Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran. Industrie 4.0, autonome Fahrzeuge, erweiterte Realität in Wissenschaft und in der Industrie sind auch in Deutschland immer stärker im Kommen. Der begonnene Ausbau des Mobilfunks auf 5G für Übertragung riesiger Datenmengen mit minimaler Latenzzeit ist dafür eine wichtige Voraussetzung.

Doch ständig wachsende Datenmengen stellen auch ständig neue Herausforderungen dar. Eine zunehmend relevante Lösung, was das Speichern und Sichern der Daten anbelangt, ist Cloud Computing.

Im Jahr 2018 gaben in einer Umfrage unter deutschen Unternehmen bereits 73 Prozent aller Befragten an, Cloud-Dienste fürs Geschäft einzusetzen. Dabei werden über Internet oder firmeneigenes Intranet Verbindungen zu Servern hergestellt, die verschiedene Anwendungen ermöglichen, von Software bis zur Datenspeicherung. Für die Nutzer bedeutet das unter anderem, dass sie Programme laufen lassen können, ohne selbst die notwendigen, kostspieligen Speicherkapazitäten bereitstellen zu müssen.

Eine andere beliebte Form von Cloud Computing ist Cloud Gaming. Hierbei werden externe Cloud-Server anstatt lokaler Geräte zur Ausführung der Spiele verwendet. Das hat die Vorteile, dass nicht alle paar Jahre eine neue Hardware für die neuesten Spiele gekauft werden muss und dass jedes Spiel auf jedem Gerät mit einem Bildschirm und einer Internetverbindung spielen kann. Im privaten Bereich kann das nützlich für die Teilnahme an epischen Mulitplayer-Rollenspiel sein, einem Besuch im 888 Casino oder auch zum Spielen von Sims 4. Statt die Spiele oder Programme herunterzuladen, werden sie über die Cloud aktiviert und fallen dadurch für die eigene Festplatte nicht ins Gewicht. Im Geschäftsalltag kann Cloud Gaming oder Computing auch eine große Entlastung sein. So können Dateien mit Kollegen auf der ganzen Welt geteilt werden. Bei intensiver Datennutzung oder datenlastigen Anwendungen können mit der Nutzung einer Cloud zudem Kosten gespart werden.

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In Europa sind vor allem die skandinavischen Länder führend, was die Nutzung von digitalen Lösungen anbelangt. Im Digital Economy and Society Index werden alljährlich fünf Bereiche gemessen, nämlich Konnektivität, digitale Kompetenzen, Nutzung von Internet in der Bevölkerung, sowie Einsatz digitaler Technologien in den Unternehmen und digitale öffentliche Dienste. Ausgerechnet der Industrieriese Deutschland liegt dabei nur knapp über dem europäischen Durchschnitt. Dabei waren deutsche Forscher an der Technischen Universität Dresden maßgeblich mit an der Entwicklung von 5G und damit dem Fundament für die nächste Stufe der weltweiten Digitalisierung beteiligt.

Weil Cloud Computing nicht mehr aus der Firmenwelt, aber auch dem Privatleben wegzudenken ist, entwickeln immer mehr Anbieter ihre eigene Cloudplattform, auf denen Speicherplätze gemietet werden können. Zu den Platzhirschen gehören Google, Samsung und Apple, aber der chinesische Mobilfunkriese Huawei, der zudem am Ausbau eines Großteils der europäischen 5G-Netzwerke beteiligt ist, will ihnen künftig kräftig Konkurrenz machen. Huawei bietet seinen Kunden eine Web-Oberfläche an, die noch nicht überall Standard ist, aber dafür können die Nutzer nicht wählen, welche Daten sie speichern wollen. Bei dem chinesischen Anbieter gibt es nur alles oder nichts, was die Cloud-Aufbewahrung anbelangt.

Was den hoch sensiblen Datenschutz betrifft, so verspricht Huawei genau wie die anderen Anbieter auch, dass die innerhalb der Europäischen Union gesendeten auch ausschließlich auf Servern innerhalb der EU gespeichert werden. Zudem sollen die EU-Datenschutzrichtlinien gelten.

Das Thema Datensicherheit ist für viele Nutzer der Knackpunkt, wenn es um Cloud Computing geht. Weil der Standort des speichernden Unternehmens darüber entscheidet, welches Datenschutzrecht gilt, können Deutsche sich dank strikter Richtlinien viel sicherer als zum Beispiel Amerikaner fühlen, was die Bespitzelung durch staatliche Stellen angeht.

Doch Hacker stellen auch für Daten aus der EU eine Bedrohung dar. Werden bei Angriffen auf Firmendaten persönliche Passwörter erbeutet, können diese den Zugang zu den Cloud-Daten ermöglichen. Zwei-Faktor-Authorisierung, die sich nicht allein auf ein Passwort verlässt, sowie das regelmäßige Ändern des Kennworts verbessern den Schutz vor Fremdzugriffen.

Um die Daten in der Cloud so sicher wie möglich zu machen, sollten sie zudem vom Anwender verschlüsselt werden – etwas, das die meisten Cloud-Anbieter nicht von sich aus erledigen. Die schon fast standardmäßig aktivierte SSL- oder TSL-Transportverschlüsselung reicht hier allerdings nicht aus, weil sie die Daten nur während der Übertragung selbst vor Zugriffen schützt. Auch am Speicherort direkt, also in der Cloud, bietet die Data-at-Rest Verschlüsselung nur bedingte Sicherheit, weil bei der Speicherung im Web theoretisch auch die Administratoren Zugriff haben. 

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Die größte Sicherheit bietet deshalb die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Dabei werden die Daten bereits vor der Übertragung in die Cloud lokal auf dem Rechner, Handy oder anderem Endgerät verschlüsselt. Um die Daten zu dekodieren, ist anschließend auf jeden Fall das persönliche Kennwort erforderlich, ob die Informationen nun auf dem Smartphone oder direkt in der Cloud abgerufen werden sollen. Dabei bieten verschiedene Cloudsysteme auch verschiedene Ende-zu-End-Verschlüsselungen an.

Wer wichtige Dateien in der Cloud aufbewahrt, kann außer dem normalen Cloudspeicher bei einigen Anbietern auch Datensicherung durch Online-Backups mit Verschlüsselung wählen. Dabei werden neue Daten genauso wie Updates automatisch auf der Cloud gespeichert. Da sich etliche Nutzer nicht ausschließlich auf die Cloud als Speicherort verlassen wollen, sind auch interne Festplatten und Harddrives weiterhin ein großer Bestandteil des Büroalltags, aber auch Privatlebens. Werden diese Speichermedien beschädigt oder gestohlen, sind Duplikate in der Cloud mehr als nur ein Stückchen Sicherheit.

Während in Deutschland das Vertrauen ins Cloud Computing vor allem durch die damit verbundene Flexibilität und Kosteneinsparung allmählich wächst, sind die niederländischen  Nachbarn schon längst überzeugt. Als in der Bundesrepublik nur 44,7 Prozent der Unternehmen mehr als die Hälfte ihrer Daten in der Cloud speicherten, waren es in den Niederlanden bereits 60,2 Prozent, mit steigender Tendenz. Cloud Computing ist für viele Unternehmen die Zukunft.

Bildquelle: Pixabay and themediafolk

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