Wer sich mit seinem Produkt bereits einen Namen gemacht hat, erfüllt diese Faktoren relativ einfach. Durch Mundpropaganda wird das Unternehmen von vertrauenswürdigen Personen aus dem Umfeld weiterempfohlen, dazu entsteht ein gewisser Vorführeffekt. Wenn viele Menschen ein Online Service abonnieren, sollte es schließlich gut sein! Wer diesen Bonus nicht hat, kann potentiellen Kunden aber auch die Möglichkeit geben, sich selbst von einem Angebot zu überzeugen. Aus diesem Grund sind Testabos mit gewissen Fristen besonders beliebt – und selbst die großen Player im WWW greifen auf diese Methode zurück. Wer z. B. Spotify Premium nutzen und damit Werbeeinschaltungen deaktivieren möchte, kann den ersten Monat kostenlos erhalten. Nach einem Monat kann die Mitgliedschaft verlängert werden, kostet dann aber einen monatlichen Beitrag. Im iGaming-Bereich wird kein Abo-System verwendet, stattdessen verschenken einige Online Casinos Freispiele, ohne dass eine Einzahlung getätigt werden muss. Spieler müssen sich also nur auf einer Plattform registrieren, jedoch kein Geld ausgeben, bevor sie Freispiele geschenkt bekommen. Der Gewinn durch ein Freispiel kann dann einfach ausbezahlt werden – hier gibt es bei manchen Casinos jedoch gewisse Umsatzbedingungen.

Werbungen sinnvoll platzieren

Entscheidet man sich dazu, Werbeschaltungen einzusetzen, sollten diese möglichst gut und sinnvoll platziert werden. Dabei sollte bedacht werden, wo und wann eine Werbung am wenigsten stört und trotzdem genügend Aufmerksamkeit erlangt, dass Werbekunden am Kauf einer Einschaltung interessiert sind. Banner-Ads können z. B. durchgehend während einem Programm angezeigt werden, dürfen dann aber nur an den Rand des Bildschirms gesetzt werden. Werbevideos können einen Dienst unterbrechen, sollten dies aber nicht regelmäßig tun. YouTube hat seine Werbeeinschaltungen in den letzten Monaten stark erhöht, was viele Zuseher verärgert hat. Womöglich möchte die Streaming-Plattform mehr User dazu bewegen, die kostenpflichtige Premiumversion zu kaufen. Solche Versuche können allerdings schiefgehen, denn verärgerte Kunden investieren nur ungern in einen Online Dienst. Einige Spiele-Apps lassen Usern mittlerweile sogar die Wahl. Sind alle Leben im Game verbraucht, kann der Spieler entweder mehrere Stunden warten oder eine kurze Werbung ansehen. Die Bereitschaft Werbungen zu tolerieren ist hier deutlich größer, außerdem fühlt sich der Kunde in die Entscheidung miteinbezogen.

Viele Entwickler von Online Diensten spüren den Druck im Web, Inhalte generell kostenlos anzubieten. Bei einer vielfältigen Konkurrenz bleibt oft nichts anderes übrig, als das eigene Projekt gänzlich mit Werbung zu finanzieren. Wer jedoch ein gutes Service zur Verfügung stellt und dieses von Kunden testen lässt, kann auch zahlende Kundschaft an Bord holen.

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Edward Teach
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