Die moderne IT zeichnet sich durch veränderte Rahmenbedingungen aus. Neben dem Druck der Wirtschaftlichkeit, soll die IT zudem innovativ sein und eine hohe Servicementalität vorweisen. Grundlegend liest man in vielen Magazinen, dass die moderne IT-Organisation so zentral wie nötig und so dezentral wie nötig sein soll. Doch wie soll das gehen und welche IT-Organisationsform gibt es? Es gibt eine Abgrenzung zwischen IT Organisationsformen und IT-Organisationsmodellen. Zur Vollständigkeit empfehle ich auch den anderen Artikel zu lesen.

Lesetipp: IT-Organisationsmodelle

Dezentrale IT-Organisation

In der dezentralen IT gibt es eine klare Führung und Auftragserteilung an die IT. Kurz gesagt hat jede Einheit eine eigene IT (Siehe Abbildung). Vorteil ist, dass diese nahe an der Linie sind und damit oft höhere Orientierung zum Fachbereich haben. Allerdings ist der Fachbereich dann disziplinarisch für die IT verantwortlich, was den Stellenwert dieser verringert.  Auch gibt es die Gefahr der Redundanz und des Silo-Denkens.

Dezentrale it organisation
Dezentrale IT-Organisation

Zentrale IT-Organisation

Die zentrale IT stellt eine IT-Abteilung für das gesamte Unternehmen dar. Somit übermitteln die Abteilungen Anforderungen an die IT. Die IT hat damit eigenes Personal und eigene Ressourcen. Sie setzt außerdem ihre eigene Strategie um und plant die Gesamtarchitektur. Hierbei gibt es i.d.R. kein Silo-Denken und die IT kommt aus einer Hand. Auch könnten bereichsübergreifende Lösungen gefunden werden. Allerdings ist ein erhöhter Aufwand der Koordination nötig um eventuell eine IT-Blindheit sowie zu allgemeine Lösungen, also nicht perfekt auf den Fachbereich zugeschnitten, sondern Kompromisslösungen, zu verhindern. Die IT ist in diesem Modell allerdings auch sehr “mächtig” im Unternehmen.

zentrale IT Organisation
Zentrale IT-Organisation

Hybride IT-Organisation

So zentral wie nötig und so dezentral wie möglich trifft in Teilen auf die hybride IT-Organisationsform zu. Es werden pro Bereich IT-Admins eingesetzt, welche die IT an den Fachbereich anpassen. Damit kann zumindest die IT individueller gestaltet werden ohne direkt dezentralisiert zu werden. Vorteile sind die Nähe zur Linie und die Tatsache, dass die Admins mit der IT technisch auf Augenhöhe reden können, was oft dem Fachbereich schwerer fällt, sofern keine IT-Umsteiger dort angestellt sind. Gefahren sind natürlich politische Effekte wie Machtkämpfe und erneutes Silo-Denken.

hybride IT-Organisation
Hybride IT-Organisation

Projekt IT-Organisation

In diesem Ansatz wird die IT als Umsetzer beibehalten und jede Abteilung besitzt einzelne IT-Admins. Jedoch gibt es auch ein IT-Office, welches als Querschnittsabteilung die IT im Unternehmen gemeinsam mit den Fachbereichen plant. So ist die IT zwar eigenständig, hat jedoch das IT-Office als “Anwalt” der Fachbereiche. So kann Silo-Denken vermieden werden, jedoch wird sich das IT-Office tendenziell als Ort der Machtkämpfe etablieren, da dieses die Fachbereiche vertreten muss. Chancen in diesem Modell sind definitiv bereichsübergreifende Lösungen und Synergien.

Projekt IT-Organisation
Projekt IT-Organisation

IT-Organisationsformen – Auswahlverfahren

Um sich für ein Modell zu entscheiden sollte eigentlich nur beachtet werden, welche Bedeutung die IT für das Geschäftsmodell des Unternehmens hat. Natürlich geht in einer digitalen Welt ohne IT fast nichts mehr, allerdings spielt diese trotzdem nicht immer die absolut entscheidende Rolle. Denken wir an Katzenfutter, welches in erster Linie durch die Produktion und Logistik gesteuert wird und durch IT unterstützt wird. Anders ist es bei Apple, welches ein Softwareunternehmen ist.

Lesetipp: Was ist eine IT-Organisation

Beispiel 1: Hohe Bedeutung für das Tagesgeschäft und niedrige für die Strategie

Hier könnte eine stark softwareorientierte Produktion oder ein Unternehmen, welches mithilfe von Software Produkte oder Services bereitstellt, genommen werden. Hier lohnt sich eine dezentrale oder hybride IT-Organisationsform.

Beispiel 2: Hohe Bedeutung für Tagesgeschäft und Strategie

Dies ist meist eine IT-Firma wie ein Softwarehaus mit einen Softwareprodukt. Hier ist die IT der zentrale Punkt. Hier ist eine zentrale oder hybride IT-Organisationsform empfohlen.

Beispiel 3: Niedrige Bedeutung für Tagesgeschäft und niedrige für die Strategie

Dies kann beispielsweise eine Logistik oder Nahrungsmittelfabrik sein, welche eher Produkte herstellt und die IT eher durch kleine, weniger wahrnehmbare Funktionen unterstützt. Empohlen wird hier eine dezentrale oder hybride IT-Organisationsform.

Bespiel 4: Niedrige Bedeutung für das Tagesgeschäft und hohe für die Strategie

Sollte dieser Fall auftreten, dann könnte es sich beispielsweise um eine IT-Consultingfirma mit Wissensprodukten also Beratung handeln. Speziell hier kann sich die Projekt IT-Organisation lohnen sowie eine zentrale IT.

Lesetipp: IT-Organisation 2020

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

2 Kommentare

  1. U. Gerkmann-Bartels antworten

    Hallo Herr Lindner,
    findet sich in Ihren Überlegungen auch eine Produkt-IT-Organisation ? (Stichwort: Von der Projekt zur Produkt – Sicht) oder
    eine Netzwerk-IT-Organisation ?

    Mit freundlichen Grüßen
    Ulrich Gerkmann-Bartels

    • Dominic Lindner antworten

      Hallo,

      dazu kommen denke ich 2019 Artikel. Ich denke mal im Februar.

      Gruß
      Dominic Lindner

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