Viele große Unternehmen befinden sich in einem Modernisierungsprozess der aktuellen IT bzw. viele KMU im Aufbau einer IT Organisationsform. Durch die exponentielle Einführung von Technologie im digitalen Wandel wurden zahlreiche Tools ausgerollt, welche mittlerweile meist ohne übergeordneten Sinn im Unternehmen genutzt werden. Nun ist die Frage: Welche IT-Organisationsformen gibt es für Unternehmen? Es gibt eine Abgrenzung zwischen IT Organisationsformen und IT-Organisationsmodellen. Zur Vollständigkeit empfehle ich auch den anderen Artikel zu lesen.

Lesetipp: IT-Organisationsformen

Klassisches IT-Organisationsmodell

Ein klassisches IT-Organisationsmodell wird gerne mit ITIL (IT Infrastructure Library) gleichgesetzt. Dieses wird ständig erweitert und neu definiert. Die Idee von ITIL ist die kontinuierliche Verbesserung des Service. Somit versteht sich die IT als Serviceprovider. ITIL besteht grundlegend aus vier Prozessen:

  • Incident Management
  • Problem Management
  • Change Management
  • Release Management

Das Incident Management behebt die Störung eines Service und vermeidet, dass ein Service beeinträchtigt wird. Dies wird i.d.R. durch einen Helpdesk mit first, secound und third Level Support abgedeckt. Das Ziel des Problem Management ist es die Ursache von Incidents zu finden und diese nachhaltig zu beheben bzw. proaktiv diese anzugehen bevor diese auftreten. Das Change Management nimmt Änderungen an der bestehenden IT vor und setzt neue Funktionen um. Das Release Management ist dafür zuständig, dass diese Änderungen dann auch im System integriert werden. Natürlich gibt es noch viel mehr zu ITIL zu sagen und ich gebe nur einen kleinen Überblick. Für mehr sollten Sie mal eine ITIL Schulung besuchen oder bei Youtube schauen.

ITIL
ITIL Prozese als Abbildung (Quelle: Open Source aus Wikipedia von M. Zielke)

Agiles IT-Organisationsmodell

In der agilen Organisation wird in der IT oft und gerne Scrum bevorzugt. Allerdings ist Scrum nur für ein Team konzipiert worden. Somit wird in diesem Absatz nicht Scrum erklärt, sondern die Skalierung von Scrum. Hierzu möchte ich eine Best-Practice, also Scrum of Scrums erklären. Wenn Sie auch andere Modelle kennenlernen wollen, dann lesen Sie meinen Artikel zur Skalierung von Scrum.

Lesetipp: Skalierung von Scrum

Die Idee ist, dass Sie in Ihrer IT zahlreiche Scrum Teams bilden, welche über einen Scrum Master verfügen. Aus jedem Scrum Master bildet sich ein weiteres Scrum of Scrums Team mit ebenfalls einen Scrum Master der Scrum Master. Je nach Anzahl der Teams hat diese dann unterschiedliche Ebene. Die Ebene nach Scrum of Scums wäre dann Scrum of Scrums of Scrums. Sie können dazu auch Rollen wie einen Chief Scrum Master einführen.

scrum of scrums
Scrum of Scrum (Quelle: (Quelle Scrum Alliance)

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit dies über die Product-Owner wie z.B. im LeSS Framework zu skalieren. Hierzu können sie einen Chief Product Owner ernennen und dieser leitet ein Board der Product Owner, welche ganzheitliche Entscheidungen über die Grenzen der einzelnen Softwarekomponenten treffen. Es liegt eigentlich an Ihnen, denn es entscheidet sich daran, wie Sie die Aufgaben der Teams schneiden. Sie können diese nach Skills (Bsp. Frontend / Backend) oder den einzelnen Softwarekomponenten (Produkt A und Produkt B) schneiden.

Lesetipp: Was ist eine IT-Organisation

Bimodales IT Organisationsmodell

Am Ende könnten Sie auch eine bimodale IT etablieren. Speziell in großen Organisationen findet ein agiler Wandel statt und es entsteht dadurch zwangsläufig eine bimodale IT. Dies bedeutet, dass einige Bereich stark agil und andere Bereiche eher weniger agil bis klassisch sind.

Auch Gartner hat diesem Ansatz untersucht und glaubt, dass eine solche bimdodale IT sogar signifikante Vorteile bringen kann. So kann für stabile Bereiche eine ITIL getriebene IT und für anderen eher komplexe Bereiche eine agilere IT genutzt werden. Laut Gartner existiere beide Bereiche nebeneinander. Seine genaue Idee habe ich schon in einen anderen Artikel erklärt.

Lesetipp: BiModale IT

Fazit

Egal wie Sie ihre IT organisieren, gibt es zahlreiche Modelle und sicherlich sind diese drei nicht die einzigsten. In den meisten Unternehmen wird es wohl eine bimodale IT geben, da jeder Bereich eines Unternehmens sehr individuell ist. Somit gibt es schnellere und komplexe Bereiche, welche eher agil sind und stabile Bereiche für beispielsweise Buchhaltung oder Operations, was eher mit ITIL sehr gut abgebildet ist. Eine direkte Trennung wie Gartner sie beschreibt habe ich noch nie erlebt und wird auch stark kritisiert. Es scheint wie immer: das beste aus beiden Welten führt zum größten Erfolg.

Lesetipp: IT-Organisation 2020

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

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