Die Generation Z betritt den Arbeitsmarkt und Unternehmen versuchen sich auf diese vorzubereiten. Aktuell finden sich viele Studien um diese neue Generation, welche sich mehr oder weniger sogar widersprechen. Es liegt auf der Hand, dass die Befragung von 16-18 Jährige, welche kaum bis gar nicht gearbeitet haben wohl auch kaum Aussagen zum Arbeitsmarkt machen. Es ist also auszugehen, dass sich die Studienergebnisse erst in 5 Jahren richtig bestätigen lassen und sich noch massiv ändern werden. Die Generation Z fasst die Jahrgänge 2000 – 2015 zusammen.  Ich habe nun im folgenden vier Studien für Sie untersucht und ziehe daraus ein erstes Fazit.

Lesetipp: Generationenmanagement

Digital Natives 4.0

Die Generation Z nutzt bereits von Geburt an digitale Technologien und wird somit als die Digital Natives bezeichnet. Sie sind es also gewohnt eine hohe Flut an Informationen zu verarbeiten und zu nutzen. Auch verschmilzt für diese reale und virtuelle Welt zunehmend. Sie sind 24h durch Smartphones und Social Media miteinander vernetzt. Handy, Notebook und Tablet haben schon immer zum Leben dazugehört und Informationen sind zu jeder Zeit und an jedem Ort zugänglich. Die Studien sind sich einig, dass dadurch mehr verglichen, recherchiert und hinterfragt wird. So zuckt ein digital Native bei einer Aussage direkt das Smartphone um die Aussage, welche er nicht versteht zu googlen.

Quelle 1: Generation Z – Sicherheit und Digitalisierung

Die erste Quelle, welche ich gefunden habe, ist von haufe. Dort wurden verschiedenste Studien zusammengefasst. Haufe hat die Studie von NEON (1000) als auch der AUDI AG untersucht (10.000 Teilnehmer). NEON glaubt, dass gute Bezahlung, sichere Festanstellung als auch ein angenehmes Arbeitsklima wichtig sind. Selbstverwirklichung ist nicht mehr so wichtig wie einst noch für die Generation Y. Die Befragten sehnen sich auch nach Feierabend oft nach Ruhe und präferieren seltener Bars und Clubs in der Woche.

Weiterhin gibt es ein hohes Sicherheitsbedürfnis als auch Loyalität. So können sich die Befragten der AUDI AG vorstellen, dass gesamte Leben wieder bei einem Arbeitgeber zu verbringen. Auch ist ein guter Chef der Generation wichtiger als umfangreiche Boni. Auch glaubt die Studie der AUDI AG, dass die Generation Z oft wenig Karriereplanung hat und stark auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf achten.

Im Fazit ist eine strikte Trennung von Arbeits- und Berufsleben also ein wichtiger Punkt. Die Generation Z ist damit ebenfalls auch eher realistisch. Rosige Versprechen und Floskeln sind damit nicht mehr wichtig und werden von der Generation Z sehr kritisch gesehen.

Ergebnisse kurz und knapp

  • Spaß bei der Arbeit ist nicht so wichtig
  • Unbefristeter Vertrag wichtig
  • Chef wichtiger als Boni
  • Trennung von Beruf und Privat
  • Generation Z ist realistisch

Quelle 2: Generation Z – die Realisten

Nun habe ich weiter gesucht und eine andere Studie aus Bremen gefunden, welche die Generation Z als realistisch charakterisiert (Generation Y – Optimisten). Die Generation Z hat laut der Studie keine Bereitschaft für Überstunden und sieht den Beruf eher als Mittel zu Zweck. Somit sind Themen wie Selbstständigkeit oder Startups kaum ein Thema. Auch wird beispielsweise Sport weniger als Ausgleich sondern eher als Mittel zum Zweck für die Erhaltung der Gesundheit gesehen.

Speziell der Realismus soll damit diese Generation prägen. So sollen Marketingversprechen ihre Wirkung verlieren und der Generation die Privatsphäre sowie Datenschutz sehr wichtig sein. Im Berufsleben soll die Generation mit großen Informationsmengen und wechselnden Aufgaben sehr einfach klarkommen. Sie können sich selbst sehr schnell Wissen aneignen und fordern einen gewissen Digitalisierungsgrad (Bsp. freies Internet am Arbeitsplatz).

Ergebnisse kurz und knapp

  • Privatsphäre ist wichtig
  • Digitalisierungsgrad
  • Realistisch
  • Sicherheitsbedürfnis

Quelle 3: Generation Z – “Anything goes”

Auch auf Gründerszene wurde sich mit dem Thema befasst. So soll die Generation Z unbegrenzte Möglichkeiten haben. Es zählt also der Leitgedanke: “Anything Goes”. Laut Gründerszene ist ein geringer Optimismus als auch eine hohe Rationalität sowie geringe Loyalität für einen Arbeitgeber prägend für diese Generation. Auch soll die 9-5 Mentalität (9-17 Uhr arbeiten) wieder verstärkt gefordert werden.

Die Generation möchte damit keinen Übergang von Arbeit in Privatleben. Aus diesem Grund sind geregelte Arbeitszeiten wichtig als auch geringere Flexibilität im Job. Auch glaubt Gründerszene, dass die Generation Z für Floskeln und Werbung nicht empfänglich sein wird.

Ergebnisse kurz und knapp

  • Flatterhaft
  • Rational
  • Realistisch
  • Nine to Five

Quelle 4: Generation Z- Einzelkämpfer und Materialistisch

Eine letzte Studie ist von der Universität of Applied Science. Laut der Studie soll sich die Generation Z über materiellen Besitz und Smartphones definieren. Sie haben höchste Ansprüche an Arbeitgeber und sind Einzelkämpfer. Sie sind es gewohnt immer auf der ganzen Welt vernetzt zu sein.

Ein weiteres Merkmal ist Bindungslosigkeit (flatterhaft) speziell mit Arbeitgebern. Für die Generation gibt es kaum langfristige Bindungen sondern das Leben besteht eher aus einer Sammlung von Abschnittspartnern. Weiterhin soll das Privatleben klar vor dem Job dominieren. Speziell im Job sind finanzielle Anreize und Weiterbildung sowie Technologie wichtiger als Benefits wie Homeoffice.

Ergebnisse kurz und knapp

  • Einzelkämpfer
  • Bindungslosigkeit
  • Privatleben vor Job
  • Technologie

Fazit: Generation Z – Sicherheit und Realismus

Alle Studien sind in vielerlei Hinsicht recht gleicher Meinung unterscheiden sich aber auch massiv. Mich selbst überrascht, dass die Generation Z wieder eher konservativer auf das Privatleben setzt und sich loyal an einem Arbeitgeber binden will. Ich dachte eher, dass es sich wie in Quelle 4 zur Flatterhaftigkeit und Rationalität entwickelt als zur Sicherheit. Auch vermisse ich Agilität und virtuelle Teamarbeit. Jedoch erlebe ich auch bei den Azubis, welche ich kenne, dass deutlich auch ein Hang zur Sicherheit ist.

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Somit kann in der Zusammenfassung also die Generation Z als eine Generation gesehen werden, welche Realistisch ist, Privat und Berufsleben trennen möchte, Nine to Five lebt und einen gewissen Digitalisierungsgrad fordert. Soweit scheinen sich Studien einig. Allerdings gibt es große Diskussion ob diese nun Loyal und Sicherheitsbewusst sind oder eher flatterhaft und rational. Genaueres wissen wir wohl erst in ein paar Jahren.

Generation Z
Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Studien zur Generation Z

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Autor

Externer Doktorand an der Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für IT-Management. Ich untersuche wie sinnvoll skalierte Agilität im Zuge des digitalen Wandels zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beitragen kann. Neben der Promotion arbeite ich Vollzeit in einem Unternehmen.

2 Kommentare

  1. Auch eine Umfrage der Ruhr Wirtschaft unter jungen Azubis hat ergeben, dass die Generation Z viel Wert auf Trennung von Privatleben und Arbeit legt – unter anderem bei der medialen Nutzung (beispielweise nutzen Sie Social Media gerne privat, wollen darüber aber keinen Job suchen). Sie erhoffen sich Festanstellungen und machen sich bereits zu Ausbildungsbeginn Gedanken, was danach kommt – sind also durchaus weitsichtig. Wir haben mal in einem Blogbeitrag zusammengefasst, was Ausbilder und Azubis eigentlich so voneinander erwarten und woran eine Ausbildung manchmal scheitert: https://de.bugasi.de/gelungener-ausbildungsstart/

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