Der digitale Wandel ist in Unternehmen angekommen und zwingt diese immer mehr Rechenleistung anzufordern. Ein Lösungsansatz ist das sogenannte Cloud Computing. Doch was ist Cloud Computing? Vor der Jahrtausendwende war Deutschland noch vollkommen Cloud frei! Erst seit wenigen Jahren bieten Hersteller dedizierte Lösungen für die Cloud an. Doch was ist Cloud Computing? Schaut man in Wikipedia findet sich folgendes:

Cloud Computing beschreibt die Bereitstellung von IT-Infrastruktur wie beispielsweise Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungssoftware als Dienstleistung über das Internet. Technischer formuliert umschreibt das Cloud Computing den Ansatz, IT-Infrastrukturen über ein Rechnernetz zur Verfügung zu stellen, ohne dass diese auf dem lokalen Rechner installiert sein müssen (Quelle: Wikipedia).

Was ist Cloud Computing – Servicemodelle

Man unterscheidet drei verschiedene Servicemodelle, die teilweise ineinander überfliessen. Diese sind : Infrastruktur, Plattform und Software. Alle 3 Modelle werden im folgenden beschrieben und zusammengefasst.

IAAS – INfrastructure as a Service

Hierbei handelt es sich um ein virtuelles Rechenzentrum. Konkret also: virtuelle Rechner, Speicher und Netzwerke. Was in der virtuellen Cloud steht, verantworten die Nutzer selbst. IaaS bildet deswegen die unterste Ebene im Cloud Computing. Ein bekannter Anbieter ist die Amazon Cloud.

PAAS – Plattform as a Service

Doch Cloud Services umfassen mehr als nur das Abrufen von Rechenleistung oder das Speichern von Daten. Somit kann durch PaaS eine komplette Umgebung gekauft werden. Die Cloud dient also als Entwicklungsumgebung. Mit PaaS entwickeln Softwaredevelopper eigene Softwareanwendungen oder testen sie in einer bereitgestellten Umgebung. Ein Beispiel u.a. für PaaS ist Windows Azure. Vorteil dieser Methode ist die Flexibilität der Tools. Der IT-Experte kann so an jedem beliebigen Ort arbeiten. Er kann auch jedes beliebige Tools einfach aus dem Internet nutzen bzw. dies flexibel auf der Plattform installiert.

SAAS – Software as a Service

Dies ist die, für den Enduser am bekannteste Variante. Für einen monatlichen Fixpreis gibt es eine Software zur Verfügung gestellt. Ein bekanntes Beispiel sind Microsoft Office 365 und Windows Intune. SaaS ist die gängigste Form und viele von uns nutzen diese bereits. Teilweise sogar ohne es zu Wissen. Die folgende Abbildung fasst die Servicemodelle zusammen.

Cloud Computing Servicemodelle
Die Servicemodelle des Cloud Computing

Was ist Cloud Computing – Liefermodelle

Weiterhin gibt es für das Cloud Computing sogenannte Liefermodelle. Also die Art der Bereitstellung der Services. Im folgenden werden diese erklärt. Jede der genannten Servicemodelle (SaaS,…) kann über jede beliebige Cloud bereit gestellt werden.

Public Cloud

Die public Cloud ist die öffentliche Cloud eines Anbieters. Diese Cloud ist also frei zugänglich für jeden Nutzer. Ein gutes Beispiel dazu ist Google Docs oder Mircosoft Office 365. Man befindet sich also in der Cloud mit vielen anderen Nutzern. Beide Beispiele sind SaaS in einer public Cloud.

private Cloud

Die private Cloud unterscheidet daraus, dass diese ausschließlich einem Unternehmen zugeordnet ist. Es finden sich also keine weiteren Nutzer auf dieser. Somit ist Datenschutz und Compliance leicht zu gewährleisten als in public Clouds. Kauft ein Unternehmen eine Plattform (PaaS) wird dies i.d.R. in der private Cloud zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich oft unternehmenspezifische Software oder ein Intranet.

Hybrid Cloud

Die Hybrid Cloud ist eine Mischform. So laufen bestimmte Services bei öffentlichen Anbietern über das Internet, während datenschutzkritische Anwendungen und Daten im Unternehmen betrieben und verarbeitet werden. Dies kann Geld sparen, da nicht alle Anwendungen über die teuere private Cloud laufen müssen.

Community Cloud

Die Community Cloud findet sich sehr selten. Dies sind Infrastrukturen von mehreren Unternehmen beispielsweise im Kontext eines Projekts, welches gemeinsam betrieben wird oder zwischen Zulieferern. So können bestimmte Dienste geteilt werden. Zusammenfassend lassen sich folgende Modelle ableiten:

  • Public Cloud: für alle Zugänglich
  • Privat Cloud: nur ein Unternehmen
  • Hybrid: Mixform
  • Community Cloud: ausgewählte Unternehmen

Die Cloud im Mittelstand

Doch hat sich die Cloud bereits im Mittelstand durchgesetzt? Es wird gerne nachgesagt, dass die Trends rund um die Digitalisierung und Industrie 4.0 eher abwartend im Mittelstand gesehen werden. Im folgenden führe ich einige Fakten aus Studie des Crisp Instituts (2015 – Befragung 222 Mittelständler) auf:

  • 25,2% nutzen die Cloud produktiv
  • 32,9% probieren die Cloud in Form von Testversionen aus
  • 27 % befassen sich aktiv mit der Cloud
  • 14,9 % befassen sich nicht mit der Cloud

Weiterhin zeigt sich, dass die Mehrzahl der Mittelständler, welche eine Cloud nutzen eine hybrid (25,9%) und public (27,5%) Cloud verwenden. Nur 12,7% nutzen eine Multi Cloud und 33,9% eine private Cloud. Die Zahlen zeigen, dass sich im Mittelstand anscheinend eine erste kleine Durchdringung der Cloud bemerken lässt und es bleibt spannend, wie sich diese in Zukunft weiter etablieren wird.

Fazit: Was ist Cloud Computing

Cloud Computing ist die virtuelle Bereitstellung von Rechenleistung. Diese kann in 3 Modellen (Servicemodelle) erfolgen. Eine komplette Infrastruktur, Plattform oder eine Software. Diese Modelle können in 4 verschiedenen Clouds (Liefermodelle) geliefert werden. Die Public Cloud für alle, die private für ein Unternehmen, eine unternehmensübergreifende (Community) oder in einer Mischform. Die Unterteilung nach Service- und Liefermodellen habe ich übrigens nicht selbst erfunden, sondern diese wurde 2011 vom  National Institute of Standards and Technology (NIST) verfasst.

Im Mittelstand zeigt sich eine leichte Etablierung der Cloud, allerdings noch zögerlich, was somit spannend macht, was in den nächsten Jahren noch im Mittelstand zum Thema Cloud passieren wird. Anbei findet sich ein Video mit einer bildhaften Erklärung der Cloud.

Tipp: Buchvorschläge zu Cloud Computing

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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