Der digitale Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Dank dem Internet und Smartphones haben wir die ganze Welt im Grunde immer dabei. Wann und wo immer wir wollen, informieren wir uns über die aktuellsten Geschehnisse, kommunizieren mit Freunden, Arbeitskollegen, Fremden oder kaufen digital per Knopfdruck ein. Ohne Computer geht es nicht mehr. Das hat man längst auch im Sport erkannt. Im Fußball gehen nicht nur die Vereine mit der Zeit, sondern auch das Spiel. Und der Fortschritt ist noch lange nicht am Ende.

Social Media ist Pflicht

Kein Verein der Welt kann es sich heutzutage leisten, ohne eine inhaltsstarke Internetpräsenz auszukommen. Fans aus dem In- und Ausland müssen sich schließlich über die Neuigkeiten ihres Herzensklubs informieren. Doch damit ist noch lange nicht genug. Twitter, Instagram, Facebook, YouTube: Ohne Social Media hinken Fußballklubs der Konkurrenz in Sachen Reichweite und Medienwirksamkeit meilenweit hinterher. Das kann sich heutzutage in einer voll vernetzten Welt niemand mehr erlauben. „Die Zielgruppe der unter 40-Jährigen erreichen wir ohne Internet und soziale Medien kaum noch“, bestätigte BVB-Manager Hans-Joachim Watzke bereits vor zwei Jahren beim Bielefelder IT-Dienstleister itelligence.

Die Digitalisierung im Fußball ist nicht nur auf die Fanpflege beschränkt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sensorik zur Leistungsaufnahme der Spieler sowie das Erfassen von Statistiken, die weit über Ballbesitz, Torschüsse und absolvierter Pässe hinausgeht. Sei es durch Kameras am Rasen, einem Chip im Ball, oder als Kleinstcomputer in der Trainingskleidung integriert. 

Quelle: Pixabay

Analyse der Leistungsdaten als Schlüssel zum Erfolg

Wer seine Profis durchleuchtet und die Resultate auswertet, wird im Endeffekt auch auf dem Platz effektiver. Die besten Beispiele hierfür sind Mannschaften wie Bayern München oder Dortmund. Beide Klubs zählen laut Anbietern wie bet365 mit Wettquoten von 1,14 und 7,00 (Stand 10.09.) zu den Mannschaften mit den größten Chancen auf einen Sieg der Bundesliga. Die Analyse der Leistungsdaten steht bei beiden Klubs fast schon auf der Tagesordnung. Noch deutlicher wird dieser Aspekt in kleineren Ligen. Der FC Midtjylland wurde 2016 dänischer Meister durch Berechnungen eines Computers. Softwaresysteme ermittelten Wahrscheinlichkeiten und analysierten Statistiken auf Basis bestimmter Kennzahlen bzw. Indikatoren. Dadurch war es den Dänen möglich, mit beschränkten Geldmitteln die passenden Spieler auf dem Markt zu finden, um sich später zum Meister zu machen und einige Profis gewinnbringend wieder zu verkaufen. 

Der VAR als neue Art des Schiedsrichters

Viel diskutiert wurde seinerzeit auch die Einführung des Video Assistant Referrees, kurz VAR. Die nach wie vor umstrittene Technologie sollte das Spiel fairer machen und Fehlentscheidungen aufdecken. Ein Videoschiedsrichter sitzt in einer Zentrale, unterstützt durch mehrere Kameras, die es erlauben, strittige Szenen oder Tore aus mehreren Blickwinkeln zu beleuchten. Anschließend informiert er den Schiedsrichter über seine Entscheidung. Dieser kann sich die Szene dann direkt auf dem Rasen vor Augen führen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Die Entscheidung in Hinsicht auf ein Tor oder kein Tor war noch nie so einfach.

Ähnlich verhält es sich mit der Torlinientechnologie, die bei internationalen Turnieren der FIFA wie auch in der Bundesliga eingesetzt wird. Dabei gibt es mehrere Systeme, wobei das Leder entweder per Funk oder optisch analysiert wird. Beispiele hierfür sind das vom Fraunhofer-Institut entwickelte GoalRef oder GoalControl, das erstmals bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien eingesetzt wurde.

Kein Ende in Sicht

Die Liste ließe sich noch lange fortführen und wird in naher Zukunft sicherlich noch erweitert werden. Allein schon die Übertragungswege von Live-Veranstaltungen haben sich in den vergangenen Jahren drastisch geändert. Das digitale Zeitalter macht eben auch vor König Fußball nicht halt. Ob dies alles notwendig ist, sei dahingestellt. Fußballromantiker kritisieren die neue Technik schon seit deren Einführung. Diese mache die Seele des Fußballs kaputt. Doch im Endeffekt ist es alles nur eine Frage der Gewohnheit und Akzeptanz. Schließlich entwickelt sich der Fußball Jahr für Jahr weiter. Sei es auf oder neben dem Platz. Genau wie die digitale Welt. Ohne die geht heute eben nichts mehr.

Bildquelle: Quelle: Pixabay

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